Crucial M500 480 GB SSD

Geschrieben von Thomas Radigk.

SSD-Festplatten finden sich in zunehmendem Maße in den Computern unserer Zeit wieder. Besonders in mobilen Arbeitsgeräten machen sich ihre Vorteile wie ein geringer Energieverbrauch und die hohe Resistenz gegen Erschütterungen bezahlt. Für den hohen Aufpreis erhält der Kunde zusätzlich eine Datenverarbeitungsgeschwindigkeit, die von HDDs bisher unerreicht ist. Der Preis ist für viele Käufer jedoch ausschlaggebend, denn er erhält für das gleiche Geld ein Vielfaches der Speicherkapazität, wenn er zu einem Magnetplattenspeicher (HDD) greift. Auch das Angebot an SSD-Festplatten mit großen Speichervolumina war bis Anfang 2013 sehr überschaubar und die Hersteller ließen sich ihre Speichergiganten mit dem Turbo vergolden. Mit der stark wachsenden Produktion von Flash-Speicherzellen, die für eine SSD benötigt werden, wächst auch die Konkurrenz zwischen den Herstellern, die den Bedarf an größeren SSDs schon lange kennen. Zu ihnen gehört Crucial, ein Unternehmen mit über 15 Jahren Geschichte, die vor allem von Speichermodulen für PC-Systeme handelt. Eine der derzeit neusten Entwicklungen von Crucial ist die hier vorgestellte M500 SSD, die in den Kapazitäten 120, 240, 480 und 960 GB verfügbar ist. Wir schauen uns in diesem Test das zweitgrößte Modell an, wenn es um die Speicherkapazität geht. Denn ganz gleich, welche Kapazität erworben wird, Crucial verwendet für alle Laufwerke ein lediglich 100 x 70 x 7 mm großes Gehäuse, womit diese noch ein kleines bisschen kleiner sind, als so manche Notebook HDD. Der Preis für das 480 GB Modell liegt zum Stand des Reviews bereits unter 300 €, womit der Preis pro Gigabyte bei weniger als einem Euro liegt. Welche Geschwindigkeit in Benchmarks und im Alltag der Kunde von diesem Laufwerk erwarten kann, haben wir im folgenden Review untersucht.


Eindrücke, Technische Daten und Lieferumfang

Bevor wir uns das eher unscheinbare Stück Hardware genauer ansehen, wollen wir ein wenig auf die technischen Daten eingehen:

Crucial M500 480 GB SSD - Technische Daten
Sequenzielle Lesegeschwindigkeit: 500 MB/s
Sequenzielle Schreibgeschwindigkeit: 400 MB/s
Random 4K lesen 80000 IOPS
Random 4K schreiben 80000 IOPS
Flash Typ und Strukturbreite MLC (20nm)
Maximales Schreibvolumen 72 TB
Controller Marvell 88SS9187-BLD2 mit 1 GB DDR3-1600 MHz Zwischenspeicher
Schnittstelle SATA 6 Gb/s
Besonderheiten Pufferkondensatoren 256 Bit AES-Verschlüsselung
Garantiedauer 3 Jahre

 

Crucial gibt an, dass große Dateien, die am Stück verarbeitet werden, mit bis zu 500 MB pro Sekunde gelesen und mit bis zu 400 MB pro Sekunde geschrieben werden können. Gute herkömmliche Festplatten erreichen hier mit 150 MB/s etwas mehr als ein Drittel davon. Die Angaben „Random 4K lesen“ und „Random 4K schreiben“ sind charakteristisch für ein Solid State Drive und stellen ihre größte Stärke dar. Denn immer dort, wo sich bei einer HDD der Schreib-/Lesekopf neu ausrichten muss um die nächste kleine Datei (4 KB) zu lesen oder zu schreiben, hat die SSD den Zugriff schon längst erledigt. Dadurch erreicht eine SSD in dieser Kategorie ein Vielfaches an Geschwindigkeit gegenüber dem Pendant, welches mit drehenden Magnetscheiben ausgestattet ist. Von welcher Größenordnung im Genauen zu sprechen ist und wie sich dies in der Praxis bemerkbar macht, zeigen wir im Kapitel "Praxistest: Programmstarts und Gesamtperformance". Beim Flashtyp geht Crucial einen bekannten Weg und nutzt MLC (Multi Level Cell) Speicherzellen. Im Laufe der letzten Jahre sind verschiedene Flash-Speichertypen entwickelt worden, die sich alle in gewissen Punkten unterscheiden. Manch einer ermöglicht ein Vielfaches des bereits hier sehr hohen Schreibvolumens (Single Level Cell; SLC), ist dafür jedoch sehr teuer. Andere werden nur von einem Hersteller eingesetzt und versuchen alle Vorteile in sich zu vereinen (Samsung: Triple Layer Cell; TLC). In der Anwendung merkt der Kunde den Unterschied jedoch nicht. Ebenso große Vielfalt herrscht bei den Controllern, deren kryptische Modellbezeichnung nur bei den eingefleischten Spezialisten der Szene zu Fachsimpeleien führt. Pufferkondensatoren und eine 256 Bit AES-Verschlüsselung sind heutzutage bei SSDs keine Seltenheit mehr, bei HDDs jedoch nicht anzutreffen.  

 

In einem winzigen bedruckten Karton erreicht den Käufer die erworbene SSD. Außer der SSD selbst und einem kleinem Plastikrahmen, der unter der SSD für eine Bauhöhe von 9,5 mm angebracht werden kann, findet der Kunde nichts im genannten Karton. Bei den Konkurrenten ist immerhin, wenn auch selten, eine CD-Rom enthalten, die Software zur Spiegelung von Laufwerken enthält. Die SSD ist mit seitlichen Gewinden ausgestattet, womit sie in vielen PC-Gehäusen befestigt werden kann. Für die Montage in manchen Notebooks oder dem Bitfenix Prodigy sind auch Gewinde in der Oberseite des Gehäuses vorhanden, wodurch auch eine für Festplatten eher unübliche Einbauweise ermöglicht wird. Die Schnittstelle entspricht mit SATA in der dritten Generation (6 Gb/s) dem aktuellen Stand der Technik.  

Im Inneren befindet sich eine Platine, die neben den Flashbausteinen den Controller und schnellen Zwischenspeicher für denselbigen miteinander verbindet. Mit Hilfe eines Wärmeleitpads wird die Abwärme des SSD-Prozessors an das Gehäuse aus Aluminium weitergeleitet. Die vollständige Bestückung der Platine verrät uns, dass hier 16 Bausteine mit einer Kapazität von jeweils etwa 30 GB eingesetzt werden, womit deutlich wird, welchen Fortschritt die Flash-Hersteller in den letzten Jahren gemacht haben, indem sie die Packdichte durch kleinere Strukturbreiten weiter erhöhen konnten. Wir können in Zukunft mit noch größeren Kapazitäten und fallenden Preisen rechnen, sodass überall dort, wo Geschwindigkeit und geringe Geräuschemissionen eine Rolle spielen, die SSD ihren Siegeszug fortsetzen und die HDD mehr und mehr ablösen wird.

Der Controller 88SS9187-BLD2 aus dem Hause Marvell bietet bis zu 200 MB/s für jeden der acht Kanäle und ermöglicht somit theoretische Schreib- und Lesegeschwindigkeiten von bis zu 1600 MB/s. Für die Datensicherheit sorgt ein adaptives ECC-System, welches sogar Mischbestückung bei Flash-Bausteinen erlaubt. Diese Fähigkeiten werden mit einer sehr niedrigen Energieaufnahme bei Betrieb und im Bereitschaftsmodus gepaart. Als Besonderheit gehört die M500 zu den ersten SSDs, deren Speicherbausteine auf 128 GBit Kapazität basieren und im 20 nm Strukturprozess gefertigt werden, wodurch eine hohe Kapazität bei niedrigen Kosten erreicht werden kann.


Praxistest: Testsystem und -methodik

Seit unserem letzten SSD-Test, der OCZ Enyo USB 3.0 128 GB External SSD, ist einige Zeit vergangen, weswegen wir unsere Messmethoden den aktuellen Gegebenheiten anpassen mussten. Zusätzlich zum Testsystem kommt daher eine angepasste Auswahl an Benchmarks sowie eine kleine Auswahl an Anwendungsbenchmarks und selbstverständlich unsere subjektive Einschätzung.

Hardware-Testsystem
Mainboard ASUS P8Z77i-Deluxe, Z77
Prozessor Intel Core i5-2500K (Übertaktet auf 4,5 GHz)
CPU-Kühler Phanteks PH-TC14PE
RAM 2x4096 MB GeIL Enhance Corsa DDR3-1600
Grafikkarte Sapphire Radeon 6950 2048MB
Festplatte Crucial M500 480 GB SSD
Netzteil Corsair HX520W
Gehäuse Bitfenix Prodigy
Betriebssystem Windows 8.0 Pro x64

 

Benchmarks:

  • Futuremark PC-Mark 8 (Professional edition)
  • ATTO SSD Bench V2.47 (32 Bit)
  • Crystal Disc Mark V3.0.2
  • AS SSD Benchmark V1.7.4739.38088
  • AIDA64 (Extreme edition) Disk Benchmark (4 KB / 8 MB read test suite)

Anwendungsbenchmarks:

  • Extraktion einer *.zip Datei mit Dateien unterschiedlicher Größe (insgesamt 4,5 GB)
  • Startzeit von Windows 8.0 (BIOS-Installation; best of three)

Damit wir euch eine Vergleichsmöglichkeit geben können, haben wir natürlich nicht Crucials M500 einfach nur getestet, sondern die gleichen Benchmarks auch mit drei weiteren SSDs durchgeführt:

  • Supertalent Ultradrive ME 128 GB (von 2011)
  • Corsair Force 3 180 GB (von 2012)
  • Samsung SSD 840 Pro 256 GB (von 2013)

Aufgrund der Vielzahl von Daten und unterschiedlichen Testabläufen mussten wir unsere Diagramme etwas flexibler gestalten und aufteilen, um die Übersicht nicht zu gefährden. Dort, wo es sinnvoll erscheint, stellen wir Euch in einer Tabelle die Daten gegenüber.


Praxistest: Synthetische Benchmarks

 


(Tipp: Durch Klicken auf ein Bild wird dieses vergrößert dargestellt.)

In Futuremarks PC Mark 8 liegt das Feld der getesteten SSDs sehr dicht beieinander. Crucials M500 liegt hier nahezu gleich auf mit Samsungs SSD 840 Pro. Etwas abgeschlagen sind die älteren Kontrahenten, wobei die über zwei Jahre alte Supertalent Ultradrive SSD sich erstaunlich gut schlägt. Der synthetische Diskbenchmark von AIDA64 zeigt die Unterschiede zwischen Laufwerken deutlicher auf. Hier schlägt das Supertalent Laufwerk von 2011 alle Kontrahenten in der Disziplin "gepuffertes Lesen von 4 KB großen Dateien". In den anderen Kategorien geht die Siegermedaille knapp an Crucials M500 vorbei.

Wenn die Grenzwerte einer SSD herausgefunden werden sollen, dann eignet sich der ATTO Disk Benchmark sehr gut. Oft beruhen auch Herstellerangaben auf den Ergebnissen dieses Benchmarks. Es werden vollautomatisch Dateien mit Größen von 0,5 KB bis hin zu 8 MB gelesen und geschrieben und dabei die Datenrate in KB/s gemessen. Während Crucials M500 bei der Leseperformance doch einiges an Federn lassen und sich sogar bei kleinen Dateigrößen der Corsair Force 3 geschlagen geben muss, so liegen doch fast alle Kontrahenten gleich auf, wenn es um die Schreibperformance geht. Lediglich die etwas betagte Supertalent SSD hat hier deutlich das Nachsehen und bringt es meist nicht einmal auf die Hälfte der Geschwindigkeit der anderen Laufwerke. Warum diese Zahlen nur wenig mit der Realität zu tun haben, klären wir im Folgenden.

Im Crystal Disk Mark zeigt sich dann, was wir schon lange vermutet haben. Konnte Corsairs Force 3 bisher gut mithalten, wird sie hier doch von der noch viel älteren Supertalent SSD geschlagen, zumindest was die schreibenden Tests mit 512 KB Dateien und die sequenzielle Schreibrate angeht. Auch die sequenzielle Lesegeschwindigkeit will nicht zu den bisherigen Ergebnissen passen. Über jeden Zweifel erhaben sind jedoch die Pendants von Samsung und Crucial, die ihre senilen Kontrahenten meist um ein Vielfaches übertrumpfen können.

