Phanteks PH-F140XP und PH-140SP_LED

Erstellt am: 14.11.2014 um 13:00 Uhr von Marco Schaarschmidt.

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Das noch junge Unternehmen Phanteks konnte sich bereits in den ersten Jahren nach der Firmengründung einen sehr guten Ruf als innovativer Hersteller mit qualitativ hochwertigen Produkten erarbeiten. Bekannt geworden ist Phanteks dabei vor allem durch die Enthoo-Gehäuseserie und diversen CPU-Kühlern im Tower-Format. Gerade Produkte aus der letztgenannten Kategorie sind das Zugpferd des Unternehmens, welche sich in der Vergangenheit gegen Fabrikate etablierter Premiumhersteller wie Noctua, Thermalright oder Prolimatech behaupten konnte. Mit den zuletzt neu vorgestellten Lüfterserien PH-F140SP und PH-F140XP versucht Phanteks die eigene Position auf dem hart umkämpften Markt der Gehäuselüfter weiter zu verstärken, was angesichts des bestehenden Portfolios der nächst logische Schritt zu sein scheint. Zweifelsohne ist der Anspruch des Unternehmens, mit den gestandenen Größen wie Enermax, Noctua oder Noiseblocker um die Gunst der Kunden zu buhlen.

Für dieses Ziel wurden die gesammelten Erfahrungen aus den Vorgängerserien dazu genutzt, das Verhältnis zwischen Fördervolumen und statischem Druck technisch weiter zu verfeinern und neue Ausstattungsmerkmale, wie die bereits durch den NF-F12 PWM von Noctua oder den Silent Wings 2 von be quiet! bekannten und verwendeten akustischen Dämpfer, zu integrieren. Die bereits in der Vergangenheit getesteten CPU-Kühler PH-TC14PE und PH-TC90LS haben von unserer Redaktion viel Zuspruch erfahren und wurden aufgrund dessen mit unseren Gold- und Silber-Awards geadelt. Ob dies bei den Gehäuselüftern PH-F140SP_LED und PH-F140XP ebenfalls gelingen mag? Finden wir es heraus!


Technische Daten und Lieferumfang

  PH-F140SP_LED PH-F140XP
Maße (B x H x T) 140mm x 140mm x 25 mm 140mm x 140mm x 25 mm
Lagertyp Updraft Floating Balance (UFB) Updraft Floating Balance (UFB)
Lautstärke 19 dB(A) 15.22 - 19 dB(A)
Drehzahl 1.200 (+/- 250) U/min 600 - 1.200 (+/- 250) U/min
Fördervolumen 139,49 m³/h (82,1 CFM) 69,48 - 144,74 m³/h (40,9 - 85,19 CFM)
Statischer Druck 1,33 mmH2O 0,39 - 1,52 mmH2O
Leistungsaufnahme 1,8 W / 0,14 A 1,8 W / 0,14 A
Kabellänge 500 mm 500 mm
Lebenserwartung (MTBF) >150,000 Stunden >150,000 Stunden
Anschlusstyp 3-Pin 4-Pin PWM
Herstellergarantie 5 Jahre 5 Jahre
Besonderheiten Maelström Vortex Booster (MVB), akustische Dämpfer Maelström Vortex Booster (MVB), Polarity Auto Restart Protection, akustische Dämpfer
Lieferumfang 1x 3-Pin-Verlängerungskabel (400 mm),1x LED-Switch-Adapter, 4x Lüfterschrauben 4x Lüfterschrauben, 4x Entkopplungsstifte, 1x Quiet Speed Adapter (QSA), 1x 4-Pin-Verlängerungskabel (400 mm), 1x 4-Pin-zu-3-Pin-Adapter
Preis (Stand: 11/2014) ab 16,90 € ab 16,78 €

