Gehäuse

Fractal Design Define R3 Black Pearl

Erstellt am: 05.05.2011 um 19:30 Uhr von Björn Langer.

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Fractal Design Define R3 Black Pearl

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Fractal Design, ein in Schweden beheimatetes Unternehmen, hat sich der Herstellung eleganter, funktioneller und dabei preislich attraktiver Computerhardware gewidmet. Im Bereich der Computergehäuse findet man schlichte und elegante Modelle, die jedoch mit intelligenten und durchdachten Details überzeugen. Fractal Design hat mittlerweile ein großes Portfolio, welches mit verschiedenen Produkten wie z.B. Netzteilen, diverses Mediazubehör und Lüftern aufwarten kann. Die Sparte Computergehäuse ist seit längerer Zeit ebenfalls im Sortiment des schwedischen Unternehmens.

Das Unternehmen konnte mit dem schlichten Midi-Tower "Define R2" durchaus überzeugen. Jetzt hat man nachgelegt und mit dem "Define R3" den Nachfolger dieses Gehäuses vorgestellt, der mit einer Reihe von Verbesserungen gegenüber dem Define R2 aufwarten kann. Es kommt schlicht daher, soll aber mit den inneren Werten überzeugen.

Ob das Define R3 wirklich mehr bieten kann als das Define R2 erfahrt ihr in diesem Artikel.


Lieferumfang

Der Lieferumfang des Fractals Define R3 ist sehr umfangreich gestaltet. So befindet sich neben dem gut verpackten Gehäuse auch weiteres Zubehör im Lieferumfang. Das Zubehör für das Fractal Define R3 bfindet sich in einer kleinen Pappbox. In dieser Pappbox befinden sich neben den schwarzen Schrauben, den Kabelbindern auch weitere optional montierbare Gegenstände. So befindet sich ebenfalls eine Laufwerksblende im Lieferumfang, die für die 5.25" Schächte gedacht ist und mit der 3,5" Laufwerke ihren Platz finden können. Ohne diese Blende ist eine Montage eines 3,5" Laufwerkes nicht möglich. Weiterhin haben wir 2 Blenden die per Klicksystem zu montieren sind und 1 ganz normale Blende, die keine Lüftungsschlitze aufweist.

Desweiteren finden wir noch eine Lüftersteuerung im Paket, die sich in die hinteren Slotblenden einsetzen lässt. Diese kann mittels Potentiometer die Lüfter des Define R3 optimal regeln.

Das Gehäuse selber wird in einer schicken Umverpackung zum Empfänger gesendet. Es ist innen durch Styropor verstärkt, welches das Gehäuse zusätzlich beim Transport vor starken Schlägen schützt.



Technische Details

Das Gehäuse "Define R3 Black Pearl" hat die Ausmaße von 207,4mm in der Breite, 440mm in der Höhe und 521,2mm in der Tiefe. Zudem wiegt es 12,5kg und hat eine komplett schwarze Lackierung. Es ist für die aktuellen Mainboard-Normungen ATX, Micro / Mini ATX und für die Netzteilmontage am Gehäuseboden ausgelegt. Ansonsten besitzt es die klassischen Elemente eines Frontpanels, viele Anschlussmöglichkeiten und natürlich ein Knopf zum An- und Ausschalten des Rechners. Hier finden wir einen Power-Knopf, Audio In und Audio Out sowie 2x USB 2.0 und einmal eSATA, welches auf dem Gehäusedeckel anzufinden ist.