 

Das Bild setzt sich bei der Betrachtung der Ergebnisse des AS SSD Benchmarks fort: Während die 2011er SSD weit abgeschlagen liegt und kaum punkten kann, ziehen Curcials und Samsungs SSD mit der vierfachen bzw. zehnfachen Punktzahl davon. Der Unterschied zwischen den beiden schnelleren Pendants ist zwar gering, doch liegt Crucials Speicherriese messbar hinter Samsung. Dafür bringt die M500 sowohl bei der Schreib- als auch bei der Leseperformance eine identische Punktzahl hervor. Irgendwo dazwischen zeigt Corsair, dass die Force 3 nur im ATTO Bench glänzen kann. Da der AS SSD Bench viel mehr Werte ausspuckt, als wir sie hier grafisch darstellen können, haben wir Euch eine Tabelle mit allen Ergebnissen zusammengestellt:

  Crucial M500
Samsung SSD 840 Pro
Corsair Force 3
Supertalent Ultradrive

Angaben in MB/s

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Angaben in IOPS

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Kompression-Benchmark

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Kopier-Benchmark

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Praxistest: Programmstarts und Gesamtperformance

Durch die Weiterentwicklung der Benchmarks können diese relativ zielsicher Auskunft über die Anwendungsperformance geben. Wie gut sich die ermittelten Ergebnisse mit der Realität decken, haben wir in zwei Tests kurz untersucht. Zuerst untersuchen wir die Startzeit des Betriebssystems, welches auf der jeweiligen Festplatte installiert wurde. Erneut enttäuscht die Corsair Force 3, die von der viel älteren Supertalent SSD in den Schatten gestellt wird, wenn auch nur um etwa eine Sekunde. Wiederum etwas besser ist Crucial, dicht gefolgt von Samsung. Wenn wir uns ansehen, wie lange es dauert, die über vier Gigabyte große Zip-Datei zu extrahieren, zeigen die Modelle von Samsung und Crucial, welche Fortschritte die Flashspeicherentwicklung die letzten Jahre gemacht hat. Die M500 SSD von Crucial liegt hier keine 3% hinter Samsung und muss sich mit ihrer Leistung nicht verstecken.

Die Gesamtperformance gibt so ziemlich genau das wieder, was wir bisher erfahren haben: Zwischen der SSD von Samsung oder Crucial merkt der Kunde außer dem "Mehr" an Speicherplatz zugunsten des Modells von Crucial keinen Geschwindigkeitsunterschied. Selbst der Unterschied zur Supertalent SSD ist nur gerade so spürbar. Etwas verwunderlich hingegen ist die Leistung der Corsair Force 3, die sich trotz der hohen Benchmarkwerte nicht von der gefühlten Leistung des älteren Laufwerks absetzen kann. Ab und zu gibt es kleinere Wartezeiten vor dem Kopieren von Dateien, die länger auszufallen scheinen, als bei allen anderen Modellen. Der Unterschied zu einer HDD ist aber mit jeder SSD nicht nur spür- sondern auch hörbar!


Zusammenfassung und Fazit

Mit der M500 liefert Crucial ein solides Laufwerk ohne Mängel, aber auch ohne nennenswerte Besonderheiten ab. Wir konnten dem Modell mit 480 GB Speicherkapazität eine solide Performance in Schlagweite zu Samsungs SSD 840 Pro nachweisen, ohne dass irgendwelche Aussetzer das Gesamtbild trübten. Etwas Mager fällt die Garantiedauer mit drei Jahren aus, während bei vielen anderen SSDs schon 5 Jahre die Regel sind. Dabei sehen wir keinen Grund, hier nicht gleichzuziehen, denn mechanische Verschleißteile hat eine SSD nicht und auch die Wärmeentwicklung ist bei einer SSD kein Problem. Etwas mager ist auch der Lieferumfang, der außer der SSD und einem Plastikrahmen nichts und somit ebenfalls weniger zu bieten hat, als z.B. im Karton einer SSD aus dem Hause Samsung vorzufinden ist. Denn wer von einer HDD auf eine SSD umsteigt, weil nun endlich mit 480 GB eine akzeptable Speicherkapazität vorhanden ist, kann sich mit einer Festplattenklonsoftware eine Menge Arbeit sparen. Zieht man jedoch den Preis in Betracht, welcher derzeit bei weniger als 230 Euro liegt, rückt Crucial hier doch wieder einiges gerade und verhilft der M500 zu einem soliden Silber-Award.

 

Conclusion

With the new M500 Crucial provides a flawless drive, but without any outstanding features. The overall performance is good and the M500 finishes just a small gap behind the popular Samsung SSD 840 pro. A three-year warranty seems a little poor though, keepig in mind that more and more competitors a offering an extended five-year warranty. The package only contains the SSD itself and a plastic frame. We would have preferred to find some additional cloning software included to make it easier to swap drives without having to reinstall your OS. The retail price is with less than 230 Euro a great deal and helps the M500 to a silver-award.

 


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GeIL EVO Leggera DDR3-2133 CL 10 Kit (2x8 GB)

Geschrieben von Thomas Radigk.

Durch die Verschmelzung von CPU und GPU steigt zunehmend der Bedarf von schnell getaktetem Speicher – eine Nachfrage, die der Speicherspezialist GeIL (Golden Emperior International Ltd.) aus Taiwan zu beantworten weiß. Mit der neuen Produktreihe EVO Leggera möchte der Hersteller vor allem die Käufer ansprechen, die Wert auf einen hohen Takt bei gleichzeitig niedrigem Heatspreader legen. Um jedem Bedarf gerecht zu werden, bietet die Produktpalette Speicherkits mit einer Kapazität zwischen acht und 32 Gigabyte, welche mit Taktfrequenzen von bis zu 2800 MHz betrieben werden können. Allen gemein ist der neue türkisfarbene Leggera Passivkühler, der mit GeILs MTCD-Technologie (Maximum Thermal Conduction & Dissipation) für herausragende Kühleigenschaften sorgen soll. "Leggera" steht für leichte sowie leistungsorientierte Produkte und sie erweitern das ohnehin umfangreiche Produktsortiment des Speicherspezialisten. Mit der EVO Leggera wurde eine Speicherserie für maximale Leistung und Kompatibilität entwickelt, die zudem mit der hauseigenen Die-Hard Burn-in Technologie getestet wird, die die Qualität und somit Verlässlichkeit des Speichers überprüft. Dies ist ein Test, welcher in der Industrie gewöhnlich nur für anspruchsvollste und teuerste Server-DIMMs oder bei Speicher für militärische Zwecke angewendet wird. Erst wenn ein Produkt diesen Prozess erfolgreich überstanden hat, wird es mit einer eingeschränkten lebenslangen Garantie ausgeliefert. Unser Testkandidat besteht aus zwei Speicherriegeln mit einer Kapazität von jeweils acht Gigabyte und mit einer maximalen Taktfrequenz von 2133 MHz bei CL 10-11-11 Timings. Wir haben für euch die Zuverlässigkeit des Speichers überprüft und ausprobiert, ob sich noch mehr Potenzial in ihm verbirgt. Welche Ergebnisse unsere Tests ergaben, präsentieren wir euch auf den folgenden Seiten.

 


Spezifikationen und Erscheinungsbild

Die Vorderseite der Verpackung zeigt den neuen türkis-farbenen Heatspreader.Rückseitig gewährt der Speicherspezialist aus Taiwan einen Blick auf den Aufkleber der Informationen über Takt, Latenzen und Betriebsspannung bereithält.

Bei unserem Testexemplar handelt es sich um ein Dual-Channel Speicherkit, welches in einer relativ simplen und kompakten Verpackung ausgeliefert wird, dessen Farbgebung mit der des Passivkühlers harmoniert. Vorne und hinten lässt die Umverpackung aus Pappe einen Blick auf den nochmals in einem Plastikblister verpackten Speicher zu. Auf der Rückseite gibt ein Aufkleber sowohl auf den einzelnen Speicherriegeln, als auch separat auf der Verpackung Informationen über Speichermenge, Takt und Timings preis. Der Aufkleber auf den Riegeln gibt zudem Auskunft über die zu verwendende Spannung für den Arbeitsspeicher. Dieser gibt 1,50 Volt an, obwohl in der Beschreibung auf der Homepage des Herstellers eine Angabe von 1,65 V für dieses Kit angegeben wird (unsere Nachfrage ergab, dass 1,65 V für den Betrieb mit mehr als 2133 MHz benötigt werden). Auf beiden Seiten zeigt der Hersteller außerdem, dass der Speicher den DBT-Test durchlaufen hat.

 

Mit im Lieferumfang: Ein Hinweisblättchen, welches den Käufer bittet die Einstellungen gemäß des Aufklebers auf der Rückseite des Speichers vorzunehmen.Besonderheit der EVO Leggera-Serie sind die türkisfarbenen Passivkühler mit geringer Bauhöhe.

Typisch für ein Speicherkit fällt der Lieferumfang aus, der außer den Speicherriegeln lediglich ein kleines Hinweisblatt enthält, worauf in englischer Sprache darauf hingewiesen wird, dass die angegebenen Speichertimings von der SPD-Programmierung abweichen können und die Betriebsspannung entsprechend der Beschriftung auf dem Sticker einzustellen ist. Die Abweichung zwischen SPD-Programmierung und der Angabe auf den Aufklebern liegt darin begründet, dass GeIL für den Betrieb möglichst sichere Timings bei Standardeinstellungen vorsieht und die angegebenen Timings unter Umständen nur durch die Auswahl des XMP-Profils verwendet werden können. Um die richtigen Einstellungen zu treffen, muss im Zweifelsfall das Handbuch des verwendeten Motherboards konsultiert werden.

Hier ist deutlich zu sehen, dass der Speicher spielend Platz über dem CPU-Kühler findet.Ein dickes schwarzes Wärmeleitklebepad verbindet Chips und Kühler.

Der türkisfarbene Passivkühler selbst ist nur 26 mm hoch, wodurch der Speicher eine Gesamthöhe von lediglich 31 Millimetern besitzt. Mit dieser geringen Höhe ragt der Speicher nur kaum über die Speichersteckplätze hinaus und ermöglicht die komfortable Installation auch unter einem Tower-Kühler, wie wir ihn hier im Test zur Kühlung der CPU verwenden. Die Verarbeitung ist hervorragend und jeder Chip ist sichtbar mit dem Kühlkörper verklebt. Um dies sicherzustellen, verwendet GeIL ein sehr breites selbstklebendes Wärmeleitpad, wie auf dem Bild zu sehen ist. Unter diesem verbergen sich Chips von Hynix mit der Modellbezeichnung H5TQ4G83MFR und der Geschwindigkeitsmarke H9, für die eine Versorgungsspannung von 1,5 Volt bei bis zu 1866 MHz vorgesehen ist. Interessierte Leser finden hier technische Dokumente, die seitens Hynix zu diesen Chips zur Verfügung gestellt werden.

 


Praxistest: Testsystem und -methoden

 

Hardware-Testsystem
Mainboard ASRock Extreme4, Bios Version 2.00
Prozessor Intel Core i5-2500K (3,3 GHz)
Grafikkarte Sapphire Radeon 6950 2GB (mit Shader-Mod)
Festplatte Supertalent Ultradrive ME 128GB SSD
Netzteil Corsair HX520W
Betriebssystem Windows 7 Professional x64


Zur Überprüfung der Stabilität und somit Validität der von uns bei den getesteten Speichermodulen angelegten Taktungen, Latenzen und Spannungen müssen diese mit allen im Abschnitt "Praxistest: Ergebnisse und Overclocking" aufgeführten Einstellungen einen intensiven Test durchlaufen. Dabei starten wir sowohl den Blendtest von Prime95 in der aktuellen Version 27.7, als auch mehrere Instanzen des Programms Memtest in der Version 4.20, um den gesamten Speicher mit Daten zu füllen und auszulasten.
Wir testen die Speicherriegel selbstverständlich auch abseits der spezifizierten Werte. Herstellerseitig ist der Betrieb bei DDR3-2133 bei Timings von 10-11-11-30 und einer Command Rate von 2T im XMP-Profil hinterlegt. Zusätzlich überprüfen wir im Praxistest bei einer unsererseits durchweg vorgesehenen Command Rate von 1T die Mindestbetriebsspannung für die Standardtaktung sowie die niedrigsten erreichbaren Latenzwerte im DDR3-1600, DDR3-1866 und DDR3-2133 Betrieb. Mehr Übertaktungsoptionen stellt uns die Z77-Plattform unserer Teststation in Verbindung mit einem Core i5-2500K leider nicht zur Verfügung. Auch auf eine Optimierung der sogenannten Subtimings soll kurz eingegangen werden. Die Tests erfolgen bei 1,5 V (Standard) sowie 1,65 V (Übertaktung) Betriebsspannung. Wenn nicht anders angegeben ist, wird die CPU in ihren Standardeinstellungen verwendet.