Beide Produkte präsentieren sich dem Kunden in einer sich ähnelnden und den Farben der Lüfter entsprechenden, schwarz-weißen Umverpackung, welche einen ersten Blick auf den innenliegenden Lüfter zulässt und eine allgemeine Produktbeschreibung in zehn Sprachen für den Käufer bereithält. Während die Verpackung des PH-F140XP in alter Noctua-Manier eine aufklappbare Rückseite besitzt, in der alle technischen Daten in tabellarischer Form, die angewandten Technologien, das Zubehör und Informationen zur Garantiezeit in englischer Sprache aufgeführt sind, beschränken sich die Angaben zum Lieferumfang und den technischen Daten beim PH-F140SP_LED auf ein Minimum und sind auf den jeweiligen Seitenteilen der Verpackung abgedruckt. Doch nicht nur die Verpackung zeigt erste Unterscheidungsmerkmale zwischen den beiden Lüfterserien, auch der Lieferumfang fällt sowohl in der Auswahl der Dreingaben als auch im Umfang bei beiden Produkten unterschiedlich aus.

Der Lieferumfang des PH-F140XP ist  sehr großzügig bemessen. So legt Phanteks dem Lüfter vier Lüfterschrauben sowie vier Entkopplungsstifte zur wahlweise festen oder entkoppelten Montage, ein als Quiet Speed Adapter (QSA) Kabeladapter zur Drosselung der Leistung auf 900 U/min, ein 4-Pin-Verlängerungskabel mit einer Länge von 400 mm sowie ein 4-Pin-zu-3-Pin-Adapter bei. Auch wenn letzterer nicht zwingend verwendet werden muss, da die 4-Pin-Stecker durch ihre Normierung mit den 3-Pin-Lüfteranschlüssen kompatibel sind, bietet der Adapter an eben solchen Orten Vorteile, wo sich Bauteile dicht um den Lüfteranschluss drängen. Beim PH-F140SP_LED fällt der Lieferumfang deutlich magerer aus. Beigefügt werden dem Lüfter lediglich vier Lüfterschrauben, das bereits genannte 400mm-Verlängerungskabel sowie ein LED-Switch-Adapter, mit dessen Hilfe sich die blaue Beleuchtung ein- respektive ausschalten lässt.

In Anbetracht der technischen Daten können an dieser Stelle nur Vermutungen geäußert werden, weshalb es der Quiet Speed Adapter sowie die vier Entkopplungsstifte nicht in die Verpackung des PH-F140SP_LED geschafft haben. Für beide Gehäuselüfter wurde eine maximale Lautheit von 19 dB(A) bei maximalen 1.200 U/min angegeben, wobei letzterer Wert nach Angaben des Herstellers um bis zu 250 U/min variieren kann. Auch wenn beide Lüfter bei ihrer maximalen Geschwindigkeit von 1200 U/min ihr Werk verrichten, schafft es der PH-F140SP_LED nur auf einen statischen Druck von 1,33 mm H2O, bei einem Fördervolumen von 139,49 m³/h. Der PH-F140XP hingegeben baut bei einem Fördervolumen von 144,74 m³/h einen statischen Druck von 1,52 mm H2O auf. Ob die unterschiedlichen Leistungsmaxima auf die Art der Ansteuerung oder auf die zusätzlichen Luftverwirbelungen aufgrund der Bohrlöcher für die LEDs im Rahmen zurückzuführen sind, konnte uns der Hersteller bis zum Fertigstellungszeitpunkt des Artikels nicht beantworten.

Beide Lüfter verwenden das als "Updraft Floating Balance" (UFB) bezeichnete Lager. Über den genauen Aufbau und die Funktionsweise hält sich Phanteks jedoch sehr bedeckt und gibt lediglich an, dass der Lüfter durch diesen Lagertyp leise und langlebiger sein sollen. Offensichtlicher ist hier schon das als "Maelström Vortex Booster" bezeichnete Design des Lüfterrads. Hinter diesem Begriff versteckt sich ein Verfahren, bei dem die neun Rotorblätter des Lüfterrads in einem bestimmten Winkel ausgerichtet sind, um einen besseren Fluss des Luftstroms zu ermöglichen. Zur Erzeugung eines stärkeren Luftstroms sind die einzelnen Rotorblätter zusätzlich mit jeweils drei gezackten Erhebungen an den Außenkanten und eine auf der Rückseite und in Richtung des Luftstroms zeigende Spoilerlippe versehen. Gleichzeitig sollen durch diese Designelemente die Luftverwirbelungen auf der Oberfläche der Rotorblätter verringert werden, wodurch eine gesteigerte Leistung bei verringerter Geräuschemission angestrebt wird. Mit der PH140-Lüfterserie wurden die als "Acustic Dampers" bezeichneten Gummiflächen an den Eckstücken des Lüfters erstmals eingeführt. Wie bereits durch andere Hersteller wie Noctua (AAO Rahmensystem), Noiseblocker (Multiframe-Technologie) oder Corsair (Vibration Dampers) bekannt, dienen diese Gummiflächen dazu, Vibrationen des Lüfters zu dämpfen und eine Übertragung selbiger an das Gehäuse zu verhindern. Insgesamt ist jeder Lüfter mit acht vorinstallierten Gummipads versehen worden.