Kurze Version:

Maße Breite: 207,4mm, Höhe: 440mm, Tiefe: 521,2mm
Gewicht 12,5kg
ATX Formfaktor ATX, Micro / Mini ATX
Anschlüsse 2x USB, eSATA, Audio In und Out
Farbe Schwarz mit weißen Kontrasten
Anzahl Lüfter 2 von Fractal verbaute Lüfter
Anzahl Laufwerke 5,25“ 2
Anzahl Laufwerke 3,5“ optional durch Blende 1
Anzahl Festplattenschächte 8
Extras Dämmung, Potentiometer
Zubehör Schrauben, Kabelbinder, Anleitung
Innenraum Schwarz lackiert

Äußeres Erscheinungsbild

Das Fractal Define R3 Black Pearl ist ein echter Hingucker, denn es sieht schlicht und optisch sehr ansprechend aus, was Lust auf mehr macht. Das Define R3 ist so mit vielen Details ausgestattet, die schon im Vorgängermodell - dem Fractal Defin R2 - zu finden waren. Fangen wir mit der Front des Gehäuses an. Die Front des Define R3 besticht schon durch das Aussehen. Die Fronttür des Gehäuses ist hochglanzpoliert und vermittelt so einen edlen Eindruck, obwohl es eine Kunsstofftür ist. Bei dieser hochglanzpolierten Tür sind weniger Fingerabdrücke zu erkennnen, als wenn die Tür in Klavierlackoptik daher kommen würde, denn Klavierlackoptik ist sehr anfällig für Fingerabdrücke. Wenn man die Tür öffnet, fällt einem gleich die Dämmung im Inneren dieser auf; diese ist zwar nicht dick, aber ausreichend für die Tür. Die Dämmung hat hierbei eine geräuschreduzierende Wirkung. Dadurch wird die Geräuschübertragung der Laufwerke nach außen verringert und macht so insgesamt ein ruhigeres Arbeiten möglich. Außerdem befinden sich am Frontpanel seitlich (rechts und links) jeweils Lüftungsschlitze, damit die Lüfter hinter der Fronttür auch Luft ansaugen können und somit die Festplatten bzw. die Hardware im Gehäuse optimal kühlen. Hier soll nur der Luftstrom von vorne nach hinten im Inneren des Gehäuses ermöglicht werden. Ohne das Vorhandensein der Lüftungsschlitze, wäre dies nicht gegeben.

Die Fronttür selber wird mittels zweier Magnete und Scharniere aus Kunststoff am Gehäuse gehalten und weist eine sehr gute Verarbeitungsqualität auf, das heißt, die Tür hat keine scharfen Kanten und auch ein Quietschen beim Öffnen und Schließen macht sich nicht bemerkbar. Hinzukommt, dass die Tür sehr stabil ist. Die Befestigung der Tür ist auch sehr gut, da diese auch nach mehrmaligen Öffnen und Schließen nicht durch hängt. Durch die Dämmung wird die hochwertige Qualität der Tür noch einmal bestärkt.



Direkt hinter der Fronttür befinden sich die zwei Lüfterplätze und die beiden Laufwerksschächte. Leider haben wir hier wie beim Define R2 nur zwei Schächte zur Verfügung, dadurch sind die Einbaumöglichkeiten ein wenig begrenzt. Aber auch hier sollte erwähnt werden, dass für die nötigen Laufwerke genügend Platz vorhanden ist. Die Laufwerksschächte sind mit Schnellspannblenden versehen die leicht und schnell abnehmbar sind. So zieht man einfach nur den kleinen Plastikhebel rechts zu sich heran und schon hat man freien Zugang zu den sich hinter der Front befindlichen Laufwerksschächte. Wenn das Laufwerk wieder ausgebaut werden soll, dann einfach Laufwerksblende mit einem kleinen Druck in den Schacht drücken.


Unterhalb der Laufwerksschächte befinden sich die beiden Lüfterplätze für jeweils zwei 120mm Lüfter. Es ist bereits ein Lüfter von Fractal im unteren Bereich von Hause aus montiert. Um an die Lüfter zu gelangen, werden die Türen mit einem kleinen Druck geöffnet und können danach auch ganz einfach wieder geschlossen werden. Hier ist kein Werkzeug vonnöten. Die Montage und Demontage der Lüfter ist ebenfalls sehr einfach, dazu aber mehr im Menüpunkt "Inneres Erscheinungsbild". Die Türen, hinten denen sich die Lüfter verbergen, sind ebenfalls sehr stabil und vermitteln nicht den Eindruck, dass diese schnell kaputt gehen werden. Im Ganzen sind die Türen sehr solide und einfach zu öffnen und zu schließen. Hier erfordert es keine weiteren Kenntnisse, was uns sehr gut gefallen hat. Auch hier ist kein Quietschen wahrzunehmen.