Folgendes ist zur Lektüre des Praxisteils unbedingt zu beachten: Wir setzen zur Ermittlung der Vergleichswerte in unserem Benchmarkparcours bewusst auf Programme, die Aussagen hinsichtlich der Leistungsunterschiede ermöglichen. Diese Werte sind synthetischer Natur und können nicht in Relation zu einem durch den Anwender wirklich spürbaren Leistungsgewinn durch die Verwendung schneller Arbeitsspeichermodule gesetzt werden. Im Bereich von 3D-Anwendungen wie vor allem Spielen ist - abhängig vom jeweiligen Titel - in der Regel lediglich von einer Leistungssteigerung im niedrigen einstelligen Prozentbereich auszugehen. Nur in Ausnahmefällen, wie beispielsweise dem Titel "Left 4 Dead" bei niedriger Bildschirmauflösung, kann es zu signifikanteren Unterschieden kommen. So skaliert der genannte Titel besonders gut mit niedrigen Timings, während die Taktfrequenz von untergeordneter Bedeutung ist. Der Benchmarkparcours umfasst folgende Programme:

 


Praxistest: Ergebnisse und Overclocking

 

In den ersten Screenshots von CPU-Z und AIDA64 zeigt sich zwar ein sauberes, aber nicht so umfangreich programmiertes SPD (Serial Presence Detect), wie wir es vor kurzem in unserem Test des Kingmax Speicherkits vorfinden konnten. GeIL hinterlegt hier Latenzeinstellungen für Taktraten bis 666 Mhz, was einem DDR3-1333 Betrieb entspricht und stellt zusätzlich ein XMP-Profil im EEPROM des Speicherkits bereit, welches nach Aktivierung die maximale Taktgeschwidigkeit und die dazugehörigen Latenzen einstellt. Diese Einstellungen wurden von dem in diesem Test verwendeten ASRock Extreme4 Mainboard einwandfrei erkannt und eingestellt, was in den beiden letzten Screenshots von CPU-Z und AIDA64 ersichtlich ist. Ein wenig verwunderlich ist, dass in der "Auto"-Einstellung auch Werte über 255 für tRFC möglich zu sein scheinen, während die manuelle Eingabe keine höheren Werte als die magische Grenze von 255 zulassen. Da das Speicherkit für eine Betriebsspannung von 1,5 V spezifiziert ist, geht der Hersteller kein Risiko ein und setzt diese Spannung für sämtliche Taktraten ein. Wir nutzen im Test die Grundwerte des XMP-Profils und verringern diese schrittweise, um noch etwas mehr Leistung aus den Chips holen zu können. Die Ergebnisse können von Speicherkit zu Speicherkit unterschiedlich ausfallen und sind auch abhängig von der Güte des Speichercontrollers und somit auch von der Testplattform. Das Ergebnis dieser Untersuchung lautet:

Subtimings 16 GB GeIL EVO Leggera DDR3-2133 CL 10
  tRFC CR tRFC tRRD tWR tWTR tRTP tFAW tWCL

DDR3-2133

XMP Profil an

30 2 324 6 6 8 8 27 8

DDR3-2133

XMP Profil aus

30 1 220 5 6 6 6 20 7


DDR3-1600 Betrieb
Bei 1,5 V konnten wir die Haupttimings (tCL-tRCD-tRP-tRAS) bis auf 8-8-8-30 bei einer Command Rate von 1T absenken. Dadurch schneidet das Speicherkit etwas schlechter ab, als das vor kurzem von uns getestete Ballistix-Speicherkit von Crucial. Im nächsten Schritt erhöhen wir die Spannung auf 1,65 V und versuchen erneut die Timings niedriger einzustellen, was allerdings lediglich ein Ergebnis von 7-8-8-25 erbrachte.

DDR3-1866 Betrieb
Unser Testexemplar lies bei 933 MHz Arbeitsfrequenz Speichertimings von 9-9-9-30 zu, bei gleichbleibender Command Rate von 1T und einer Betriebsspannung von 1,5 V. Bei den Subtimings vertrauten wir hier auf die Werte, die im XMP-Profil für einen Takt von 1066 MHz vorgesehen sind. Nach Erhöhung der Spannung auf 1,65 V konnten wir noch CL 8-9-9-25 Timings herauskitzeln, was nur kaum ein besseres Ergebnis darstellt. Es zeigt sich bereits die Tendenz, dass die verwendeten Speicherchips kaum mit mehr Spannung skalieren.

DDR3-2133 Betrieb
Wird die Taktschraube weiter nach oben gedreht, können wir im Gegensatz zu der Vorgabe des XMP-Profils die Command Rate von 2T auf 1T senken, ohne dass der Betrieb eingeschränkt wird. Dafür reicht bereits eine Spannung von 1,5 V aus, denn auch mit 1,65 V ließen sich keine besseren Werte stabil betreiben. Dafür zeigte unser Test, dass bereits 1,435 Volt ausreichend für einen stabilen Betrieb mit den genannten Einstellungen sind. Obwohl wir diesen Test nur bei der höchsten Taktrate durchführen, lässt sich die Vermutung anstellen, dass bei niedrigeren Taktraten die Spannung ebenfalls gesenkt werden kann. Ganz gleich welche Spannung auch eingestellt war – von einer Wärmeentwicklung zu sprechen, wäre übertrieben, denn wärmer als handwarm wurde während der Tests keiner der beiden Riegel.

 

Übersichtstabelle Übertaktung
Taktung Spannung Latenzen
DDR3-1600 1,5 V 8-8-8-30 1T
DDR3-1600 1,65 V 7-8-8-30 1T
DDR3-1866 1,5 V 9-9-9-30 1T
DDR3-1866 1,65 V 8-9-9-30 1T
DDR3-2133 1,435 V 10-11-10-30 1T (= XMP)

Hinweis: Für die erreichten Werte kann keinerlei Garantie übernommen werden, da diese von Speicherkit zu Speicherkit divergieren können und von zahlreichen Faktoren wie der Qualität der Module und Speicherchips oder des in der CPU integrierten Speichercontrollers abhängig sind.

 

AIDA64 Speicherbenchmarks
Im synthetischen Speichertest des Programms AIDA64 wird der Speicher in unterschiedlichen Takteinstellungen und Latenzen in den Disziplinen „Leseleistung“, „Schreibleistung“ und „Kopierleistung“ in Gigabyte pro Sekunde geprüft. Wir stellen die Ergebnisse in Form eines Balkendiagramms gegenüber, wodurch sich eine einfach zu überschauende Übersicht ergibt. Typischerweise zeigt sich ein großer Bandbreitenzuwachs bei Kopier- und Lesevorgängen von DDR3-1333 auf DDR3-2133, dessen Umfang bei schreibenden Vorgängen wesentlich geringer ausfällt. Bis zu 33% mehr Leistung bringt ein hoher Takt mit optimierten Subtimings mit sich, der sich wie immer in der Realität kaum bemerkbar macht.

 


Praxistest: Benchmarks

Anwendungsbenchmarks

Um den Geschwindigkeitsgewinn unter realen Umständen zu testen haben, wir vier Anwendungen ausgewählt, die die verschiedenen Aufgaben eines Computers widerspiegeln sollen. Anders als bei den synthetischen Benchmarks zeigt sich z.B. in Futuremarks 3D Mark 11, dass ein schneller Speicher bis zu 61 weitere Punkte einbringen kann, ohne dass Grafikkarte oder CPU übertaktet wurden. Interessanterweise wird im Test von 7-zip mit 512 MB Wortgröße deutlich, dass ein hoher Takt nicht immer die größte Leistungssteigerung erbringen muss, sondern auch die Latenzen eine Rolle spielen können. Was im 3D-Benchmark wie eine Messabweichung aussieht, zeigt sich hier umso deutlicher. Erst dann, wenn die Subtimings des XMP-Profils händisch optimiert wurden, kann auch bei hohem Takt und Hauptlatenzen von 10-11-11-30 die Leistung des geringeren Takts bei schärferen Timings übersteigen. In der Bildbearbeitung macht sich weder ein hoher Takt noch scharfe Latenzen positiv bemerkbar – der Gewinn ist zu gering, als dass man ihm eine Bedeutung beimessen könnte. Zum Schluss haben wir noch eine kurze Berechnung der Zahl Pi mit wPrime durchführen lassen, welches ein gegenteiliges Bild zum 7-zip Benchmark aufzeigt und den optimierten Subtimings ein schlechteres Ergebnis als den Standardeinstellungen aus dem XMP-Profil attestiert.

 

Da sich die Auswirkungen schnelleren Speichers in unseren Testszenarios nur bedingt zeigten, entschieden wir uns, noch einen Kurztest mit Intels GPU HD3000 vorzunehmen, die im Core i5-2500K Prozessor des Testsystems enthalten ist. Diese besitzt zwar nicht die große Leistung wie eine APU des Herstellers AMD, muss aber auch auf den Hauptspeicher zurückgreifen. Futuremarks 3D Mark 11 setzt auf DirectX 11 und kann mit der verwendeten GPU nicht ausgeführt werden, weswegen wir stellvertretend für Spieleleistung den damals ebenfalls beliebten 3D Mark 2006 mit Standardeinstellungen ausführen. Den größten Schritt macht die GPU-Leistung von DDR3-1066 auf DDR3-1333; danach sind die Steigerungen eher gering. Im OpenGL Benchmark des Cinebench, welchen wir bereits im Vorfeld benutzten, ist ein gleiches Bild zu beobachten.

 


Fazit

GeIL hat als einer der wenigen Hersteller erkannt, dass ausladende Kühlkörper auf Hauptspeichern zumeist überdimensioniert sind und den Käufer bei der Wahl des CPU-Kühlers (oder des Speichers selbst) einschränken können. Der kleine Passivkühler der EVO Leggera Serie passt mit einer geringen Höhe von lediglich 26 mm spielend unter jeden CPU-Kühler und verrichtet zudem seine Arbeit genauso gut, wie größere Vertreter seiner Zunft. Auch technisch leistet sich der Speicherspezialist aus Taiwan keine Schnitzer und präsentiert ein ausgereiftes Produkt, welches zwar wenig Potenzial bot, die Speicherlatenzen zu senken, wohl aber die Betriebsspannung, wodurch die ohnehin kaum vorhandene Wärmeentwicklung und der geringe Energieverbrauch abermals gesenkt werden kann. Allerdings zeigte uns bereits der Hersteller Kingmax, dass ein SPD umfangreicher programmiert werden kann, weswegen wir uns von GeIL in Zukunft mehr XMP-Profile für Taktraten zwischen DDR3-1333 und DDR3-2133 wünschen. Im Test zeigte sich zudem, dass der Betrieb mit der niedrigsten Command Rate von 1T bei jeder Taktrate spielend von dem Speicher bewältigt werden kann – ein Ergebnis, welches nicht in jeder CPU- und Mainboardkonstellation möglich sein muss. Der Leistungszuwachs der hohen Taktrate von DDR3-2133 MHz gegenüber dem Standardtakt von DDR3-1333 MHz ist zwar messbar, aber wie üblich in CPU-lastigen Anwendungen kaum spürbar. Den größten Vorteil aus hohen Taktraten zieht momentan eine Accelerated Processing Unit (eine Symbiose aus CPU und GPU, kurz: APU), da diese über keinen dedizierten Grafikspeicher verfügt, wie eine herkömmliche Grafikkarte, sondern ihre Daten im Hauptspeicher ablegen muss. Zum Vergleich: eine aktuelle Grafikkarte besitzt eine Speicherbandbreite von ca. 150 GB/s, während die hier gemessene maximale Speicherbandbreite bei etwa 21 GB/s lag. Mehr Speicherbandbreite bedeutet hier automatisch eine höhere Bildrate auf dem Bildschirm und somit ein besseres Spielvergnügen. Mit einer Speichermenge von 16 Gigabyte ist der Nutzer zudem für die nächsten Jahre gut gerüstet, muss dafür aber Anschaffungskosten in Höhe von rund 125 €* aufbringen - in Anbetracht dessen sich das EVO Leggera DDR3-2133 CL 10 Kit unseren Silber-Award sichern kann. Denn der Einfluss eines geringfügig geringeren Timings im Vergleich zu anderen Speicherbausteinen (mit CL 11) ist in der Praxis nicht wahrnehmbar.

 

Conclusion

With the new "EVO Leggera"-series memory specialist GeIL offers DRAM-modules running at high clock rates while using small heatspreaders. Our sample product even offered the potential to lower the "command rate" down to a 1T setting at any clockrate - a little suprise looking at the SPD-Profiles, which provide 2T. Besides, we were able to lower the operating voltage from 1.5 down to 1.435 volts while still running the memory at full clock speed, which has to be considered a good result. We could not find any hot spots building up on the surface area of the heatspreaders - an indication for low power consumption as well as an effective thermal dissipation. However, the Kingmax Nano Gaming RAM we recently reviewed on hardware-factory, offered a more detailed SPD with XMP profiles for multiple operating frequencies between 1333 and 2133 MHz which definitely is a feature we would like GeIL to adopt for the future. Taking a look at the price of about 125 €* we end this conclusion with awarding silver for this memory kit.

*November 2012


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Kingmax Nano Gaming RAM DDR3-2200 CL 10 (2x4 GB)

Geschrieben von Kai Tubbesing.

Der Hersteller Kingmax wird den meisten unserer Leser derzeit noch kein Begriff sein, wurde doch die Ausweitung der Präsenz auf den europäischen und deutschen Markt erst vor wenigen Wochen in Angriff genommen. Angesichts der Spezialisierung auf Produkte auf Basis von Flash- und DRAM-Speichern reicht die angebotene Produktpalette von Speicherkarten über SSDs bis hin zu DRAM-Modulen in verschiedenen Preis- und Leistungsklassen. Mit dem Kingmax Nano Gaming RAM hat es ein besonders interessantes Produkt auf unsere Teststation geschafft, denn die im Falle unserer Exemplare mit DDR3-2200 MHz bei überdurchschnittlich schnellen Timings von 10-11-10-30 performanten Module kommen mit einer entscheidenden Besonderheit daher: Sie werden ohne einen platzraubenden Heatspreader ausgeliefert. Stattdessen kommt eine spezielle Beschichtung der einzelnen DRAM-Chips zum Einsatz, die für eine verbesserte Ableitung der entstehenden Wärme sorgen soll, was den Kingmax Nano Gaming RAM - so er denn halten sollte, was er verspricht - gerade für den Einsatz in leistungsstarken ITX-Systemen und HTPCs mit ihren oft beengten Platzverhältnissen prädestinieren könnte. Die lebenslange Herstellergarantie kann zumindest als ein erstes Indiz für das Selbstbewusstsein des Herstellers bezüglich der eigenen Fertigungsqualität gesehen werden.


