Casemod Projekt - Blue Silverance
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Geschrieben von: MF Redaktion   
Dienstag, den 17. Mai 2005 um 00:00 Uhr
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Casemod Projekt - Blue Silverance
Top Bearbeitung, rechte Seitenwand und Neuvernietung
Herstellung des Controllers und Einbau des TFTs
Fazit und Impressionen
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1. Einführung

In diesem Artikel berichte ich über die Entstehung meines Casemods 'Blue Silverance'.
Zunächst musste ich mich entscheiden, welches Gehäuse ich wohl wählen sollte. Damals gab
es noch ziemlich viel Auswahl, was ungemoddete, also "normale" Gehäuse angeht. Nachdem mir aber das Avance Case aufgefallen ist, was zu der Zeit auch noch nicht viele zu Modden versuchten, es dazu preislich noch im untersten Bereich war (49,95 EUR) entschloss ich mich also für das Servergehäuse.

Bei diesem Projekt war es mein Hauptziel, ein schlichtes und edeles Case zu modden. Leider gab es den Avance nicht in einer Silber- ogar gar Aluausführung, so dass also eine Lackierung schonmal Pflicht war.

Ich möchte denjenigen, die das Case noch nicht aus anderen Foren kennen, aber noch nicht zuviel verraten. Also fangen wir an!

2. Rohzustand und erste Planungen

Als erstes stelle ich euch das Avance Gehäuse mal eben kurz vor:

  Avance B-031
 Gehäuse:       ATX Midi Tower
 Maßen:          529 x 192 x 430 mm (T x B x H)
 Gewicht:        9 Kg
 Netzteil:        Ohne Netzteil
 Mainboard:     ATX
 Einschübe:     6x 5,25" extern
                     2x 3,5" extern
                     3x 3,5" intern
 Lüfter:           4x 80 mm (opt.)
                     1x 120 mm (opt.)
 Frontaccess:   USB 2.0 ; Mikrofon und Kopfhörer

 Schnell waren auch die ersten Mods geplant:

- Zuspachtelung der von werk integrierten Lüfterschlitze an den Seitenteilen
- Neue Caselackierung mit Metallic Brilliantsilber
- Einbau einer Wasserkühlung
- Dual Radiator Intern + 2x120mm Alu Lüftern extern
- LAN-Griffe auf der Gehäuse Top
- Linke Seitenwand: Großes Window, Bubble-Form, Blau/UV Kathode, Graviertes Logo
- Rechte Seitenwand: Grafik LCD/TFT, Modding-Factory Schriftzug und Logo
- Komplett neue Front aus Edelstahl, clean, schlicht, "sl4zer" Schriftzug graviert
- Aquatube Ausgleichsbehälter in der Front integriert
- Neue Power/Resetschalter - passend zum edelen Look
- Blaue Dämmmatten im Innenraum verlegt
- Winamp Hardwaresteuerung
- Selfmade Lüftersteuerung ohne Spannungsdrop für Radiatorlüftung

Soweit war alles geplant, Weihnachten stand vor der Tür somit war die finanzielle Seite schonmal gesichert und es konnte losgehen :-)

3. Bearbeitung der Seitenwände und Lackierung
Um eins vorweg zu nehmen: Ja ich musste das komplette Case auseinandernehmen. Die komplexe Vernietung des Gehäuses zwingt einen dazu, alle Nieten aufzubohren um die Top aus der Konstruktion zu entnehmen. Aber wozu gibt es Nietenzangen ;-)
Zuerst wurde die linke Seitenwand bearbeitet. Hier sollte ja eine Art "Bubble-Form", oder damit sich vielleicht andere etwas darunter vorstellen können, eine "wellige" Form zustande kommen. Nicht lange gefeilt und das Window wurde herrausgedremelt.



Hier in dem Bild sieht man auch recht schön die von Werk integrierten Lüfterschlitze, die natürlich absolut nicht zu dem vorgenommenen Style passten. Also weg damit! Ganz einfach mit Glasfaserspachtel zugespachtelt, geschliffen und nochmal nachbearbeitet.

Das gleiche galt natürlich auch für die andere Seite, wobei hier nicht die Lüfterschlitze zugespachtelt wurden, sondern die Vertiefung des Metallgriffs. Die Lüfterschlitze wurden hier einfach am Ende rausgedremlt, da sie die perfekte Stelle für das spätere LCD bietet.