Hinter der Fronttür befindet sich auf der rechten Seite in mittlerer Position ein kleiner Knopf. Hierbei handelt es sich um den Resetknopf, der extra dort seinen Platz gefunden hat, da die aufgeräumte Optik der Front nicht gestört werden soll. Der Knopf lässt sich leicht bedienen und ermöglicht so ein leichtes "Resetten" des Computers.


Kommen wir nun zu den Seitenteilen des Fractal Define R3 Black Pearl. Die Seitenteile oder Seitenwände des Gehäuses sind von Fractal schon ab Werk mit Dämmmatten versehen. Hier sollte erwähnt werden, dass die Dämmmatten keinen Geruch abgeben und neutral sind. Bei dem Define R2 war ein leichter Geruch der Dämmmatten wahrnehmbar. Dies wurde von Fractal bei dem Define R3 behoben und führt bei uns zu einem Pluspunkt. Die Dämmung an den Seitenteilen ist sehr gut verarbeitet und trägt dazu bei, die Geräusche der Hardware zu dämmen bzw. zu reduzieren. Optional ist es möglich, am linken Seitenteil einen 140mm Lüfter zu verbauen. Dazu muss einfach die Dämmmatte inkl. Halterung durch vier Schrauben gelöst werden und schon kann dort ein 140mm Lüfter montiert werden. Die Dämmung bleibt nach wie vor vorhanden. Die Seitenteile und Dämmung haben eine sehr gute Verarbeitungsqualität und lassen sich leicht öffnen und schließen. Durch die Dämmmatten sind die Seitenteile zwar schwerer, aber dies kommt der Stabilität zugute.

Das Gehäuse steht buchstäblich auf eigenen Füßen und so hat Fractal dem Define R3 - wie es auch beim Define R2 der Fall war - verchromte schwingungsdämmende Füße vermacht. Die Füße sind optisch sehr ansprechend und geben die schlichte Optik des Define R3 wieder. So sind diese in einer wie bereits erwähnten verchromten Optik gehalten. Vorne sind die Gehäusefüße größer als hinten; dies ist darauf zurückzuführen, dass die Vibrationen im vorderen Bereich des Gehäuses stärker sind als im hinter Bereich, da vorne die Festplatten und Laufwerke ihren Platz finden und größere Vibrationen auf das Gehäuse übertragen.

Beide Gehäusefüße, ob groß oder klein, haben eine vibrationshemmende Funktion.


 

Ein weiteres Highlight befindet sich am Boden des Gehäuse: Wenn man das Gehäuse auf den Kopf stellt, hat man freie Sicht auf den Netzteilstaubschutz. Dieser ist dafür gedacht, den vom Netzteil angesaugten Staub zu filtern. Die Filtereinlage lässt sich einfach entfernen. D.h., das dieser einfach nach hinten rausgezogen und anschließend unter fließendem Wasser ausgespült werden kann. Nachdem der Staubfilter ausgewaschen wurde, kann dieser ganz einfach wieder in die Halterungen hineingeschoben werden. Einziger Wehrmutstropfen: Der Staubfilter bremst den Luftstrom ein wenig, vermindert aber nur in geringem Maße die Kühlung des Netzteils. Es ist kein wirklicher Nachteil, da der Durchsatz auch mit dem Staubfilter ausreichend ist.

Schauen wir uns nun den Gehäusedeckel des Gehäuses genauer an. Er umfasst das Front-Panel mit einem sehr ansehnlichen, blau umleuchteten Power-Knopf und den zwei Vorrichtungen zur Montage von 120/140mm-Lüftern. Die Anschlüsse sind nicht mit einer Abdeckung versehen. Dadurch verstauben die Anschlüsse wesentlich schneller, aber ohne eine Klappe oder Blende kommt man schneller an die Anschlüsse und kann USB Sticks oder Ähnliches in wenigen Schritten installieren. Optisch ist dieser Punkt kein Nachteil, da sowohl die silbernen USB-Anschlüsse und auch der Audio- und Mikrofonanschluss durch die schwarze Einfärbung zum Gehäuse passen. Ein Vertauschen ist ebenfalls nicht möglich, da der jeweilige Anschluss gekennzeichnet ist.