Spezifikationen und Erscheinungsbild

Kingmax liefert den Nano Gaming RAM in einer aufklappbaren Pappbox, die grundlegende Informationen zur angewandten und patentierten Technologie zur verbesserten Wärmeabfuhr sowie den Spezifikationen der verfügbaren Kits bietet, die angeboten werden: Als DDR3-1600 und DDR3-2000 Kits mit CL9, sowie als DDR3-2200 und DDR3-2400 Kits mit CL 10 - Timings.

Aufklappbare Papp-Boxx...... bei der man die Plastikeinlage mit RAM herausnehmen kann. Praktisch: Die Module lassen sich dann leicht durch Drücken von unten entfernen.Spezifikationen der verfügbaren Kits sowie Kurzerklärung der Technologie zur Wärmeverteilung.

Aufgrund des Verzichts auf den für Module im High-End-Bereich üblichen Einsatz von Heatspreadern liegt die Bauhöhe der Nano Gaming RAM Riegel bei lediglich 32mm - eine ähnlich platzsparenden Variante von hoch taktendem Arbeitsspeicher bietet sonst nur noch G.e.I.L. mit der Black Dragon Serie an, in diesem Fall allerdings nur bis zu einer Taktfrequenz von 2133 MHz und bei minimal langsameren Timings. Somit ist eine höchstmögliche Kompatibilität zu verschiedenen besonders großen CPU-Kühlern gegeben, denn viele der über die konventionellen und nicht selten ausufernden Heatspreader gekühlten Module sind nicht nur für den Einsatz in besonders kleinen PCs im ITX-Format ungeeignet, sondern es können darüber hinaus auch oft nicht mehr als zwei Module in normalen ATX-Systemen verbaut werden, da diese sonst gegebenenfalls mit dem Kühlkörper auf dem Prozessor kollidieren.

Dank des Verzichts auf gesonderte Heatspreader passt der RAM nahezu überall.

Die besondere Kühllösung, die hier seitens Kingmax zum Einsatz kommt, setzt sich mit der türkisfarbenen Beschichtung auf den einzelnen DRAM-Bausteinen optisch deutlich vom dunkelbraunen PCB ab. Dieses als "Nano Thermal Dissipation Technology" bezeichnete Patent des Herstellers bezieht sich auf eine dünne Schicht aus einem Material aus Kohlenstoff und Silikon, die im Nano-Bereich Unebenheiten auf den einzelnen Chips auffüllen und so gegenüber ungekühlten DRAM-Chips einen Temperaturvorteil von etwa 10% herbeiführen soll - inwiefern sich diese Messungen bestätigen lassen, überprüfen wir selbstverständlich im Praxistest.

Die türkise Beschichtung auf den DRAM-Chips...... ist die geheime Kohlenstoff-Silikon-Verbindung zur Verbesserten Wärmeableitung

Die von uns getesteten Module arbeiten mit einer Taktfrequenz von 2200MHz mit werksseitig vorgesehenen Timings von 10-11-10-30 (tCL-tRCD-tRP-tRAS) und einer Command Rate von 1T bei einer Spannung von 1,65 V. Interessant ist, dass der Speicher für eine Betriebsspannung von insgesamt bis zu 1,8 V unter Beibehaltung der lebenslangen Garantie freigegeben ist.

Genaue Bezeichnung und Seriennummer unserer Testriegel

 


Praxistest: Testsystem und -methoden

Hardware-Testsystem
Mainboard Gigabyte GA-Z68XP-UD4
Prozessor Intel Core i5-2500K
Grafikkarte MSI N470GTX Twin FrozrII
Festplatte 320 GB Samsung HD322GJ
Netzteil 850 W Xilence XQ Rev. 2
Betriebssystem Windows 7 Home Premium x64

Zur Überprüfung der Stabilität und somit Validität der von uns bei den getesteten Speichermodulen angelegten Taktungen, Latenzen und Spannungen müssen diese mit allen im Abschnitt "Praxistest: Ergebnisse und Overclocking" aufgeführten Einstellungen einen intensiven Test durchlaufen. Dabei starten wir sowohl den Test "Blend" in Prime95 in der aktuellen Version 27.7, als auch mehrere Instanzen des Programms Memtest in der Version 4.0, um den gesamten Speicher mit Daten zu füllen und auszulasten. Wir testen die Speicherriegel selbstverständlich auch abseits der spezifizierten Werte. Herstellerseitig ist der Betrieb bei DDR3-1866 bei Timings von 10-11-10-30 und einer Command Rate von 1T im XMP-Profil (Extreme Memory Profile) hinterlegt, einem von Intel eingeführten Profil für die Einstellungen des Betriebs außerhalb der JEDEC-spezifizierten Werte, für die der Hersteller dennoch einen stabilen Betrieb garantiert. Die entsprechenden Einstellungen werden im EEPROM der Speichermodule hinterlegt. Im Falle des Kingmax Nano Gaming RAM entspricht das XMP-Profil noch der älteren Version 1.2.
Zusätzlich überprüfen wir im Praxistest bei einer unsererseits durchweg vorgesehenen Command Rate von 1T die Mindestbetriebsspannung für die Standardtaktung sowie die niedrigsten erreichbaren Latenzwerte im DDR3-1600, DDR3-1866 und DDR3-2133 Betrieb. Mehr Übertaktungsoptionen stellt uns die Z68-Plattform unserer Teststation in Verbindung mit einem Core i5-2500K leider nicht zur Verfügung. Als Vergleichswerte werden zudem die Ergebnisse eines 8GB DDR3-1333 mit CL 9 von G.Skill herangezogen. Die Tests erfolgen bei 1,5 (Standard) sowie 1,65 V (Übertaktung) Betriebsspannung.

Folgendes ist zur Lektüre des Praxisteils unbedingt zu beachten: Wir setzten zur Ermittlung der Vergleichswerte in unserem Benchmarkparcours bewusst auf Programme, die Aussagen hinsichtlich der Leistungsunterschiede ermöglichen. Diese Werte sind synthetischer Natur und können nicht in Relation zu einem durch den Anwender wirklich spürbaren Leistungsgewinn durch die Verwendung schneller Arbeitsspeichermodule gesetzt werden. Im Bereich von 3D-Anwendungen wie vor allem Spielen ist - abhängig vom jeweiligen Titel - in der Regel lediglich von einer Leistungssteigerung im niedrigen einstelligen Prozentbereich auszugehen. Nur in Ausnahmefällen, wie beispielsweise dem Titel "Left 4 Dead" bei niedriger Bildschirmauflösung, kann es zu signifikanteren Unterschieden kommen. So skaliert der genannte Titel besonders gut mit niedrigen Timings, während die Taktfrequenz von untergeordneter Bedeutung ist. Der Benchmarkparcours umfasst folgende Programme:

  • Futuremark 3DMark 11 (v 1.0.3) Performancetest
  • 7-Zip 256M-Test (v 9.20)
  • Aida64 (v 2.50.2000): Lesen, Schreiben, Kopierdurchsatz
  • SiSoftware Sandra Lite 2012.SP4a (v 2012.06-18.47): Speicherdurchsatz

 


Praxistest: Ergebnisse, Overclocking und Temperaturmessung


 

Zunächst lesen wir als Basis für den Test die im SPD-EEPROM sowie XMP-Profil hinterlegten Werte für Takt, Timings und Betriebsspannung aus. Die vorgegebenen Einstellungen werden problemlos vom Mainboard unserer Teststation übernommen, für den Betrieb bei DDR3-2200 ist eine Spannung von 1,65 V vorgesehen. Interessant ist, dass im Falle des Nano Gaming RAM die QPI/VTT Spannung zur Versorgung des integrierten Speichercontrollers des von uns verwendeten Intel Core i5-2500K unangetastet bei 1,05 V verbleibt, während die meisten DRAM-Hersteller eine Spannungsanhebung auf 1,3 V oder sogar mehr vorsehen. Da die QPI/VTT Spannung von der Güte der jeweiligen CPU und im Einzelfall somit dem Zufall unterliegt, werten wir die Tatsache, dass Kingmax hier auf unnötig hohe Spannungen verzichtet, als einen Vorteil. Unser Testsystem läuft mit den genannten Einstellungen problemlos stabil, jedoch sei darauf hingewiesen, dass der eine oder andere Anwender die entsprechenden Spannungswert gegebenenfalls von Hand im BIOS anheben muss.

Die im XMP-Profil hinterlegten Subtimings garantieren wie immer einen stabilen Betrieb, stellen aber keinesfalls die Grenze des Möglichen da, die meist irgendwo zwischen diesen Werten und jenen, die automatisch über das SPD-Profil ausgewählt werden, liegen. Dass eine Optimierung der Subtimings noch einmal eine gute Menge an zusätzlicher Leistung herbeiführen kann, hatten wir erst unlängst im Test der Crucial Ballistix Elite DDR3-2133 Module hier auf Hardware-Factory gezeigt. Für die Leistungsklasse der von uns getesteten Module handelt es sich um gute Voreinstellungen - eine Command Rate von 1T ist zwar meistens problemlos möglich, jedoch nicht immer wie im Falle der Kingmax-Module bereits Bestandteil des XMP-Profils.

 

Subtimings 8 GB Kingmax Nano Gaming RAM DDR3-2200 CL 10
  tRC tRRD tWTR tWR tWTP tWL tRFC tRTP tFAW CR

DDR3-2133
XMP Profil an

41
7
9
17 28 7
176
9
33
1

 

DDR3-1600 Betrieb

Die Haupttimings lassen sich bei einer Betriebsspannung von 1,5 V und dem Betrieb als DDR3-1600 auf 8-8-7-19 absenken. Eine Anhebung der Spannung auf 1,65 V brachte mit 7-8-7-19 nur eine geringfügige Verbesserung. Wie immer gilt für alle unsere Messungen eine Einstellung der Command Rate auf 1T.

 

DDR3-1866 Betrieb

Auch in der DDR3-1866 Einstellung ist der erreichbare Unterschied hinsichtlich der Optimierung der Haupttimings zwischen 1,5 sowie 1,65 V nur marginal: 9-10-8-22 stehen hier 9-9-8-22 gegenüber. Diese möglichen Einstellungen bei 1866 MHz dürften besonders für Besitzer vom AMDs FM1-Plattform von Interesse sein, da die (unübertaktete) APU erheblich von einer entsprechenden Speichergeschwindigkeit profitiert.

 

DDR3-2133 und DDR3-2200 Betrieb und Undervolting

Im DDR3-2133 Betrieb konnten wir unter Verwendung der herstellerseitig spezifizierten Timings von 10-11-10-30 die Spannung auf bis zu 1,475 V absenken, im DDR3-2200 Betrieb immerhin noch auf 1,525 V. Die maximal erreichbaren Timings lagen im DDR3-2133 Betrieb mit 10-11-10-24 sowie 10-11-10-25 im DDR3-2200 Betrieb bei jeweils 1,65 V an. Viel Spielraum für Optimierungen wird somit insgesamt nicht mehr geboten, dafür jedoch kommen die Kingmax Nano Gaming RAM Module schon ab Werk mit relativ schnellen Timings daher.
Eine weitere Anhebung der Spannung auf die herstellerseitig zugelassenen 1,8 V brachte kaum eine weitere Verbesserung - lediglich das CAS Timing (tCL) konnte hier sowohl beim Betrieb mit 2133, als auch 2200 MHz von 10 auf 9 gesenkt werden, während jegliche Änderung an den übrigen Werten in Instabilitäten resultierten.

Übersichtstabelle Übertaktung
Taktung Spannung Latenzen
DDR3-1600 1,5 8-8-7-19 1T
DDR3-1600 1,65 V 7-8-7-19 1T
DDR3-1866 1,5 V 9-10-8-22 1T
DDR3-1866 1,65 V 9-9-8-22 1T
DDR3-2133 1,475 V 10-11-10-30 1T (= XMP)
DDR3-2133 1,65 V 10-11-10-24 1T
DDR3-2133 1,8 V 9-11-10-24 1T
DDR3-2200 1,525 V 10-11-10-30 1T (= XMP)
DDR3-2200 1.65 V 10-11-10-25 1T
DDR3-2220 1,8 V 9-11-10-25 1T

Anmerkung: Für die erreichten Werte kann keinerlei Garantie übernommen werden, da diese von Speicherkit zu Speicherkit divergieren können und von zahlreichen Faktoren wie der Qualität der Module und Speicherchips oder des in der CPU integrierten Speichercontrollers abhängig sind.