Neben den beiden in diesem Artikel getesteten Lüfter hat Phanteks mit dem PH-F140SP (Preis: ab 13,90 €; Stand: 11/2014) noch ein drittes Modell im Sortiment, welches sowohl von der Ausstattung als auch von den technischen Daten dem PH-F140SP_LED - jedoch ohne LED-Beleuchtung - entspricht.


Die Lüfter im Detail

Optisch unterscheiden sich die beiden Lüfter nur sehr wenig voneinander. Die komplette PH-F140-Lüfterserie ist mit einem schwarzen Rahmen und einem weißen Rotor ausgestattet, was die Verpackung bereits angedeutet hatte. Der Lüfterrahmen ist für die Anbringung an CPU-Kühlern oder Gehäusen, wahlweise durch Madenschrauben oder Entkopplungsstiften, an den vier Aufnahmelöchern unterbrochen.

Zusätzlich ist jede Ecke von Phanteks mit einer Auskerbung versehen, in der die als Neuerung beworbenen akustischen Dämpfer eingelassen sind. Die Dämpfer sind vom Rahmen einige Millimeter abgesetzt, sodass diese die Kontaktflächen zu Gehäuseteilen oder Kühlkörpern darstellen und somit einer Vibrationsübertragung entgegenwirken. Ansonsten besitzt der Lüfterrahmen eine Ausbuchtung mir Pfeilen zur Angabe der Richtung des Luftstroms sowie eine weitere mit dem Schriftzug des Herstellers. Im Falle des PH-F140SP_LED sind zusätzlich an den Eckpunkten vier blaue LEDs eingelassen.

Bedingt durch eine Aluminiumplatte an der Rückseite des Lüfterrahmens kann der Rotor nicht ohne Weiteres demontiert werden. Neben dem Firmenlogo zieren Angaben über die Leistung des Lüfters sowie der Modellname die Aluminiumplatte, die im Auslieferungszustand mit einer zusätzlichen Schutzfolie versehen wurde. Als positiv zu bewerten ist das bereits ab Werk blickdicht mit einem schwarzen Gewebeschlauch ummantelte Lüfterkabel, dessen Enden jeweils mit einem bündig am Lüfter und Anschlussstecker abschließenden Stück Schrumpfschlauch versehen wurden, um ein Verrutschen der schwarzen Ummantelung effektiv zu verhindern.

Auf den neun Rotorblättern können die als MVB bezeichneten drei Erhebungen schnell ausfindig gemacht werden. Diese sollen nach Angabe des Herstellers Luftverwirbelungen auf den Oberflächen der Rotorblätter verringern und so das Fördervolumen bei gleichzeitiger Minimierung der Geräuschkulisse erhöhen. Die Verarbeitungsqualität der beiden Lüfter hinterlässt einen äußerst positiven Eindruck. Dass in dieser Preisklasse weder scharfe Kanten noch unerwünschte Produktionsrückstände vorzufinden sind, entspricht unseren Erwartungen. Vielmehr beeindrucken der PH-F140SP_LED sowie der PH-F140XP durch einen äußerst massiven Lüfterrahmen und sehr formstabile Rotorblätter. Selbst die Verstrebungen zur Befestigung des Motors lassen sich nur äußerst wenig in ihrer Position verändern. Das verhältnismäßig hohe Gewicht untermauert unsere Feststellungen, dass Phanteks zwei Produkte allerhöchster Qualität abliefert.