Doch betrachten wir nun die Rückseite des Gehäuses. Dort sind die Montagemöglichkeit für maximal 120mm Lüfter und auch vier Wasserkühlungsschlaucheingänge zu finden. In einem gelungenen Kontrast zu dem Rest des Gehäuses wurden die Slotblenden weiß gefärbt. Weiterhin erkennen wir den Freiraum für das unten montierbare Netzteil.



Inneres Erscheinungsbild

Kommen wir aber nun zum Inneren Aufbau des Gehäuses. Das Gehäuse ist im Inneren sehr strukturiert aufgebaut und glänzt durch einen kompletten schwarzen Innenraum, der mit einigen weißen Kontrasten aufwartet. So sind die Slotblenden und Festplattenhalter in einem schönen Weiß gehalten. Auch die Lüfter verleihen dem Gehäuse durch die weißen Rotorblätter ein edles Antlitz. Wir finden im vorderen Bereich des Gehäuses zum einen die Laufwerksschächte und zum anderen die Festplatteneinschübe. Es können genau zwei 5.25“ Laufwerke intern verbaut werden. Bei dem Festplattenkäfig finden wir sage und schreibe acht Einschübe für Festplatten. Die Festplatten werden entkoppelt auf den Einschüben montiert, denn die Einschübe haben kleine „Gummipuffer“, die die Schwingungen der Festplatten aufnehmen sollen. Die Halterung selber wird nicht entkoppelt und einfach in den Festplattenkäfig geschoben.


Durch die hohe Anzahl der Einschübe kann das Define R3 durchaus auch als Servergehäuse genutzt werden, oder auch als neue Heimat ehemals externer Festplatten dienen. Vor dem Festplattenkäfig im unteren Bereich des Fractal Define R3 Black Pearl finden wir zudem zwei Plätze für Lüfter, auf die bereits im "Äußeren Erscheinungsbild" eingegangen wurde. Hier ist ein Lüfter in der Größe 120mm von Fractal werksseitig montiert, um die Festplatten mit kühlender Luft zu versorgen. Ein weiterer 120mm Lüfter kann hier ganz einfach nachgerüstet werden, um den Luftstrom noch etwas zu verstärken.

Die Lüfter werden ganz einfach montiert, hier wird die Fronttür geöffnet und man hat Zugang zu der Halterung der Lüfter. Im Anschluss werden einfach vier Schrauben gelöst und schon kann mit wenigen Handgriffen der Lüfter von hinten nach vorne herausgezogen werden. Der Lüfter wird mittels eines „Clip-System“ schraubenlos eingerastet und lässt sich einfach entfernen bzw. nachrüsten.

Weiteres zum Thema Lüfter ist im Menüpunkt "Kühlung" zu finden.

Ebenso einfach lassen sich die Laufwerke montieren. Eine werkzeuglose Montage der Laufwerke ist hier gegeben, da diese mit Rändelschrauben links und rechts befestigt werden. Im unteren Laufwerksschacht befindet sich eine Aufnahme für 3,5“ Laufwerke. Die Montagehilfe ist im Lieferumfang serienmäßig enthalten, kann jedoch nach Belieben entfernt werden.

Im unteren Teil des Define R3 finden wir den Netzteilbereich und einen zusätzlichen Platz für einen 140mm Lüfter, der unterstützend zum vorhandenen Lüftstrom eingebaut werden kann. Der Netzteilbereich des Define R3 ist wie auch bei dem Define R2 durch Dämpfungsmaterial geprägt. Das Netzteil wird dadurch vom Gehäuse entkoppelt montiert und das vorhandene Dämmmaterial trägt somit auch zur Geräuschreduzierung bei. Kleinere Lüfter können im unteren Bereich nicht verbaut werden, da die Halterung nur für 140mm Lüfter gedacht ist. Wenn jedoch die Halterung entfernt wird, kann mittels Schrauben ein 120mm Lüfter verbaut werden, dann fällt aber auch der vorhandene Staubfilter weg.