 

Temperaturmessung

Auf der Verpackung verspricht der Hersteller eine um 10 % verbesserte Wärmeabfuhr durch den Einsatz der eingangs erwähnten Nano Thermal Dissipation Technology (NTDT). Da uns zum Testzeitpunkt leider kein vergleichsweise schnelles Arbeitsspeicher-Kit ohne Heatspreader zur Verfügung stand, mussten wir uns damit begnügen, zur Feststellung wenigstens annäherungsweiser Vergleichswerte 2 x 4 GB G.Skill F3-10600CL9S-4GBNT zur Hand zu nehmen. Diese Module sind für den Einsatz als DDR3-1333 bei 1,5 V spezifiziert, also haben wir - so gut es möglich war - den Takt bei einer Spannung von 1,65 V auf 1600 MHz erhöht und den Speicher mit Timings von 12-12-12-36 betrieben. Die Vergleichswerte des Kingmax Nano Gaming RAM Kits wurden durchweg per XMP-Profil vorgegebene Latenzwerte bei den vorgesehenen 2200 MHz festgehalten: Zum einen mit vollen 1,65 V und in einem zweiten Testdurchlauf mit der benötigten Mindestspannung von 1,525 V, um den RAM bei seinen spezifizierten Werten zu betreiben. Gemessen wurde mit Temperaturfühlern direkt auf den DRAM-Chips, ausgelesen am Aqua Computer Aquaero 5 LT.

Die Ergebnisse können augenscheinlich überzeugen: Bei konstanten 21,5 °C Raumtemperatur und offenem Testaufbau erreichte das Vergleichskit im übertakteten, aber immer noch deutlich unterhalb des Kingmax Nano Gaming RAM liegenden Takt- und Timing-Niveaus genau 52 °C. Demgegenüber erreichte der Kingmax Nano Gaming RAM bei 1,65 V lediglich 50 °C, bei den mindestens benötigten 1,525 V nur noch 48,5 °C.
Temperaturmessungen unter Laborbedingungen waren uns leider nicht möglich, dennoch reichen die uns möglichen Messungen zumindest für die Feststellung aus, dass das neuartige Kühlkonzept des Herstellers aufgeht und tatsächlich keinerlei Temperaturprobleme im Betrieb zu erwarten sind - die entsprechenden Wert sind gut.


Praxistest: Benchmarks

Aida64 Speicherbenchmarks

Die Leistung der DDR3-Module messen wir wie üblich anhand einiger rein synthetischer Speicherbenchmarks, deren Ergebnisse zwar in keiner Relation zum spürbaren Leistungsgewinn durch leistungsstarken RAM stehen, aber zumindest aufzeigen, wie es in einem theoretisch-idealtypischen Umfeld bezüglich der Leistung aussieht. Allerdings muss ergänzend angemerkt werden, dass auch der fühlbare Vorteil durch den Einsatz von schnellem Speicher in letzter Zeit - natürlich immer gemessen am Einsatzszenario sowie dem sonstigen Hardwareumfeld - stark zugenommen hat. So profitieren gerade AMDs APUs auch ohne sonstige Übertaktung für den derzeitigen Sockel FM1 erheblich von wenigstens DDR3-1866 mit niedrigen Latenzen.
Zum Verglich haben wir in allen Tests ein 2 x 4GB G.Skill DDR3-1333 CL 9 herangezogen.
Im direkten Vergleich zwischen dem G.Skill und dem mit ganzen 2200 MHz taktenden Kingmax Nano Gaming RAM bei Timings von 10-11-10-30 können wir einen Leistungszuwachs von 38 % bei der Leseleistung im Aida64 Test feststellen; über 32 % sind es immer noch bei der gemessenen Kopierleistung, während der Unterschied im Schreibleistungs-Tests wie üblich geringer ausfällt.

 

SiSoft Sandra Lite Speicherbenchmark

Ein ähnliches Bild zeigt der integrierte Speicherbenchmark des beliebten Programms Sandra Lite, das in vielen Tests Verwendung findet, da es besonders gut mit Taktanhebungen und Optimierungen der Timings skaliert - aus diesem Grund möchten wir ebenfalls unsere auf diesen Benchmark beruhenden Ergebnisse präsentieren: Satte 57,6% Zuwachs sind hier bei der Messung der Speicherbandbreite festzuhalten - ein Wert, der so im Alltagseinsatz nicht annähernd zu spüren sein wird, aber dennoch zumindest den Zahlen nach eindrucksvoll ist.

 

3DMark 11 Performance-Test

Deutlich realitätsnaher offenbaren sich uns die Ergebnisse aus dem aktuellen und kostenlosen 3DMark 11, den wir hier stellvertretend für die Auswirkung des Einsatzes von Performance-Speicher auf 3D-Anwendungen einsetzen, wenngleich der gemessene Unterschied von 1,32 % gegenüber dem G.Skill Kit aus der Einsteigerklasse in diesem Fall geringer ausfällt, als es im durchschnittlichen Spiele-Einsatz der Fall sein dürfte. Als grobe Faustregel gilt, dass sich der Unterschied um den mittleren, einstelligen Prozentbereich bewegen dürfte - deutlich höher beim Einsatz einer potenten APU.

 

7-Zip 256M

Schließlich testen wir den Leistungsunterschied noch anhand des in das Packprogramm 7-Zip integrierten Benchmark- und Stabilitätstest, der den Datendurchsatz bei der Kompression und Dekompression von Daten bemisst und in MIPS (Million Instructions per Second) angibt, wie viele Instruktionen der verwendete Prozessor pro Sekunde verarbeiten kann. Die Wörterbuchgröße haben wir für den Test des 8 GB Kits auf 256 MB eingestellt, um hierdurch einen Großteil des Arbeitsspeichers auszulasten. Immerhin zeigt sich ein Unterschied von 9,3 % gegenüber dem zu Vergleichszwecken verwendeten Standard-Kit.


Fazit

Beim Kingmax Nano Gaming RAM stimmt so gut wie alles: Mit einer Taktung von bis zu 2200 MHz bei CL 10 Timings bei 1.65 V liefern die Module ordentliche Leistungswerte ab, was angesichts des Verzichts auf einen Heatspreader umso begrüßenswerter ist, da der Speicher so auch für den Einsatz unter beengten Verhältnissen prädestiniert ist. Die von uns gemessenen Temperaturwerte der DRAM-Chips befinden sich dabei durchweg auf einem guten Niveau - die spezielle Beschichtung zu verbesserten Wärmeabfuhr scheint also aufzugehen, zudem ließen sich die Werkseinstellungen auch noch bei einer auf 1,525 V abgesenkten Spannung stabil einsetzen. Dank der herstellerseitig vorgesehenen Maximalspannung von bis zu 1,8 V ist zudem noch von der Möglichkeit eines signifikant höheren Speichertaktes auszugehen, der für uns aufgrund der verwendeten Z68-Testplattform jedoch nicht direkt überprüfbar war. Allein das Tuning der Timings blieb in einem überschaubaren Rahmen.

Eine Beurteilung des Preis-/Leistungsverhältnisses ist derzeit leider noch nicht möglich, gelistet ist bislang lediglich ein DDR3-1600 Kit aus der Nano Gaming RAM Serie. Gemessen daran ist auch für das DDR3-2200 Kit von einem attraktiven Preis auszugehen. Zudem versicherte uns der Distributor im persönlichen Gespräch die Verfügbarkeit im September 2012.

In Verbindung mit der lebenslangen Herstellergarantie erhält der geneigte Käufer hier ein performantes und tatsächlich auch innovatives Produkt, dass nicht nur im ITX-Gaming-Bereich Aufmerksamkeit erregen sollte, sondern sich auch an jene Anwender wendet, die trotz des Verbauens platzintensiver Kühlkörper auf ihren Prozessoren möglichst nicht auf die Möglichkeit verzichten wollen, alle vier Speicherbänke ihres Mainboards belegen zu können. Dank der sehr guten Leistungswerte, des geringen Platzbedarfs (ein Argument, das im Bereich von Performance RAM so gut wie immer zu kurz kommt) und der innovativen Kühllösung bringt das Kit alles mit, um unseren Gold-Award einzufahren.

 

Conclusion

Everything is nearly perfect with the Kingmax Nano Gaming RAM: At a clock speed of 2200 MHz and CL 10 timings, the modules deliver decent performance values, which is even more noteworthy due to the fact that they are coming without any additional heatspreaders. This predestines the RAM for use in small spaces. The temperature values measured directly on the DRAM chips were consistently on a good level - the special coating for improved heat dissipation (Nano Thermal Dissipation Technology) seems to be working and we could even lower the VDimm voltage to 1.525 V at factory default settings without any stability issues. The Kingmax Nano Gaming RAM is specified for a voltage up to 1.8 V which gives the opportunity of reaching a higher memory clock than we could verify on our Z68 testing platform - however, the tuning of the timings at full clock speed remained within narrow confines.

The DDR3-2200 modules are not listed yet, but as measured by the price for the DDR3-1600 kit a fair price performance ratio should be expected. Furthermore the distributor assured us of comprehensive availability in September 2012.

Bearing in mind that the Nano Gaming RAM Kit includes a lifetime warranty, Kingmax provides an innovative high-performance product, that should not only attract the attention of DIY PC builders favoring ITX gaming systems, but also of those users, who intend to place an extensive heatsink on their CPU without missing the option to use all four RAM slots. Concerning the excellent performance values, the small place requirement and the innovative cooling solution the Kingmax Nano Gaming DDR3-2200 kit truely deserves our gold award.

 


Ist etwas von uns übersehen worden, oder wünscht ihr euch mehr Tests? Nutzt die Kommentarfunktion unterhalb dieser Seite, oder schreibt uns auf Facebook! Als Fan von Hardware-Factory erfahrt ihr es sofort, wenn es etwas Neues bei uns gibt. Alternativ könnt ihr uns auch auf Twitter folgen. Dran bleiben lohnt sich!

Crucial Ballistix Elite DDR3-1866 CL 9 Kit (2x8 GB)

Geschrieben von Kai Tubbesing.

Unter dem Namen Crucial Technology bietet der vor allem für seine Speicherprodukte in Form von Flash- sowie DRAM-Chips bekannte US-amerikanische Hersteller Micron Technology seine Fabrikate auf dem Endkundenmarkt an und versucht hier, die gesamte Nachfragebandbreite von günstigen Einsteigerprodukten bis hin zu innovativen und leistungsstarken Lösungen für den High-End-Bereich abzudecken. Auf dem aktuell hart umkämpfen Markt für DDR3-Speichermodule positioniert man sich hier mit der Crucial Ballistix Speicherreihe, die sich aufgrund ihres Designs und ihrer teils hohen Taktraten vor allem an Spieler, Casemodder und generell Enthusiasten wendet. Wir haben uns aus dem aktuellen Angebot Crucials mit dem 16 GB großen Crucial Ballistix Elite Kit aus zwei Modulen ein Produkt aus der Oberklasse des Herstellers auf den Prüfstand geholt, das mit seinen Spezifikation von DDR3-1866 bei Timings von 9-9-9-27 und einer Spannung von 1,5 V auf gute Ergebnisse hoffen lässt. Zudem verfügt es durch eine eigens mitgelieferten Software zum Auslesen der verbauten Temperatursensoren über eine ungewöhnliche und attraktive Zusatzeigenschaft, mittels derer man sich vom Gros des Gesamtangebots auf dem Markt absetzen kann.


Spezifikationen und Erscheinungsbild

Die Auslieferung der beiden DDR3-Module erfolgt in einer unspektakulären Blisterverpackung, die neben einem Aufkleber mit den grundlegenden Spezifikationen eine Orientierung des Designs an der Farbgebung der schwarz-silbernen Speichermodule bietet. Die auf dem Bild erkennbare Beschädigung der Umverpackung ist dabei dem Umstand geschuldet, dass unser Testexemplar des Speicherkits den Weg aus England bis in die Redaktion lediglich in einem Luftpolsterumschlag antrat.

Verpackt werden die Speichermodule leider nur in einem Blister-Pack.

Die Höhe der Speichermodule einschließlich der verbauten Heatspreader beträgt ca. 52,5 mm, sodass vor dem Kauf gegebenenfalls auf die Kompatibilität zum verbauten Prozessorkühler zu achten ist - angesichts der aktuellen Entwicklung hin zu immer schmaleren entsprechenden Kühllösungen verliert dieser Kritikpunkt jedoch zunehmend an Gewicht. Die Heatspreader selbst sind nicht verschraubt, sondern fest verklebt und im Bedarfsfall nur durch eine Kombination aus Föhnwärme, Geschick und einen nicht unerheblichen Kraftaufwand zu entfernen. Einen Pluspunkt stellt hinsichtlich des Gesamterscheinungsbildes die Tatsache dar, dass die einzelnen Kernbauteile auf schwarze PCBs aufgelötet wurden - das sagt nicht unbedingt etwas über die Qualität der Speichermodule selbst aus, hilft jedoch dabei, sich auch optisch positiv von der Masse der Konkurrenz abzusetzen. Die Gestaltung der Heatspreader selbst wirkt schlicht und edel - sie sind überwiegend in schwarz gehalten, lediglich an der Vorderseite setzt sich ein silbernes Feld über die Länge der Module hinweg ab und wurde mit dem Herstellerschriftzug versehen.

Schwarzer Heatspreader, silbernes Beschriftungsfeld, ...... schwarze Rückseite und ein schwarzes PCB.