Da zu Anfangs ein quadratisches 128x128px Grafik LCD geplant war, ist hier auf dem Bild auch die quadratische Form des Loch zu sehen. Der Griff ist bereits gespachtelt und geschliffen. Gleich danach wurde die passende Form für den HT Dual Radiator in die Top gedremelt und die Löcher für die Halterung gebohrt.

Nach etwas Feinarbeit mit dem Feinspachtel konnte also der komplette Lack ab. Dies war hier notwendig, da der Originallack kein glattdeckender Lack war, sondern porös und spröde war.

Nach langen Schleifarbeiten war also auch der Lack ab und es konnte grundiert werden.
Hierbei kam die billigste Graustufe aus dem Baumarkt in Frage, da die Grundierung in diesem Fall keine große Rolle spielt.

 Nach einem Tag Trocknungszeit und war die Grundierung aufgetragen und getrocknet. Perfekt

Nun kam es zum lackieren, einem nicht gerade einfachen Part des Casemods. Nach ein paar Übungen an Altmetall konnte es losgehen. Immer im Zick-Zack-Verfahren gesprüht und kurze Trocknungsphasen eingehalten. Auch hier habe ich die Bleche wieder länger trocknen lassen, als eigentlich notwendig gewesen wäre. Nach einigen Stunden wurden dann im halbstündigen Abstand einige Schichten Klarlack darüber lackiert, um dem Lack einen richtig glänzenden Look zu verpassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

 


 

4. Top Bearbeitung, rechte Seitenwand und Neuvernietung
So nachdem die Lackierung fertig war und meine Wasserkühlungskomponenten eingetroffen waren, konnte ich schonmal den Radiator mit den Lüftern befestigen. Zum Einsatz kamen hier zwei Alulook Lüfter von Titan, die perfekt zum Style passen.

Da Lasercuts gerade im Trend waren entschloss ich mich auch zwei 120mm Cuts einzubauen. Besonders passend kamen hier die "H2O" in Frage. Also ran damit :-)

Die beiden LAN-Griffe habe ich aus dem Baumarkt, kosteten das Stück 4,95EUR und machen einen guten Eindruck:

Als Autoaufkleber habe ich mir dann einen Modding-Factory Schriftzug bestellt. Genauso wie das Logo besteht dieser aus einer schwarzen Klebefolie. Angebracht sieht dass dann so aus:

Da nun alle Seitenwände sowie die Top fertiggestellt waren konnte ich mich mit der Nietenzange bewaffnen und das Gehäuse wieder zusammennieten.


Nun war ich erstmal erleichtert, da ein großer Teil der Arbeit geschafft war.

In der Form konnte das System schonmal in Betrieb gehen, erinnert euch mein PC lag bis dahin in Einzelteilen auf dem Tisch verstreut, da war es mir schon lieber wieder in ein Gehäuse umzuziehen. Hier konnte auch gleich meine Wasserkühlung einbauen, wenn auch vorerst nur provisorisch.

5. Logogravierung, provisorischer Einbau und Front
Da ich ein paar freie Minuten hatte habe ich mir überlegt, unser Logo nochmal auf der linken Seitenwand sichtbar zu machen. Also Gravieraufsatz geschnappt und es konnte losgehen!

Fertig und mit blauer Kaltlichtkathode sah dass dann so aus:

Am selbigen Tag noch wurde ich vom Postboten überrascht, der mir ein flaches und leichtes Päckchen brachte. Sofort war klar: Das ist die gelaserte Edelstahlfront!

Also machte ich mich an die Arbeit, an den alten Frontrahmen ein 1mm Aluprofil zu befestigen. Dann noch 6 Löcher gebohrt und ein paar schöne Innenvierkantschrauben gekauft, und die Front konnte befestigt werden:

Auf den Bildern auch schon zu sehen, die neuen Power- und Resetschalter. Sie werden Vandalismusschalter genannt und haben einen stolzen Preis, der es mir aber Wert war nachdem ich das Resultat sah.

Nach ein paar Handgriffen und Rumfuchtelein mit dem Ausgleichsbehälter saß die Front fest und stabil am Gehäuse. 


Als Blenden kamen hier ein paar Lian Li Alublenden meines Kollegen z0nic zum Einsatz.
Vielen Dank nochmal an dieser Stelle!