Es können in dem Fractal Define R3 Black Pearl fast alle gängigen Mainboards verbaut werden, die sich momentan auf dem Markt befinden. Das Gehäuse besitzt die normalen Schraubvorrichtungen für ein ATX Mainboard. Montiert werden kann entweder ein mATX Mainboard oder ein ATX Mainboard. Wir haben bei unserem Testsystem ein ATX Mainboard verbaut, dazu aber mehr im Bereich „Einbau und Betrieb“.


Ein besonderes Highlight sind die Kabeldurchführungen, die sich im Mainboardtray befinden. Dadurch ist es möglich, die Kabel vom Netzteil von unten nach oben zu führen, ohne die Hardware damit abzudecken und die Optik zu stören. Die Kabeldurchführungen sind mit einem Gummischutz versehen, aber auch unter diesem sind keine scharfen Kanten zu finden. Es gibt sechs Kabeldurchführungen, um ein optimales Kabelmanagment realisieren zu können.

Weiterhin erkennt man, dass die Slotblenden durch  Rändelschrauben montiert werden, was einen sehr guten Kompromiss zwischen einfachen Schnellverschlüssen und stabilen Einfachschrauben darstellt. Es benötigt nicht den Einsatz von Werkzeug. Die Slotblenden haben zudem kleine Luftschlitze, um noch einmal die Kühleffizient zu steigern. Die Slotblenden lassen sich dank der Schrauben einfach entfernen.

Im oberen Teil des Gehäuses befinden sich ebenfalls zwei Lüfterplätze, hier kann noch einmal die Kühlung gesteigert werden, denn es lassen sich neben den 120mm Lüftern auch 140mm Lüfter einbauen. Die oberen Lüfterplätze im Deckel sind im Auslieferungszustand nicht belegt und mit abnehmbaren Dämmmatten versehen, die ganz leicht abgeschraubt werden können. Dies gefiel, denn trotz der Dämmung ist es möglich, Lüfter einzubauen. Außerdem werden die Vibrationen durch die Dämmung absorbiert, sodass Geräusche minimiert werden.

Im Inneren des Gehäuses haben wir vergeblich nach Schwächen bei der Verarbeitung gesucht, wir sind einfach nicht fündig geworden, denn alle Kanten sind mit Kantenschutz versehen oder aber abgekantet, um einer Verletzungsgefahr vorzubeugen. Dies hat uns sehr angesprochen und spricht für die sehr gute Verarbeitungsqualität der Define Reihe und für den Qualitätstandard von Fractal Design.


Die Kühlung

Jetzt aber mehr zur Kühlung des Fractal Define R3 Black Pearl: Trotz der klaren Ansage gegen unangenehme Nebengeräusche und Vibrationen setzt man klare Zeichen und Wege für eine optimale und leistungsstarke Kühlung. Durch die vielen Möglichkeiten, Lüfter zu montieren, haben vor allem Übertakter die Möglichkeit, alles aus ihren Komponenten herauszuholen. Hingegen können Liebhaber von Silent-Systemen die Lüftervorrichtungen geschlossen und gedämmt lassen, wodurch ein Fundament für ein leises System geschaffen wird. Die zwei vormontierten Lüfter erzeugen wenige Nebengeräusche und können dank der mitgelieferten Lüftersteuerung auch auf ein leises Niveau herruntergeregelt werden.