Spezifiziert ist das von uns getestete Crucial Ballistix Elite Kit für den Betrieb als DDR3-1866 mit scharfen Timings von 9-9-9-27 bei einer Spannung von 1,5 V - das sind durchaus ansprechende Eckdaten, wenn man bedenkt, dass vergleichbare Kits aus 2x 8 GB Modulen im Preisvergleich ab Werk bislang nur mit schwächeren Werten ausgeliefert werden. Der Lieferumfang umfasst neben den Modulen an sich tatsächlich auch eine generelle Anleitung zum Einbauen von Speicherriegeln. Optional lässt sich über die Herstellerseite das "Crucial Ballistix M.O.D. Utility" für Windows heruntergeladen. Mittels dieses Programms lässt sich bei den entsprechenden DRAM-Modulen unter anderem die Temperatur auslesen oder - wie im Falle der Crucial Ballistix Tactical Tracer LED Version - zusätzlich die Beleuchtung steuern.

Es ist angerichtet: Die Crucial Ballistix Elite düften rein optisch jedes System verfeinern


Praxistest: Testsystem und -methoden

Hardware-Testsystem
Mainboard Gigabyte GA-Z68XP-UD4
Prozessor Intel Core i5-2500K
Grafikkarte MSI N470GTX Twin FrozrII
Festplatte 320 GB Samsung HD322GJ
Netzteil 850 W Xilence XQ Rev. 2
Betriebssystem Windows 7 Home Premium x64

Zur Überprüfung der Stabilität und somit Validität der von uns bei den getesteten Speichermodulen angelegten Taktungen, Latenzen und Spannungen müssen diese mit allen im Abschnitt "Praxistest: Ergebnisse und Overclocking" aufgeführten Einstellungen einen intensiven Test durchlaufen. Dabei starten wird sowohl den Blendtest von Prime95 in der aktuellen Version 27.7, als auch mehrere Instanzen des Programms Memtest in der Version 4.0, um den gesamten Speicher mit Daten zu füllen und auszulasten.

Wir testen die Speicherriegel selbstverständlich auch abseits der spezifizierten Werte. Herstellerseitig ist der Betrieb bei DDR3-1866 bei Timings von 9-9-9-27 und einer Command Rate von 2T im XMP-Profil hinterlegt [XMP = Extreme Memory Profile: In diesen von Intel eingeführten Profilen werden die Daten für den Betrieb außerhalb der JEDEC-spezifizierten Werte hinterlegt, mit denen der Speicher garantiert stabil bertieben werden kann. Die entsprechenden Einstellungen werden im EEPROM der Speichermodule hinterlegt - Anm. d. Verf.]. Zusätzlich überprüfen wir im Praxistest bei einer unsererseits durchweg vorgesehenen Command Rate von 1T die Mindestbetriebsspannung für die Standardtaktung sowie die niedrigsten erreichbaren Latenzwerte im DDR3-1600, DDR3-1866 und DDR3-2133 Betrieb. Mehr Übertaktungsoptionen stellt uns die Z68-Plattform unserer Teststation in Verbindung mit einem Core i5-2500K leider nicht zur Verfügung. Auch auf eine Optimierung der sogenannten Subtimings soll kurz eingegangen werden. Als Vergleichswerte werden zudem die Ergebnisse eines 16GB DDR3-1333 mit CL 9 herangezogen. Die Tests erfolgen bei 1,5 (Standard) sowie 1,65 V (Übertaktung) Betriebsspannung.

Folgendes ist zur Lektüre des Praxisteils unbedingt zu beachten: Wir setzten zur Ermittlung der Vergleichswerte in unserem Benchmarkparcours bewusst auf Programme, die Aussagen hinsichtlich der Leistungsunterschiede ermöglichen. Diese Werte sind synthetischer Natur und können nicht in Relation zu einem durch den Anwender wirklich spürbaren Leistungsgewinn durch die Verwendung schneller Arbeitsspeichermodule gesetzt werden. Im Bereich von 3D-Anwendungen wie vor allem Spielen ist - abhängig vom jeweiligen Titel - in der Regel lediglich von einer Leistungssteigerung im niedrigen einstelligen Prozentbereich auszugehen. Nur in Ausnahmefällen, wie beispielsweise dem Titel "Left 4 Dead" bei niedriger Bildschirmauflösung, kann es zu signifikanteren Unterschieden kommen. So skaliert der genannte Titel besonders gut mit niedrigen Timings, während die Taktfrequenz von untergeordneter Bedeutung ist. Der Benchmarkparcours umfasst folgende Programme:

  • Futuremark 3DMark 11 (v 1.0.3) Performancetest
  • 7-Zip 512M-Test (v 9.20)
  • Aida64 (v 2.50.2000): Lesen, Schreiben, Kopierdurchsatz
  • SiSoftware Sandra Lite 2012.SP4a (v 2012.06-18.47): Speicherdurchsatz

Praxistest: Ergebnisse und Overclocking

Die Screenshots von CPU-Z sowie Aida64 zeigen zunächst die im SPD-EEPROM hinterlegten Werte und Kennungen einschließlich des erweiterten XMP-Profils gemäß der aktuellen Spezifikation in der Version 1.3. Alle hier hinterlegten Einstellungen arbeiten korrekt bei 1.5 V VDIMM, das XMP-Profil wird ohne Probleme vom Mainboard unserer Teststation übernommen. Auf den ersten Blick nicht direkt ersichtlich, aber bei genauerem Hinsehen dennoch auf dem Aida64 Screenshot zu erkennen ist die ebenfalls durch die Aktivierung des XMP-Profils ausgelöste Anhebung der Spannung des integrierten Speichercontrollers unseres Testprozessors (QPI/VTT Spannung) auf 1,3 V. Ebenfalls zu erkennen sind die deutlich entschärften Werte, der im XMP-Profil hinterlegten Subtimings. Jedoch umfasst das Profil lediglich die garantierten Mindestwerte zum einwandfreien Betrieb des Produkts, somit verbleibt hier gerade für den versierten Anwender viel Spielraum, um noch einmal deutlich mehr Leistung aus seinem Speicherkit herauszuholen - einen Vergleichswert dazu führen wir im Benchmarkparcours auf: Bei DDR3-1866 war nämlich auch der stabile Betrieb mit den deutlich schärferen, außerhalb des XMP-Profils im SPD-EEPROM hinterlegten Werten möglich, die bei deaktiviertem Profil und manuell eingestellten 1866 MHz automatisch wie folgt erkannt wurden:

Subtimings 16 GB Crucial Elite DDR3-1866 CL 9
  tRC tRRD tWTR tWR tWTP tWL tRFC tRTP tFAW CR

DDR3-1866
XMP Profil an

47
6 7 14 26 8 2821 7 28 2

DDR3-1866
XMP Profil aus

33 4 5 10 22 8 200 5 20 1

1Dieser Wert konnte auf unserem Gigabyte Z68XP-UD4 nicht eingestellt werden, der Test lief daher mit dem maximal möglichen tRFC-Wert von 255 ab.

 

DDR3-1600 Betrieb

Bei 1,5 V konnten wir die Haupttimings (tCL-tRCD-tRP-tRAS) problemlos bis auf 7-7-8-16 bei einer Command Rate von 1T absenken. Überrascht waren wir in diesem Zusammenhang angesichts der Tatsache, dass sich durch eine Spannungserhöhung auf 1,65 V keine besseren Timings einstellen lassen wollten.

 

DDR3-1866 Betrieb und Undervolting

Die im XMP-Profil hinterlegten Werte ließen sich auch bei einer auf 1,4 V reduzierten Spannung problemlos und stabil einsetzen. Bei den vorgesehenen 1,5 V war lediglich eine geringfügige Verbesserung auf 9-9-8-20 1T möglich, während wir die Timings bei vollen 1,65 V immerhin auf 8-8-9-18 1T absenken konnten. Bei Haupttimings von 9-9-9-27 1T konnten wir immerhin selbst bei 1,5 V die Subtimings gemäß der oben aufgeführten Tabelle gegenüber den im XMP-Profil hinterlegten Werten erheblich absenken.

 

DDR3-2133 Betrieb mit maximaler Übertaktung, Temperaturentwicklung

Bei 1,65V und 2133 MHz konnten sehr gute Haupttimings von 9-9-10-20 eingestellt werden - allerdings nur bei einer auf 2T abgesenkten Command Rate. Gerade diese Maximalwerte wurden von uns ausgiebig auf einen stabilen Betrieb hin getestet. Ein Absenken der Subtimings im selben Rahmen wie im Falle des Betriebs bei DDR3-1866 war (was auch durchaus zu erwarten war) nicht mehr möglich, sodass die Benchmarkergebnisse hier auf den etwas schwächeren Subtimings des XMP-Profils beruhen.
Selbst bei den maximalen von uns getesteten Einstellungen wurden die beiden Arbeitsspeichermodule laut der im folgenden noch näher vorgestellten Software nach über einer Stunde Prime95 Blend bei einer Raumtemperatur von ungefähr 24 °C nicht wärmer als 45,5 °C, sodass sich ein DeltaT von 21,5 Grad ergibt.

Übersichtstabelle Übertaktung
Taktung Spannung Latenzen
DDR3-1600 1,5 / 1,65 V 7-7-8-16 1T
DDR3-1866 1,5 V 9-9-8-20 1T
DDR3-1866 1,65 V 8-8-9-18 1T
DDR3-2133 1,65 V 9-9-10-20 2T

Der Vollständigkeit halber möchten wir an dieser Stelle anmerken, dass das Mainboard gegenüber den im BIOS eingestellten Spannungswerten für die Speichermodule laut Aida64 bei 1,4 V (1,404 V) sowie 1,65 V (1,656 V) minimal mehr Spannung anlegte als eingestellt.

Anmerkung: Für die erreichten Werte kann keinerlei Garantie übernommen werden, da diese von Speicherkit zu Speicherkit divergieren können und von zahlreichen Faktoren wie der Qualität der Module und Speicherchips oder des in der CPU integrierten Speichercontrollers abhängig sind.


Praxistest: Benchmarks

Aida64 Speicherbenchmarks

Zunächst messen wir die Leistung der beiden Module in einer Reihe von reinen, synthetischen Speicherbenchmarks - hier lassen sich synthetische Werte gewinnen, die zwar in keiner Relation zum spürbaren Leistungsgewinn im normalen Einsatz des Hauptspeichers stehen, jedoch aufgrund ihrer spezialisierten Ausrichtung auf das Aufzeigen von zumindest theoretischen, idealtypischen Unterschieden bestens dazu geeignet sind, die verschiedenen Leistungsklassen in Form eines Balkendiagramms grafisch darzustellen. Auffällig ist hier insbesondere der große Leistungszuwachs des Crucial Ballistix Elite Kits gegenüber einem handelsüblichen 16 GB DDR3-1333 Kit bei CL9. Hinsichtlich sowohl der Lese-, als auch Kopierleistung können wir in Aida64 einen Leistungszuwachs von ca. 27 % ausmachen, während sich durch Übertakten erwartungsgemäß noch mehr Leistung aus den Modulen herauskitzeln lässt. Die Auswirkungen von mehr Takt und schärferen Latenzen auf die Schreibleistung sind ein wenig geringer, aber dennoch in signifikantem Umfang messbar.

 

SiSoftware Sandra Lite Speicherbandbreite

Der Speicherbandbreitetest aus der aktuellen Sandra Lite Version von SiSoftware zählt zu den beliebtesten Speicherbenchmarks und findet in einem Großteil der Online- und Printtests Anwendung, da er am eindrucksvollsten mit Änderungen an Takt und Timings skaliert. Obgleich wir mit den unterschiedlichen Tests aus Aida64 bereits reinrassige Speicherbenchmarks aufgeführt haben, möchten wir den Lesern diese Ergebnisse aus Gründen der Vergleichbarkeit dennoch nicht vorenthalten. Hier zeigen sich im Prinzip die gleichen Ergebnisse wie in unseren Tests mit Aida64, allerdings mit etwas größeren Zuwächsen und somit Abständen zwischen den einzelnen Einstellungen:

 

3DMark 11 Performancetest

Der Performancetest aus der kostenlos herunterladbaren Version des 3DMark 11 Benchmarks steht stellvertretend für die Leistungszuwächse, die man durch die Verwendung von Hochleistungsarbeitsspeicher im 3D- und somit vor allem im Spielebetrieb erwarten kann. Tatsächlich erweisen sich die gemessenen Ergebnisse trotz der synthetischen Natur des Programms in diesem Testszenario als zumindest annähern realistisch, wenngleich die Unterschiede sogar ein wenig geringer ausfallen, als es in konkreten Spielebenchmarks zu diversen Einzeltiteln der Fall sein würde. Hier können wir lediglich eine Steigerung von etwa einem Prozent zwischen dem Einsatz von DDR3-1333 und dem Hochleistungskit von Crucial feststellen. Die Gesamtpunktzahl des Tests beruht allerdings auch zu einem guten Teil auf der jeweils verwendeten Grafikkarte. Dennoch: Wer in den Benchmarklisten vorn auftauchen möchte, für den führt kein Weg an ein wenig Feintuning seines Systems in Form des Einsatzes und der manuellen Optimierung schnellen Arbeitsspeichers vorbei.