Der PH-F140SP_LED verfügt als derzeit einziges Exemplar der Lüfterserie über eine LED-Beleuchtung. Die vier LEDs sind in altbekannter Anordnung ausgerichtet und erzeugen einen hellen, blauen Farbton. Im Gegensatz zu vielen anderen LED-Lüftern verfügt der PH-F140SP_LED über einen LED-Switch-Adapter, mit dem sich die LEDs wahlweise ein- oder ausschalten lassen.

Über den Einsatzzweck eines solchen Adapters lässt sich jedoch diskutieren, da sich die Beleuchtung des Lüfters erst durch eine Betätigung des Tasters einschaltet lässt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass, wenn der Adapter nicht angeschlossen ist oder nach dem Einschalten wieder abgezogen wird, die Stromzufuhr unterbrochen und damit die Beleuchtung ohne Funktionalität ist. Aufgrund der Länge des Kabels ist ein Hinausführen zwar möglich, wodurch aber unter Umständen ein weiteres Kabel im Gehäuse verlegt werden muss. Es ist daher ein eher unwahrscheinliches Szenario, in dem ein Anwender die LED-Beleuchtung jedes einzelnen Lüfters mittels eines Tasters ein- und ausschaltet. Wer die blaue Beleuchtung als störend empfindet, kann zu dem ohnehin günstigeren PH-F140SP ohne Beleuchtung greifen.


Testsystem und Methodik

Bei unserem Praxistest achten wir auf verschiedenen Merkmale und Faktoren wie Anlaufspannung, minimale Betriebsspannung und der allgemeinen Lautstärke. Lüfter mit Gleitlagertechnologie benötigen eine gewisse Einlaufzeit, damit sich das Gleitmittel/Spezial-Öl optimal verteilen kann. Da dies erst durch eine ausreichende Temperatur im Betrieb erreicht werden kann, geben wir den Lüftern eine Einlaufzeit von zwei Stunden. Anschließend werden die nachfolgenden Eigenschaften der Produkte getestet:

Anlaufspannung
Häufig wird dieser Punkt mit einem Herunterregeln der Spannung verwechselt. Für Lüfter, die sich im Betrieb problemlos herunterregeln lassen, ist noch lang nicht bewiesen, dass sie auch bei dieser Spannung aus absolutem Stillstand wieder anlaufen. Gemessen wird hier die minimale Anlaufspannung bei horizontaler sowie vertikaler Lage. Für einen gültigen Messwert darf der Lüfter nicht mehr als zwei Startversuche unternehmen. Schafft es ein Produkt nach den genannten zwei Versuchen nicht, komplett anzulaufen, wird die Spannung schrittweise um einen Wert von 0,01 V erhöht. Ermittelt werden die Messwerte über ein Schaltnetzteil der Firma Voltcraft, verifiziert mit einem Voltmeter der Firma PeakTech.

Leistung
Gemeint ist hier die Leistung unter 12 V, 9 V, 7 V und 5 V sowie die dabei erreichten Drehzahlen. Wichtig ist zudem die Einhaltung der herstellerseitigen Angaben inklusive der Toleranzen. Ermittelt werden diese Werte über das Programm Smart Guardian in der Version 2.03 sowie einem Multimeter der Firma PeakTech. Außerdem werten wir die erreichten Drehzahlen von 3-Pin Molex Lüftern im Spannungsbereich von 0-12 V aus, welche in Form eines Drehzahlkennliniendiagramms in Anhängigkeit der anliegenden Spannung im Praxistest dargestellt werden. Optional kann dieses Verfahren auch an PWM-Lüftern durchgeführt werden. Ziel dieser Messung ist das Verhalten eines Lüfters bei einer bestimmten Spannung im Bezug auf die erreichten Drehzahlen zu ermitteln. Gemessen wird in einem Bereich von 0-12 Volt mit Intervallen von jeweils 0,25 V.