Einbauort Größe bis 120mm Größe über 120mm
Front 120mm @ 1350 RPM -
Top 120mm 140mm
Boden - 140mm
Rückseite 120mm @ 1350 RPM -
Seitenteil 120mm 140mm



 

Hardwareeinbau

Systemeigenschaften:

  • CPU: Intel Core 2 Duo 8400
  • GPU: 460 GTX Palit
  • Ram: 4 GB Corsair Platinum
  • HDD: 1 TB Western Digital
  • NT: LC Power 550 Watt
  • CPU-Kühler: Pegasus HTPC Cooler

Vorab sei gesagt, die Hardware ließ sich ohne Schwierigkeiten im Gehäuse verbauen, doch kommen wir zunächst einmal zu den Festplatteneinschüben: Die Festplatteneinschübe sind in einem schönen Weiß gehalten und mit vier vibrationsdämmenden Ringen ausgestattet, auf der die Festplatten aufgelegt werden.

Nach dem Auf- und Einlegen der Festplatten können diese mit den mitgelieferten schwarzen Schrauben montiert werden. Durch die Montage sitzen die Festplatten stramm auf den vibrationsdämmenden Gummiringen. Nach der Montage auf dem Träger können die Festplatten einfach in den Festplattenkäfig eingeschoben und schließlich eingerastet werden.

Wie schon beschrieben ist es im unteren Gehäusebereich leider nur möglich, einen 140mm Lüfter zu installieren, zumindest mit der vorhandenen Haltevorrichtung. Wenn man diese entfernt, ist es auch möglich, einen kleineren Lüfter zu installieren, aber gerade diese Haltevorrichtung ermöglicht eine angenehme Montage des Lüfters, denn hier kann der Lüfter ohne jegliches Werkzeug einfach in die Haltevorrichtung eingerastet werden.

Desweiteren wurde versucht, eine Lüftersteuerung in das Gehäuse bzw. in die Front einzubauen. Leider ist dies bei einer Lüftersteuerung mit Potentiometern nicht möglich, da durch die Potentiometer die Fronttür nicht mehr geschlossen werden kann. Jede andere Lüftersteuerung mit LCD-Anzeige oder Touchscreen bzw. ohne Potentiometer kann installiert werden.

Nach Nutzung der Kabeldurchführungen bei komplett verbauter Hardware sieht das System ordentlich und aufgeräumt auf.



Der Festplatteneinbau

Wir haben den Festplatteneinbau einmal genau unter die Lupe genommen und erklären euch hier Schritt für Schritt, wie dieser erfolgt. Zunächst wird die Halterung für die Festplatte aus dem Gehäusekäfig entfernt, um den Einbau der Festplatte überhaupt durchführen zu können. Die Festplatten werden entkoppelt auf diesen Einbauschienen montiert.

Haben wir nun alles beisammen, kann die eigentliche Montage der Festplatte auf der Laufwerkshalterung erfolgen.

Zuerst drehen wir die Festplatte um, sodass die Gewinde in der Festplatte sichtbar werden. Es sind genau vier an der Zahl, daher nicht zu übersehen. Die Festplatte liegt nun kopfüber auf dem Tisch und es kann damit begonnen werden, die Schrauben in die vibrationsdämmenden Gummiringe zu schieben und anschließend diese unter leichtem Druck mit einem Kreuzschlitzschraubendreher festzuziehen. Die Festplatte liegt nun komplett befestigt auf der Laufwerksaufnahme und wir können diese nun wieder umdrehen.


Kleine Anmerkung:

Die vibrationsdämmenden Gummiringe sind schon von Fractal von Haus aus auf dem Einschub montiert. Dies ist bei jedem Gehäuse dieser Art der Fall und von uns als positiv zu unterstreichen, da so keiner dieser "wichtigen" Gummiringe abhanden kommen kann.


Temperarturmessungen


Systemeigenschaften:

  • CPU: Intel Core 2 Duo 8400
  • GPU: 460 GTX Palit
  • Ram: 4 GB Corsair Platinum
  • HDD: 1 TB Western Digital
  • NT: LC Power 550 Watt
  • CPU-Kühler: Pegasus HTPC Cooler

Wir haben uns neben dem Einbau der Hardware und dem Erscheinungsbild natürlich mit den Temperaturen beschäftigt, die zu jedem ausführlichen Test dazugehören.