 

7-Zip 512M

Der in das beliebte Packprogramm 7-Zip integrierte Benchmark- und Stabilitätstest misst den Datendurchsatz bei Komprimierung und Dekomprimierung von Daten und belastet vor allem den Prozessor sowie den Arbeitsspeicher. Die Ergebnisse werden in MIPS (Million Instructions Per Second) ausgegeben und zeigen, wie viele Instruktionen der verwendete Prozessor pro Sekunde verarbeiten kann. Die Wörterbuchgröße haben wir für den Test auf 512 MB eingestellt - so wird ein großer Teil des Arbeitsspeichers belegt und es zeigt sich viel deutlicher als beim 16-MB-Test, welche Auswirkung die Speichergeschwindigkeit in diesem Szenario auf die ermittelte Leistung des Prozessors haben kann. Gegenüber den Leistungswerten eines DDR3-1333 CL9 Speicherkits können wir beim Crucial Ballistix Elite DDR3-1866 mit den im XMP-Profil hinterlegten Einstellungen einen Leistungszuwachs von 7,7 % feststellen - durch die gute Übertaktbarkeit lässt sich dieser Unterschied auf bis zu 11,2 % anheben.

 

Auswirkung der Optimierung der Subtimings auf die Ergebnisse

Wie bereits voranstehend in konkreten Zahlen dargelegt, besteht ein erheblicher Unterschied zwischen den im XMP-Profil hinterlegten Subtimings sowie jenen, die bei der Deaktivierung des entsprechenden Profils und der händischen Einstellung des Takts automatisch angelegt werden - letztere weisen deutlich geringere Latenzwerte auf. Da sich auch der Betrieb mit den deutlich schärferen Subtimings bei DDR3-1866 9-9-9-27 1T als problemlos und stabil erwies, haben wir es uns nicht nehmen lassen, noch ein paar ausgewählte Benchmarks anzufügen, die belegen, dass hierdurch noch einmal ein deutlicher Leistungszuwachs möglich ist. Wer wirklich versucht, das Maximum seines Speicherkits auszuloten, sollte diese Einstellungen also auf jeden Fall mit in seine Optimierungen einbeziehen: In allen drei hier stellvertretend für den Gesamtparcours aufgeführten Benchmarks (Aida64 Kopierleistung, 3DMark 11 Performancetest, 7-Zip 512M Benchmark) zeigt sich, dass eine Optimierung der Subtimings in etwa den gleichen Leistungszuwachs bringt wie das Anheben der Haupttimings von 9-9-9-27 1T auf 8-8-9-18 1T. Die im XMP-Profil hinterlegten Werte sollen schließlich nur ein Mindestmaß für den absolut stabilen Betrieb aller Speicherkits einer Serie liefern und bieten somit bei hochwertigem Speicher generell noch viel Spielraum.


Exkursion: Die Software

Das Crucial Ballistix M.O.D. Utility - M.O.D. steht in diesem Falle für Memory Overdrive Display - stellt verschiedene Informationen und Funktionen rund um den verwendeten Arbeitsspeicher zur Verfügung und kann kostenlos auf der Herstellerseite heruntergeladen werden. Die vier Hauptfunktionen lassen sich in vier Fenstern aufrufen, ein fünftes bietet generelle Informationen zum Programm. Die erste Seite zeigt einige Angaben zu den im SPD-EEPROM einprogrammierten Daten sowie dem XMP-Profil, darüber hinaus einige grundlegende Daten zu den Modulen an sich. Die zweite Seite bietet mit der Möglichkeit, mittels intern angebrachter Sensoren die Speichertemperatur auszulesen, ein interessantes Feature - DDR3 RAM krankt zwar angesichts der generell niedrigen anliegenden Spannungen nicht unbedingt an Überhitzungsgefahr, jedoch ist allein die Option, auch diese Temperaturwerte kontrollieren zu können, durchaus interessant - zudem besteht die Möglichkeit, die Temperaturentwicklung in einer Datei aufzuzeichnen, die sich anschließend beispielsweise in Exceltabellen und -diagramme übertragen lässt. Die dritte Möglichkeit stand für unsere Module mangels herstellerseitig angebrachter LEDs nicht zur Verfügung - wer jedoch über entsprechende Modelle aus der Tracerreihe verfügt, erhält hier die Option zur Steuerung der LED-Beleuchtung seines Speicherkits. Schließlich lassen sich in einem vierten Fenster der Anwendung noch verschiedene Einstellungen hinsichtlich der Temperaturüberwachung vornehmen. Diese reichen vom Einstellen der Messintervalle bis hin zu einer Warnfunktion oder dem automatischen Ausschalten des PCs beim Erreichen einer vorher festgelegten Höchsttemperatur. Die von uns angefertigten Screenshots sollten diesbezüglich alle Fragen klären - die Bedienung des Programms ist sehr einfach und erfolgt intuitiv.


Fazit

Crucial liefert mit dem aktuellen Ballistix Elite Speicherkit ein beeindruckendes Gesamtpaket ab und stattet die beiden 8 GB Module für einen Betrieb bei 1,5 V als DDR3-1866 mit für diese Größe sehr schnellen Timings von 9-9-9-27 2T aus - genauer gesagt handelt es sich um die derzeit besten ab Werk voreingestellten Timings, die für 8 GB Speichermodule dieser Taktung auf dem deutschen Markt angeboten werden. Hinzu gesellt sich ein hohes Übertaktungspotential, das im Test auch einen Betrieb als DDR3-2133 bei sehr guten CL 9-9-10-20 2T bei 1,65 V problemlos ermöglichte. Die Ballistix Elite erfreuen den Käufer zudem durch ihre lebenslange Herstellergarantie und können nicht nur hinsichtlich der exzellenten Eckdaten die Konkurrenz in die Schranken verweisen, sondern bieten darüber hinaus mit den herstellerseitig verbauten Temperatursensoren, die sich mittels des frei herunterladbaren Crucial Ballistix M.O.D. Utility auslesen lassen, ein Kontrollinstrument an, das gerade bei Enthusiasten auf viel Wohlwollen stoßen dürfte. Zum Preis-/Leistungsverhältnis lässt sich derzeit noch keine Aussage machen, da die Module momentan lediglich im Preisvergleich gelistet, nicht jedoch verfügbar sind.

Angesichts dieser gemessen am aktuellen Angebot auf dem Endkundenmarkt herausragenden Ergebnisse kommen wir nicht umhin, den Crucial Ballistix Elite Modulen nicht nur unsere Empfehlung, sondern explizit unser Lob für exzellente Hardware auszusprechen und verleihen neben unserem Gold- gleichzeitig den OC-Award.

 


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GeIL Enhance Corsa 8GB 1600MHz CL9

Geschrieben von Thomas Radigk.

Als das Unternehmen „GeIL“ den deutschen Markt betrat, sorgte der Name vielerorts für Schmunzeln, wenn die Herkunft des Namens nicht bekannt war. GeIL steht für Golden Emperior International Ltd. und ist ein Unternehmen, das sich vollständig auf die Herstellung hochwertigen Arbeitsspeichers für PC-Systeme spezialisiert hat. Im zum größten Teil aus aktuellen DDR3 Produkten bestehenden Produktsortiment findet man von Dual-Channel Kits bis hin zu Quad-Channel Kits Lösungen für die verschiedensten Anforderungen. So reagiert GeIL auf die Bedürfnisse der PC-Anwendern und PC-Enthusiasten. Zu den über 190 verschiedenen GeIL-Produkten, die im Preisvergleich gelistet werden, gehören nun auch die neuen Speicherkits aus der Enhance Corsa Reihe, die in Kits von 2 bis 16 GB mit bis zu 1600 MHz Taktrate erhältlich sind. Interessant ist hierbei die relativ geringe Betriebsspannung von 1,5 Volt, die man für ein 8 GB Speicherkit bei 1600 MHz vorsieht, weswegen wir uns dieses Produkt in unser Testlabor geholt und auf den Prüfstand gestellt haben. Was dabei herausgekommen ist, haben wir in diesem Review für euch festgehalten.


Verpackung, Äußeres und Spezifikationen

Das Dual-Channel Speicherkit von GeIL kommt doppelt verpackt zum Kunden. Die äußere Umverpackung besteht aus bedrucktem Karton, der neben der Modellbezeichnung, die als Aufkleber ausgeführt ist, keine weiteren Informationen über den Inhalt bereithält. Weder auf der Vorder- noch Rückseite sind zum Beispiel Garantiebestimmungen oder eine Angabe über die einzusetzende Betriebsspannung auffindbar. Innen und per Sichtfenster durch den Karton sichtbar liegen die zwei Speicherbausteine in einem Plastikblister, der leicht zu öffnen ist.

Um sich von den Mitbewerbern absetzen zu können, bietet GeIL dem Kunden die Sicherheit, dass der Betrieb bei den Standardfrequenzen 1333 und 1600 MHz mit erhöhten Frequenzen 1500 und 1700 MHz getestet wurden. Außerdem mussten die Speicherbausteine einen Burn-In Test über sich ergehen lassen, den GeIL selbst als „Die Hard Burn-In Technology“ bezeichnet. Insgesamt soll dadurch eine besonders hohe Zuverlässigkeit sichergestellt werden.

Als Chips kommen Micron D9PFJ zum Einsatz, die GeIL nicht einmal umgelabelt hat, wie es sonst üblich ist. Bei diesen Chips handelt es sich eigentlich um DDR3L, also Low-Power Chips, die trotzdem abwärtskompatibel zum Betrieb bei 1,5 V sind. Als Hauptbetriebsart ist DDR3L-1600 bei CL11 und 1,35 V für diese Chips vorgegeben; mit einer höheren Betriebsspannung von 1,5 V sind dann auch CL9-Timings möglich, was sich der Speicherspezialist aus Fernost zu Nutze macht.

Link zu dem Datenblatt der D9PFJ-Chips von micron.com


Praxistest: Testmethoden

Um den Arbeitsspeicher in verschiedenen Betriebssituationen auf Stabilität zu überprüfen, muss dieser einen breit gefächerten Test über sich ergehen lassen. Dabei spielen Takt, Latenzen und notwendige Betriebsspannung eine wichtige Rolle. Für den Test verwenden wir das Programm „Memtest86+“ in der Version 4.20, die kostenfrei über die Homepage des Programmierers bezogen werden kann. Dieses Programm testet vollautomatisch die Funktion des Speichers und gibt Aufschluss über Fehler, falls welche auftraten.
Wir beginnen mit 1333 MHz Takt, steigern diesen dann auf 1600 MHz und gehen anschließend im Teil „Overclocking“ darüber hinaus. Für den Betrieb bei den Taktfrequenzen 1333 und 1600 MHz finden wir die niedrigst möglichen Latenzzeiten bei möglichst geringer Spannung heraus. Im Overclocking muss das Kit bei Standardtimings und -spannung zeigen, welche Taktreserven in ihm steckt.

Getestet wird mit folgenden Programmen:

Testsystem
Gehäuse Xigmatek Midgard II
Mainbaord Gigabyte H55N-USB3 rev1.0, H55 Sockel 1156, MiniITX
CPU Intel Core i3 530 S1156, Dualcore, Prolimatech Samuel 17 Kühler + Enermax Twister Cluster (950U/min)
Ram 2x4096MB GeIL Enhance Corsa DDR3-1600 CL9
Grafikkarte AMD/ATI Radeon 6950 2048MB (Scythe Musashi 2x 1300U/min)
Netzteil Corsair HX520W
Betriebssystem Windows 7 Professional 64bit
USB3.0 Treiber NEC USB3.0 Driver Version 1.0.14.0
Festplatten Supertalent Ultradrive ME 128GB SSD

Das Testsystem hat bei der Speicherspannung folgende Eigenheit:

vDimm (eingestellt) vDimm (real anliegend)
1,30 V 1,34 V
1,40 V 1,44 V
1,50 V 1,55 V

 


Praxistest: Ergebnisse

Das SPD (Serial Presence Detect) des GeIL Enhance Corsa Kits enthält fünf Profile für unterschiedliche Betriebsarten. Mit dabei: DDR3-888, DDR3-1066, DDR3-1244, DDR3-1422 und DDR3-1600. Zusätzlich ist ein XMP (Xtreme Memory Profile) nach Version 1.2 mit dabei, welches den Betrieb bei 850 MHz (entspricht DDR3-1700) und 1.5 V vorsieht. Als Besonderheit hier der Hinweis, dass die "Command Rate" nicht mehr bei 1T verbleiben darf, sondern auf 2T umgestellt werden muss. Die Betriebsspannung von 1.5 V ist zur Sicherheit bei jedem SPD-Profil vorgesehen, wie am CPU-Z Screenshot erkannt werden kann. Eine eher seltene Erscheinung ist die Programmierung eines Herstellungsdatums, welches für unser Testexemplar auf die Kalenderwoche 45 im Jahr 2011 eingegrenzt ist - das Kit stammt also aus der Zeit Anfang November.

DDR3-1333 Betrieb
Im Betrieb mit 1333 MHz erlaubt das Enhance Corsa Speicherkit von GeIL Latenzen von bis zu 7-7-7-24 (tCL-tRCD-tRP-tRAS) bei geringen 1,34 Volt. Das Einstellen noch geringerer Latenzen ließ den PC nicht starten. Nach Erhöhen der Spannung auf 1,50 Volt ließ sich der PC zwar mit 6-7-7-24 Timings zum Starten bewegen, in Memtest zeigten sich allerdings Fehler, die einen stabilen Betrieb verhindern würden. Es blieb bei dem Ergebnis, dass bei 1333 MHz maximal CL7-Timings bei immerhin einer geringen Betriebsspannung verwendet werden können.