Das Testsystem zur Ermittlung der Drehlzahlen setzt sich aus den in der nachfolgenden Tabelle aufgelisteten Einzelkomponenten zusammen.

Testsystem
Prozessor AMD Phenom II X6 1055T
Mainboard MSI 785GM-E65, Sockel AM3, µATX
Arbeitsspeicher 2x Kingston KVR1066D3N7/1G (1024 MB)
Grafikkarte AMD Radeon HD 4200 (Onboard)
Netzteil Thortech Thunderbolt PLUS 850W

Lautstärke
Sie ist eines der Hauptfaktoren jedes Lüfters. Getestet werden hier die Lautstärken beim Betrieb mit 12 V, 7 V und 5 V. Störende Schleifgeräusche sowie ein Nichtanlaufen finden ebenfalls Erwähnung (Geräuschcharakteristik). Zu beachten ist allerdings, dass Lautstärkemessungen prinzipiell auf subjektiver Basis stattfinden und auch dementsprechend als solche bewertet werden.


Praxistest

Anlaufspannung / Minimale Betriebsspannung
Im ersten Teil des Praxistests wird zuerst die minimale Anlaufspannung des Lüfters über ein Schaltnetzteil der Firma Voltcraft ermittelt und mit einem Voltmeter der Firma PeakTech verifiziert. Zur Erinnerung: Als Anlaufspannung wird diejenige Spannung angegeben, die ein Lüfter sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Lage aus dem absoluten Ruhestand heraus für das Anlaufen benötigt. Auch sollte das Vorhandensein einer gewissen Serienstreuung inklusive der hervorgerufenen Toleranzen nicht außer Acht gelassen werden. Es ist also durchaus möglich, dass zwei identische Produkte voneinander abweichende Messwerte erzielen können. Des Weiteren wird im gleichen Durchlauf die minimale Betriebsspannung ermittelt. In den technischen Spezifikationen der Lüfter lassen sich keine Angaben über die Startspannungen ausfindig machen, wodurch den ermittelten Werten ein größeres Interesse zuteil wird. Im Falle des PH-F140XP entspricht ein manuelles Herunterregeln der Betriebsspannung - wie bei Lüftern mit 3-Pin-Anschluss - nicht der Funktionsweise der Pulsweitenmodulation. Da dieser Lüfter jedoch eine vollständige Kompatibilität zu diesem Verfahren aufweist, werden sowohl die Anlauf- und minimalen Betriebsspannungen als auch das Drehzahlkennliniendiagramm erfasst und ausgewertet.

Produkt gemessene Anlaufspannung minimale Betriebsspannung
Phanteks PH-F140SP_LED 3,28 V 2,53 V
Phanteks PH-F140XP 5,87 V 4,61 V

Die Startspannung beim PH-F140SP_LED von gerade einmal 3,28 V ist ein sehr guter Wert und liegt deutlich unterhalb der als kritisch betrachteten Grenze von 5 V, an der in der Vergangenheit bereits einige Lüfter gescheitert sind. Eine minimale Betriebsspannung von sehr beachtlichen 2,53 V und die runden Laufeigenschaften auch bei den sehr geringen Drehzahlen in diesem Spannungsbereich können als ein Indiz für eine hohe Fertigungsqualität des Lagers und des Motors angesehen werden. Der PH-F140XP bleibt mit einer Anlaufspannung von 5,87 V deutlich oberhalb der 5-V-Grenze und besitzt bei einer minimalen Betriebsspannung von 4,61 V nur einen sehr geringen Spannungsbereich von 1,26 V für eine Regelung. Unterhalb der Auflaufspannung zeigt der Lüfter relativ starke Eigenvibrationen, sodass sich ein Betrieb in diesem Bereich nicht empfiehlt. Der Phanteks PH-F140XP zeigt deutlich, dass eine analoge Spannungsregelung zwar möglich, jedoch erst ab einer Betriebsspannung von 7 V auch wirklich sinnvoll ist. Eine Eigenart beider Lüfter ist jedoch die Tatsache, dass sich unterhalb der gemessenen Anlaufspannung keine Umdrehungsgeschwindigkeiten auslesen lassen, sodass wir für die Spannungswerte in obiger Tabelle keine Drehzahlen ergänzen können.