Das Testsystem ist oben gelistetes, an der Hardware hat sich nichts geändert. Einzig die verschiedenen Belüftungsvarianten haben wir uns einmal genauer angeschaut und dementsprechend ausgewertet. Wir haben die verschiedenen Belüftungsvariationen im Normalbetrieb (IDLE) und im Extrembetrieb (LAST) getestet.

Im IDLE Betrieb messen wir die Temperaturen, die während der "Warmlaufphase" entstehen. Das heißt hier: einfache Messung im Officebetrieb, ohne große Programme laufen zu lassen. Später, wenn das System warm gelaufen ist, kann mit dem Programm Prime das System ausgelastet werden, damit wir hier erkennen können, wie das Belüftungskonzept mit dieser Veränderung klar kommt und inwieweit die Temperaturen steigen.

Getestet haben wir zum einen die Serienbelüftung mit zwei Lüftern, wobei sich hier einer im vorderen Abschnitt des Gehäuses (Festplattenkäfig) und ein weiterer Lüfter sich im hinteren Abschnitt des Gehäuses befindet. Anschließend haben wir das System im Silentbetrieb laufen lassen, das heißt komplett ohne verbaute Lüfter. Zu guter Letzt wurde das Optimum des Gehäuses ausgeschöpft und sieben Lüfter verbaut und somit effektiv die Belüftung erweitert.

Die Ergebnisse der Temperaturmessung werden in den folgenden Diagrammen dargestellt.

 

Kleine Anmerkung:

Bei Systemen mit hoher Abwärme sollte man neben den zwei verbauten Lüftern in Front und im Heck jeweils ein oder zwei Lüfter alternativ montieren, so haben auch diese Systeme eine Chance, in dem Gehäuse leise und effektiv betrieben zu werden.

Hier ist ganz klar zu sagen, dass das System mit einer Anzahl von sieben Lüftern wesentlich kühler läuft, da wir hier unten im Seitenteil zur GPU hin einen Lüfter haben, der die Luft von der GPU nach außen bläst, zwei verbaute Lüfter im Deckel, einen zusätzlichen Lüfter in der Front, das heißt auch hier vor den Festplatten zwei Lüfter, unten im Boden einen und natürlich den Lüfter der nach hinten hinaus pustet. Alle Lüfter sind in der Größe 120mm, lediglich der auf dem Boden montierte ist 140mm groß.
Dadurch sind die Temperaturen wesentlich besser, jedoch hört man auch mehr von den Lüftern, auch mit Dämmung.

Anhand des drehenden Lüfters der GPU merkt man aber deutlich, wie hilfreich der Lüfter im Seitenteil ist. Auch die Festplatten sollten mindestens mit einem Lüfter versorgt werden. So sieht es auch Fractal vor und hat bereits einen in der Front vorinstalliert.


Vor- und Nachteile

 

Nun kommen wir zu den Vor- und Nachteilen.

Vorteile Nachteile
+ Silentqualitäten - Mit Hardware sehr schwer
+ Verarbeitung / Qualität - Systeme mit hoher Abwärme werden schneller warm
+ Entkoppelter Festplatteneinbau  
+ Insgesamt sieben Lüfter montierbar  
+ Schwarzer Innenraum  
+ Luftzirkulation  
+ Dämmung  
+ Preis/Leistung  
+ Staubfilter bei Netzteil, Frontlüfter und Bodenlüfter  
+ Zubehör / Lieferumfang  
+ Kabelmanagment  

 


Zusammenfassung der Vor- und Nachteile

Kommen wir zu den Vorteilen des Gehäuses. Wir finden, dass das Gehäuse sehr gute Silentqualitäten aufweist, denn auch mit einer vollen Bestückung an Lüftern zeigt das Define R3 sehr gute Eigenschaften auf, die dazu beitragen, dass das System leise betrieben werden kann. Dies alleine ist aber nicht ohne Dämmung im Gehäuse möglich und so hat Fractal das Define R3 - wie auch beim Vorgänger dem Define R2 - mit einer Fülle von Dämmmaterial ausgestattet. Das Dämmmaterial ist sehr gut verarbeitet und weist keine Schwächen auf, wie es beim Define R2 der Fall war. Die Dämmung bewirkt Wunder und reduziert wirksam alle Nebengeräusche. Ein weiterer Pluspunkt ist die komplette Entkopplung der Festplatten. Sie liegen praktisch auf geräuschreduzierenden Gummipuffern, die ebenfalls die Geräuschentwicklung der Festplatten drastisch reduzieren.