DDR3-1600 Betrieb
Bei einer Taktfrequenz von 1600 MHz war der Spielraum des Speichers schon sehr eingeschränkt. GeIL sieht für diesen Takt CL9-9-9-28 Timings vor bei 1,50 V. Wir konnten auch für CL8-8-8-26 (bei 1,5 V) noch einen stabilen Betrieb attestieren, müssen an dieser Stelle aber betonen, dass dieses Ergebnis nicht von jedem baugleichem Kit erreicht werden muss. Für die vorgegebenen Timings (CL9) kann die Spannung auf bis zu 1,34 V abgesenkt werden.

Overclocking
Bereits ab 180 MHz konnten wir keinen fehlerfreien Betrieb mit dem GeIL Enhance Corsa Kit erreichen. Um sicher zu gehen, dass es weder am Mainboard noch an der CPU (die den Speichercontroller in sich trägt) liegt, nutzen wir die selben Einstellungen mit DDR3-2000 verifiziertem RAM und konnten feststellen, dass das GeIL Kit diesen Takt nicht stabil erreicht. 173 MHz bei CL9-9-9-28 und Command Rate 1T waren bei einer Spannung von 1,552 V maximal möglich. Die relativ hohe Spannung von 1,552 V liegt wieder an der Neigung des Mainboards, mehr Spannung anzulegen, als eigentlich eingestellt ist.

 


Benchmarks

Das Testen von Speichermodulen ist stark plattformabhängig. Durch die Integration des Speichercontrollers in den Hauptprozessor wird die Speicherleistung maßgeblich von der Aktualität des Prozessors bestimmt. Ein aktueller Prozessor holt mehr Leistung aus dem Speicher als es der Prozessor der Vorgängergeneration zu schaffen vermag. Da dadurch das Ergebnis unter den Plattformen nicht oder nur schlecht verglichen werden kann, haben wir uns dazu entschlossen, an dieser Stelle eine kleine Kolumne zum Thema Speicherlatenzen zu schreiben. In Zeiten von SD-Arbeitsspeicher konnte man hier ein größeres Leistungsplus erreichen, als durch Takterhöhung, die in der Regel stark eingeschränkt war. Welchen Einfluss diese Latenzen im heutigen DDR3-Arbeitsspeicher auf die Arbeitsleistung haben, wurde von uns untersucht. Dafür haben wir den Betrieb bei 1333 MHz gewählt, da der vorliegende Enhance Corsa Arbeitsspeicher hier bei Timings von Cl7 bis CL9 betrieben werden kann. Als Testprogramme dienten uns der Speichertest von AIDA64, Cinebench in der Version 11.5, WPrime und stellvertretend für Spieleleistung der 3D Mark in der Version 2011. Beim Speicherbenchmark von AIDA64 haben wir jeweils drei Durchläufe gestartet und geben hier den Mittelwert dieser drei Messungen an.

Leistung bei CL7-7-7-24 (BCLK 133 MHz); DDR3-1333
AIDA64 Speicher Leseleistung: 8618 MB/s
AIDA64 Speicher Schreibleistung: 8654 MB/s
AIDA64 Speicher Kopierleistung: 10573 MB/s
Cinebench Ergebnis: 2,43 Punkte
WPrime (32M Durchlauf): 18,517 sek.
3D Mark 11 (Performance): 4248 Punkte
 
Leistung bei CL8-8-8-26 (BCLK 133 MHz); DDR3-1333
AIDA64 Speicher Leseleistung: 8563 MB/s (-0,6%)
AIDA64 Speicher Schreibleistung: 8652 MB/s (-0,02%)
AIDA64 Speicher Kopierleistung: 10441 MB/s (-1,2%)
Cinebench Ergebnis: 2,43 Punkte (+/- 0%)
WPrime (32M Durchlauf): 18,469 sek. (+0,3%)
3D Mark 11 (Performance): 4208 Punkte (-1%)
 
Leistung bei CL9-9-9-28 (BCLK 133 MHz); DDR3-1333
AIDA64 Speicher Leseleistung: 8537 MB/s (-0,9%)
AIDA64 Speicher Schreibleistung: 8653 MB/s (-0,01%)
AIDA64 Speicher Kopierleistung: 10325 MB/s (-2,4%)
Cinebench Ergebnis: 2,43 Punkte (+/- 0%)
WPrime (32M Durchlauf): 18,613 sek. (-0,5%)
3D Mark 11 (Performance): 4180 Punkte (-1,6%)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist leicht zu erkennen, dass das Anheben der Speicherlatenzen kaum Einfluss auf dessen Leistung hat. Viele Ergebnisse zeigen Abweichungen unter 2%, was man leicht der Messtoleranz zuschreiben kann. Lediglich der Wert für den AIDA64 Speicher Kopierdurchsatz springt mit -2,4% aus der Reihe. Dass diese Abweichung in Anwendungen nicht spürbar sind zeigt der unveränderte Wert des Cinebench-Benchmarks, der bei 2,43 Punkten quasi festgenagelt scheint. Auf die Spieleleistung ist der Einfluss ebenfalls gering und hält sich mit einem Unterschied von 1,6% auch in Grenzen.

Was kann man also tun, um die Leistung des Computers zu erhöhen, ohne den Arbeitsspeicher oder die CPU zu übertakten?
Für den getesteten Betrieb bei 1333 MHz wurde ein BCLK (Pendant zum altertümlichen FSB) von 133 MHz eingestellt, was bei einem Speichermultiplikator von 10 diesen Takt für den Arbeitsspeicher einstellt. Bei einem Multiplikator von 22 für den Prozessor ergibt sich der Standardtakt von 2,93 GHz. 1333 MHz Taktrate für den Speicher lassen sich aber auch bei einem BCLK von 166 MHz bei einem Speichermultiplikator von 8 erreichen. Da die CPU allerdings maßgeblich übertaktet und das Ergebnis der Messungen verfälschen würde haben wir dessen Multiplikator auf 18 verringert, was in etwa einem Takt von 2988 MHz entspricht. Mit diesen Einstellungen haben wir sämtliche Messungen erneut durchgeführt und können ablesen, ob mit einem erhöhten BCLK die Änderung der Latenzen größere Auswirkungen haben. Das sind unsere Ergebnisse:

Leistung bei CL7-7-7-24 (BCLK 166 MHz); DDR3-1333
AIDA64 Speicher Leseleistung: 9980 MB/s
AIDA64 Speicher Schreibleistung: 10789 MB/s
AIDA64 Speicher Kopierleistung: 12277 MB/s
Cinebench Ergebnis: 2,49 Punkte
WPrime (32M Durchlauf): 18,142 sek.
3D Mark 11 (Performance): 4322 Punkte
 
Leistung bei CL8-8-8-26 (BCLK 166 MHz); DDR3-1333
AIDA64 Speicher Leseleistung: 9818 MB/s (-1,65%)
AIDA64 Speicher Schreibleistung: 10704 MB/s (-0,79%)
AIDA64 Speicher Kopierleistung: 11861 MB/s (-3,5%)
Cinebench Ergebnis: 2,51 Punkte (+0,8%)
WPrime (32M Durchlauf): 18,096 sek. (-0,25%)
3D Mark 11 (Performance): 4288 Punkte (-0,8%)
 
Leistung bei CL9-9-9-28 (BCLK 166 MHz); DDR3-1333
AIDA64 Speicher Leseleistung: 9666 MB/s (-3,2%)
AIDA64 Speicher Schreibleistung: 10720 MB/s (-0,6%)
AIDA64 Speicher Kopierleistung: 11976 MB/s (-2,4%)
Cinebench Ergebnis: 2,50 Punkte (+0,4%)
WPrime (32M Durchlauf): 18,220 sek. (+0,4%)
3D Mark 11 (Performance): 4293 Punkte (-0,7%)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In diesem Szenario zeigt sich erneut der geringe Einfluss der Latenzen auf die Leistung des Arbeitsspeichers. Es existieren jedoch viel mehr Ausreißer als zuvor, die dem Tester ein unerwartetes Ergebnis weiß machen wollen. Während man z.B. bei CL8 gegenüber CL7 eine verringerte Leistung im Cinebench erwartet, wie es auch von CL8 gegenüber CL9 der Fall ist, so scheint hier die Leistung „vorübergehend“ zuzunehmen. Ein Verhalten, das wir vorher nicht beobachten konnten. Auch WPrime will bescheinigen, dass 32 Millionen Nachkommastellen der Zahl PI in kürzerer Zeit berechnet wurden, als bei Betrieb mit CL7. Lediglich die einzelnen Positionen des AIDA64 Speichertests, der übrigens komplett synthetischer Natur ist, zeigen eine Verschlechterung der Speicherleistung, die mit bis zu -3,5% zu Buche schlägt. Dort, wo aber diese große Änderung sichtbar wird, nämlich in der Kopierleistung, offenbart sich ein weiterer Ausreißer beim Betrachten von CL8 und CL9. Hier scheint die Speicherleistung gegenüber CL7 zwar abgenommen zu haben, gegenüber CL8 jedoch besser dazustehen. Auch die simulierte Spieleleistung durch den 3D Mark 2011 scheint sich verbessert zu haben, ist aber dennoch um 0,7% geringer als bei CL7-Latenzen. Lediglich das WPrime Ergebnis verhält sich hier wie erwartet und zeigt das schlechteste Ergebnis.

Im Vergleich mit den vorherigen Ergebnissen ist aber eines klar: der gesteigerte BCLK bei gleichgebliebenem CPU- und Speichertakt hat einen sehr viel größeren Einfluss auf die Gesamtleistung des Computers. Dies kann an jeder Stelle abgelesen werden. Dabei hält sich die Steigerung trotzdem in Grenzen und kann nur im synthetischen Speichertest von AIDA64 ein Leistungsplus von 16% im Kopierdurchsatz verzeichnen. Dass davon in der Praxis nur wenig übrigbleibt, zeigt die Steigerung in 3DMark11 (+1,7%) und Cinebench (+3,3%). Wenn man den Einfluss der geringfügig übertakteten CPU noch einbezieht, bleibt vom Leistungsplus insgesamt nur noch so viel übrig, dass man schon fast wieder von Messtoleranz sprechen muss.

Viel mehr kann man mit der sogenannten Command Rate erreichen, die im Test stets auf 1T belassen wurde. Wie groß der Unterschied zwischen 1T und 2T ausfällt, sollen diese beiden Screenshots verdeutlichen:

In tabellarischer Form stellt sich das Ergebnis so dar:

Disziplin Leistung CR2 Leistung CR1 Unterschied
Lesen 10455 MB/s 10692 MB/s +2,2%
Schreiben 10190 MB/s 11249 MB/s +10,3%
Kopieren 11633 MB/s 12920 MB/s +11%

Es ist deutlich zu erkennen, dass die Command Rate bei DDR3-Speicher die ausschlaggebende Rolle für Speicherleistung spielt. Während man mit dem Absenken der anderen üblichen Latenzen nur wenige Prozentpunkte Mehrleistung erreichen kann, so kann man hier in zwei von drei Fällen eine zweistellige Leistungssteigerung feststellen. Der Nutzzuwachs kann dennoch weiterhin nur gemessen und nicht gefühlt werden, denn dafür ist der Unterschied weiterhin zu gering.


Fazit

GeIL hat mit dem Enhance Corsa 8GB DDR3-1600 CL9 Kit ein ausgewogenes Angebot in Petto, welches sich nicht zu verstecken braucht. Bei einem Marktpreis von ca. 39 Euro ist das Kit im Vergleich zu seinen Mitbewerbern gut positioniert und kann sich durch seine geringe Betriebsspannung von lediglich 1,50 V behaupten. Die meisten anderen vergleichbaren Kits benötigen mehr Spannung, was zu einem höheren Stromverbrauch und größerer Erwärmung führt. Eine größere Hitzeentwicklung konnten wir zu keinem Zeitpunkt im Test feststellen, was nicht weiter verwunderlich ist, da es sich doch um Low-Power Chips unter den immens großen Heatspreadern handelt. Die Wahl solch großer Hitzeverteiler ist sicherlich dem Marketing geschuldet, welches größere Leistung bei Speicher nur durch noch größere Heatspreader darstellen kann. Im Testsystem zeigte das Kit, dass es durch ein sauber programmiertes SPD auch unterhalb des DDR3-1600-Betriebs stabil seinen Dienst verrichtet und darüber hinaus gerade mit dem XMP-Profil (nur auf Intel-Plattformen nutzbar) ein paar Reserven in der Hinterhand hat. In Summe ist an dem Kit fast nichts auszusetzen, würden größere Speicherkühler nicht zu Inkompatibilitäten mit Tower-Kühlern führen, was wir leider bemängeln müssen. Kleinere, vielleicht weniger auffällige, Heatspreader hätten vollkommen gereicht und würden auch locker Platz unter jedem Kühler finden. Da dies aber der einzige Negativpunkt auf unserer Liste ist, kommen wir abschließend zum Gold-Award, den GeIL mit Enhance Corsa für ein gelungenes Gesamtpaket mit gewissen Extras verdient hat.