Leistung und Lautstärke
Im weiteren Testverlauf wurden die Leistungswerte im Bereich von 5 bis 12 V ermittelt. Ein subjektiver Eindruck der Lautheit sowie vermeintliche Störgeräusche finden ebenfalls Erwähnung. Die nachfolgende Tabelle schlüsselt die einzelnen, während des Messverfahrens ermittelten Werte im Detail auf.

Spannung Produkt Umdrehungen Eindruck Lager-/Laufgeräusche
12 V Phanteks PH-F140SP_LED 1246 U/min    Deutlich hörbar   Starkes Luftrauschen, Motorgeräusche
12 V Phanteks PH-F140XP 1271 U/min Deutlich hörbar Starkes Luftrauschen, Motorgeräusche
9 V Phanteks PH-F140SP_LED        1007 U/min Hörbar Luftrauschen, minimale Motorengeräusche
9 V Phanteks PH-F140XP 987 U/min Hörbar Luftrauschen, minimale  Motorengeräusche
7 V Phanteks PH-F140SP_LED 804 U/min Sehr leise Minimales Luftrauschen
7 V Phanteks PH-F140XP 684 U/min Sehr leise Minimales Luftrauschen
5 V Phanteks PH-F140SP_LED 582 U/min Unhörbar leise -
5 V Phanteks PH-F140XP - Unhörbar leise -

Der Phanteks PH-F140SP_LED hinterlässt bei allen gemessenen Spannung eine guten Eindruck. Bei 9 V beginnend sind bei maximaler Leistung unter 12 V Motorgeräusche zu vernehmen, die aber keinesfalls als Störend zu bezeichnen sind. Entsprechend des hohen Fördervolumens entsteht ein starkes Luftrauschen. Letzteres bewegt sich gemessen an der Drehzahl jedoch im üblichen Rahmen. Die maximale Drehzahl wird nur um wenige U/min überschritten, liegt jedoch noch in der vom Hersteller großzügig angegebenen Toleranz von +-250 U/min. Während des Testdurchlaufs konnten weder Eigenvibrationen noch Schleifgeräusche festgestellt werden, was den Eindruck der bereits positiv hervorgehobenen Verarbeitungsqualität des Lüfters - insbesondere des Rahmens und Lagers - unterstreicht. Der Phanteks PH-F140XP verhält sich in diesem Teil der Testmessung nahezu identisch. Die Umdrehungszahlen bewegen sich in einem identischem Rahmen und auch die Geräuschcharakteristika entspricht dem des Phanteks PH-F140SP_LED. Das Mehr an Leistung schlägt sich in unserem Testdurchlauf nicht auf ein stärkeres Luftrauschen oder weitere Nebengeräusche nieder, sodass wir auch dem Phanteks PH-F140XP ein gutes Zeugnis ausstellen können. In Anbetracht der gezeigten Leistung kann kein Produkt erwartet werden, welches nahezu Geräuschlos arbeitet, weshalb die Lüfter gerade unter 12 V in ihrer Umgebung herauszuhören sind. Der Einsatzzweck sowohl des Phanteks PH-F140SP_LED als auch des Phanteks PH-F140XP sind aufgrund des Fördervolumens und des statischen Drucks nicht nur auf Gehäuse beschränkt. Auch für eine Anwendung in Kombination mit einem Radiator für Wasserkühlungen oder einem CPU-Kühler eignen sich beide Produkte bedenkenlos. Wem der Phanteks PH-F140XP dennoch eine zu starke Geräuschkulisse erzeugt, kann den mitgelieferten QSA-Adapter verwenden, der den Lüfter auf reale 970 U/min drosselt, was in etwa einer Betriebsspannung von 9 V entspricht.