 


 

5. Herstellung des Controllers und Einbau des TFTs
Jetzt konnte es an die Details und kleinen Features des Gehäuses gehen.
Zuerst habe ich mir eine Lian Li Blende geschnappt und nach ein paar Vermessungen die Lochstellen angekörnt. Anschließend wurden dann die passenden Löcher in die Blende gebohrt, in denen später die Potentiometer und Taster für die Winamp Hardwaresteuerung zu sehen sein werden.

Als Taster kamen auch hier wieder die sündhaft teuren Vandalismusschalter ins Spiel. Unterschiedliche Taster hätten einfach unschön ausgesehen, von daher mussten wieder die gleichen in Haus ;-)


Nachdem ich die Platine am Rand eines CD-Rom Slots verschraubt habe, konnte ich den Controller einbauen. Auf der Platine sind zwei kleine Stiftleisten, mit denen ich die beiden Lüfter kinderleicht abstecken kann, sollte mal ein defekt auftreten oder ich einen Lüfter wechseln muss.

Hier sieht man recht deutlich den Unterschied zwischen poliertem Edelstahl und geschliffenem Alu. Auch wenn es nicht jedem sein Fall ist wie ich aus einiger Forenkritik gehört habe, hat es mir allerdings sehr gut gefallen.

Kommen wir nun zum letzten Teil des Casemods: Dem TFT!

Dieser Teil hat wohl am meisten Zeit in Anspruch genommen, da es einfach nicht möglich war ein, wie geplantes, 128x128 Grafik LCD aufzutreiben. Als ich dann festgestellt habe, dass zu den Zeiten auch ein Grafik LCD keine Seltenheit mehr ist, entschloss ich mich nochmal eine Stufe höher zu gehen. Ein komplett farbiges TFT, mit dem ich auch den Windows Desktop und Filme anzeigen lassen kann.

Hier fiel mir ein, dass es vor kurzer Zeit mal einen Bericht über das PSone LCD gab, dass man ganz leicht umbauen und über den S-Video Ausgang ansprechen konnte. Kurz ein bisschen bei eBay gestöbert und schon eines ergattert.

Einige Tage später fand ich es auch schon in meinem Briefkasten. Gehäuse aufgeschraubt, einen Adapter zur Kabelverlängerung gebaut und das LCD angeschlossen. Funktioniert einwandfrei!


Jetzt gab es nur ein Problem: Ich hatte ja ein quadratisches Loch ausgedremelt, da es ja ursprünglich auch auf die Maßen des 128x128 abgestimmt war. Das Loch einfach vergrößern ist klar, aber mir war ebenso klar dass dabei der Lack nicht mitspielt. Also probierte ich durch Abwinkeln mit Aluprofilen größtmöglichen Schaden am Lack zu verhindern.

Die geling mir zum Glück auch ganz gut, jedoch hat man die Schnittkante doch recht deutlich erkannt. Also musste eine Lösung her.

Nach kurzer Überlegung hab ich mit entschlossen, einen kleinen schwarzen Rahmen aus schwarzer Klebefolie herzustellen. Ganz ohne etwas sah der Rahmen aber dennoch etwas unnötig aus, also habe ich unten noch ein "Sony" hinzugefügt, da dass umgebaute TFT ja aus dem Hause Sony kommt, von daher garnicht mal so falsch.

Also Photoshop auf, ein bisschen herumgepixelt und mit einem Laserdrucker auf Folie gebracht. Anschließend sorgfältig ausgeschnitten und aufgeklebt. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, gut gerettet würde ich sagen :-)

Jetzt ging es schnell, den Controller ebenfalls im CD-Rom Schacht befestigt und die Kabel unsichtbar verlegt! Das TFT wurde ganz einfach über eine Klettverbindung angebracht, diese bietet eine super Stabilität und man kann es jederzeit z.B. zum spärlichen Transport abmontieren.

Seitenwand wieder dran und das Case war fertig!

 




6. Fazit und Impressionen
Insgesamt bin ich selbst begeistert von dem Casemod!

Es ist alles super verarbeitet und das Case hat sein Ziel tatsächlich erreicht, es wird schlicht und sehr edel! Die Umwandelung ist super, man erkennt wirklich nicht mehr dass es sich dabei mal um einen Avance B-031 gehandelt hat.

Demnächst arbeite ich an einem neuen Projekt, lasst euch überraschen!

Zum Schluss noch ein paar Impressionen für euch:




 

 

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