Wie schon angesprochen, gibt es eine Vielzahl von Montagemöglichkeiten für Lüfter, insgesamt sieben Stück. Zwei Lüfter Plätze sind bereits von Fractal mit sehr leisen Lüftern ausgestattet, die das System mit Frischluft versorgen, alternativ können also noch fünf weitere Lüfter installiert werden. Das steigert natürlich den Luftdurchsatz und damit die Kühlung im Gehäuse. Hier können drei der Lüfter einfach mit einer Lüftersteuerung, die dem großen Lieferumfang beiliegt, verwendet werden, um die Lüfter in der Laufleistung regeln zu können. Ein weiteres Highlight wie bei vielen neuen Gehäusen ist der komplett schwarze Innenraum mit seinen weißen Akzenten. Dadurch erscheint das Define R3 edler.

Außerdem aufgefallen ist die Tatsache, dass es viele Möglichkeiten gibt, ein gescheites Kabelmangament zu führen, dies ist möglich dank der fabelhaften Ausschnitte im Mainboardtray. Das ermöglicht eine leichte Kabelverlegung innerhalb des Gehäuses und das Gehäuse wirkt dadurch aufgeräumter. Auch die Staubfilter, im Boden, beim Netzteil und in der Front haben uns sehr gut gefallen, da hier der unnötige Staub gefiltert wird und die Staubfilter auswaschbar sind.

Zu guter Letzt ist noch die sehr gute Verarbeitung des Gehäuses positiv aufgefallen, nirgendwo sind scharfe Kanten oder Schwächen in der Verarbeitung vorhanden, eine Verletzungsgefahr ist hier ausgeschlossen und auch die Qualität der sonstigen Anbauteile wie Lüfter, Laufwerkskäfige sind einwandfrei. Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt hier.

Ein Nachteil, den wir finden konnten, war das Gesamtgewicht des Gehäuses mit Hardware. Ein "kraftloser" Gang zur nächsten LAN-Party ist nicht gegeben, hier sollte man sich eine alternative Transportmöglichkeit überlegen. Ein weiterer Nachteil, der uns bei den Temperaturmessungen aufgefallen ist, dass Systeme mit einer hohen Abwärme schneller Probleme mit der Belüftung bekommen können, besonders im Silent- und Serienbetrieb. Das heißt, hier sollte genügend kühle Luft in das System gelangen, um Highend Hardware davor zu bewahren, "heiße Füße" zu bekommen.


Fazit

Das Fractal Define R3 Black Pearl ist sehr empfehlenswert und hat ein unschlagbares Preis-/Leistungsverhältnis. Es kann mit sehr vielen Eigenschaften überzeugen, die bei anderen Gehäuse dieser Preisklasse vergeblich gesucht werden. Das Define R3 ist der direkte Nachfolger des Define R2 und die Kritikpunkte des Define R2 wurden beim Fractal Define R3 Black Pearl verbessert und sogar optimiert, um das Gehäuse in dieser Qualität zu präsentieren. Es hat viele Eigenschaften im Repertoire, die zur Kühlung beitragen, aber auch gleichzeitig zur Geräuschminderung verwendet werden. Ich habe keinen Nachteil am und im Gehäuse gefunden, der einzige Kritikpunkt war die Anleitung: Diese ist zwar schön erklärt und mit einem Grundriss des Gehäuses versehen, leider nur auf Englisch.

Da wir aber außer diesem Nachteil nichts finden konnten, was uns nun gar nicht an diesem Gehäuse gefällt, kann ich eine klare Kaufempfehlung aussprechen und vergebe einen Goldaward und einen Award im Bereich Preis/Leistung.

Das Fractal Define R3 Black Pearl ist bei Geizhals ab einem Preis von ca. 83 Euro gelistet.