Wie die obige Abbildung zeigt, resultiert durch die sehr niedrige Betriebsspannung des PH-F140SP_LED eine breite Drehzahlkurve. Gemessen mit einem Intervall von 0,25 V konnten die erste Drehzahl bei 3,50 V mit 398 U/min aufgezeichnet werden. Dabei steigt die Drehzahlkurve nahezu linear, sodass sich die Drehzahl bei 7 V (804 U/min) verdoppelt und bei 10,5 V (1092 U/min) fast verdreifacht. Aufgrund der guten Regelbarkeit eignet sich der Lüfter sowohl für Freunde von Silent-Systemen als auch für Power-User. Da der Phanteks PH-F140XP eine Anlaufspannung von 5,87 V und eine maximale Drehzahl 1271 U/min besitzt, verläuft die Kurve wesentlich steiler. Eine Messung konnte erst bei 5,75 V durchgeführt werden, bei der 478 U/min ermittelt wurden. Die erste Verdopplung der Drehzahl findet hier beispielsweise schon bei 8,75 V statt (951 U/min). Im Gegensatz zum PH-F140SP_LED ist eine Regelung des PH-F140XP über Spannungswerte nur in gröberen Schritten und dadurch weniger gut möglich. Die durch den Hersteller vorgegebenen Toleranzangaben wurden in allen Testdurchläufen weder über- noch unterschritten.


Fazit

Den bereits nach kurzer Zeit erarbeiteten guten Ruf besitzt die Firma Phanteks nicht umsonst. Beide Produkte konnten in unserem Test durch eine sehr gute Verarbeitungsqualität und guten Leistungswerten überzeugen. Die zwei von den aktuell drei erhältlichen Modellen der PH-F140-Lüfterserie konnten erneut demonstrieren, dass sich das Unternehmen nicht vor den großen der Branche verstecken braucht.

Der Kraftvolle: PH-F140XP
Der Kunde erhält mit dem PH-F140XP ein Produkt mit einer sehr hohen Verarbeitungsqualität und einem als vollständig zu bezeichnenden Lieferumfang. Zwei Adapter, ein Verlängerungskabel und vier Entkopplungsstifte ermöglichen einen Betrieb bei unterschiedlichen Anforderungen. Im Praxistest konnte sich der PH-F140XP hervorragend schlagen und blieb gemessen an dem Fördervolumen nahezu frei von störenden Nebengeräuschen. Das Gesamtpaket bestehend aus einem hochwertigen Lüfter und umfangreichen Lieferumfang lässt sich der Phanteks mit 16,78 Euro auch gut bezahlen. Mit dabei ist dafür jedoch eine Garantie von satten fünf Jahren. Wir können den PH-F140XP uneingeschränkt empfehlen und unterstreichen dies mit unserem Gold-Award.

Der Strahlende: PH-F140SP_LED
Auch der zweite Kandidat wusste zu überzeugen. Die hohe Verarbeitungsqualität gilt ohne Einschränkungen auch für den PH-F140SP_LED; der Lieferumfang fällt jedoch unverständlicherweise wesentlich geringer aus. Weder ein Drosselungskabel noch Entkopplungsstifte haben es in den Lieferumfang geschafft. Im Praxistest rief der PH-F140SP_LED sein volles Potential ab und glänze durch eine geringe Anlaufspannung von 3,28 V und ermöglicht somit eine feinstufige Drehzahlregelung, die sowohl bei Liebhabern von Silent-PCs als bei Power-Usern auf positive Resonanz stoßen wird. Auch bei diesem Modell wurde der Anschaffungspreis mit 16,90 Euro seitens Phanteks sehr selbstbewusst gewählt. Neben dem geringen Lieferumfang ist der einzig weitere Kritikpunkt das Anschlusskabel zum Ein- und Ausschalten der LED-Beleuchtung, dessen Vorteile sich uns nicht erschließen. Denn wem die LED-Beleuchtung missfällt, kann zu dem aus technischer Sicht identischen, jedoch ohne Beleuchtung ausgestatten PH-F140SP greifen, welcher zudem preislich attraktiver ist. Die sehr guten Leistungen trösten nicht über den schmalen Lieferumfang und die umständliche LED-Taster-Lösung hinweg, weshalb wir dem PH-F140SP_LED mit einem sehr guten Silber-Award auszeichnen.

 

 


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