Ozone Strike Battle

Erstellt am: 27.09.2016 um 10:00 Uhr von Marco Schaarschmidt.

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Beitragsseiten

Ein auffälliges und exzentrisches Design mit vielen zusätzlichen Funktions- und Multimediatasten, die Möglichkeit zur Konfiguration von Makros und eine aufwendig gestaltete Hintergrundbeleuchtung. So oder so ähnlich sollte nach Meinung vieler Hersteller eine mechanische Tastatur idealerweise ausgestattet sein. Frei nach dem Motto "viel hilft viel" wird mit immer aufwendiger gestalteten Produkten um die Gunst der zahlungsbereiten Kundschaft geworben. Bei Einstiegspreisen ab 60 € für einfache mechanische Modelle ein lukratives Geschäft. Fern ab der Masse existiert mit den kompakten Tastaturen eine Art Gegenstoß, bei dem Minimalismus und Kompaktheit im Vordergrund stehen. In diese Kategorie fallen auch die unter der Bezeichnung Tenkeyless (TKL) bekannten Tastaturmodelle, die nach wie vor ein Standard-Layout aufweisen, der Ziffernblock aber zugunsten der Kompaktheit entfällt. Ein Vertreter dieser Gattung ist die von Ozone vertriebene Strike Battle. Ausgestattet mit einer rotfarbenen Hintergrundbeleuchtung, einer Aluminiumoberfläche und einem 64 KB großen interner Speicher für Profil- sowie Makrokonfigurationen, bietet die Tastatur trotz geringer Abmessungen einen ähnlich großen Funktionsumfang wie bekannte Full-Size-Modelle. Wahlweise ist die Ozone Strike Battle zudem mit freistehenden braunen oder roten Cherry MX-Schaltern erhältlich. Wohl auch aufgrund der üppigen Ausstattung ist der verglichen mit anderen Tenkeyless-Tastaturen günstige Straßenpreis von 82 € geradezu eine Überraschung.

Mit der Strike Pro hat Hardware-Factory bereits eine Full-Size-Tastatur des Herstellers ausführlich getestet, wobei die qualitativ hervorragende Verarbeitung und die technisch sehr gute Ausstattung zu einem positiven Gesamtergebnis führten. Ob Ozone dies auch mit der Strike Battle gelingen mag, zeigt dieser Testbericht.

 


Technischer Überblick

Tenkeyless-Tastaturen werden manchmal auch als 80%-Tastaturen bezeichnet und sind in die Kategorie der kompakten Eingabegeräte einzuordnen. Der Begriff bezieht sich dabei auf den Vergleich mit einer herkömmlichen und nach ISO-Standard aufgebauten Full-Size-Tastatur, wobei aufgrund des Verzichts auf einen Nummernblock ca. 20 % der Tasten entfallen. Mit einer Länge von lediglich 35,1 cm und einer Breite 12,3 cm kommt das Gehäuse der Strike Battle nahezu rahmenlos daher. Als speziell für PC-Spieler von Ozone beworben, eignet sich die Strike Battle, den Abmessungen sei Dank, hervorragend als mobile Tastatur für LAN-Partys oder auf Schreibtischen mit engen Platzverhältnissen, vorausgesetzt der Nummernblock ist für den vorgesehenen Anwendungszweck nicht essentiell vonnöten. Im direkten Vergleich mit anderen Tenkeyless-Vertretern offenbart sich, dass die Strike Battle mit ihren geringen Abmessungen kaum zu unterbieten ist. Bekanntere Modelle wie die Cooler Master CM Storm Quick Fire Rapid-I (35,9(L) x 13,8(B) x 3,9(H) cm) oder die 4C Ultimate (39,4 (L) x 15,4 (B) x 2,9 (H) cm) von Das Keyboard fallen allesamt voluminöser aus. Eine Sondierung des Marktes für Tenkeyless-Tastaturen zeigt außerdem, dass sich die Strike Battle mit einem Straßenpreis von  82 € nicht weit entfernt von den Einstiegspreisen mechanischer Tastaturen bewegt, eine für diese Bauart außergewöhnliche Gegebenheit. Während die Ducky Shine 3 mittlerweile nicht mehr produziert wird, muss die potentielle Käuferschaft mit 110 € für die Cooler Master CM Storm Quick Fire Rapid-I oder 140 € für die Das Keyboard 4C Ultimate deutlich mehr Geld investieren.

Vertrieben wird die Ozone Strike Battle im deutschsprachigen Raum und mit entsprechendem Tasturlayout in drei verschiedenen Ausführungen. Neben der bereits erwähnten Bestückung mit Cherrys MX-Schaltern der Typen Red und Brown existiert noch eine Sonderausführung mit rot eloxierter Oberfläche aus Aluminium. Als weitere Modellausführungen bewirbt Ozone die Strike Battle auf der Umverpackung wahlweise auch mit schwarz und blau codierten MX-Schaltern. Bis zum heutigen Stand hat es jedoch keine dieser Versionen bis in den deutschsprachigen Einzelhandel geschafft.

  Ozone Strike Battle
Größe (L × B × H) 351 x 123 x 34,59 mm
Anschluss USB 2.0
Kabellänge  1,50 m
Tastatur-Größe /-Typ Tenkeyless, 88 ISO
Multimediatasten -
Zusatzfunktionen (FN) Profilauswahl, Polling Rate (125 Hz -1000 Hz),Verzögerungszeit/Wiederholrate (1 ms - 16 ms), Gaming-Mode, Multimedia (Öffnen, Abspielen/Pause, Stopp, Vor, Zurück), Lautstärkeregulierung(lauter, leiser, stumm), Beleuchtung
Schalter Cherry MX-Brown
Tastenkappen Material: ABS-Kunststoff
Beschriftung: laser cut
Key-Rollover N-KRO
Programmierung 5 Tastaturprofile, 30 Makrofunktionen
Hintergrundbeleuchtung Rot, einfarbig
Beleuchtungsmodi  0 %, 30 %, 70 %, 100 %, Atmungseffekt
Lieferumfang Handbuch, Aufkleber
Gewicht 685 g
Preis (09/2016)    ab 82 €

Das dem Lieferumfang beiliegende Handbuch ist wie die Tastatur selbst minimalistisch gehalten und setzt den Anwender lediglich über die Kerneigenschaften der Tastatur und die hauseigene Treibersoftware in Kenntnis. Letzteres liegt nicht als physikalisches Medium vor und muss gesondert über die Herstellerwebseite bezogen werden. Nicht obligatorisch, aber von Ozone bereits in der Vergangenheit so gehandhabt, ist die Dreingabe eines Aufklebers mit dem Logo des Herstellers.

Auf der nachfolgenden Seite werden die äußeren Details der Ozone Strike Battle vorgestellt.


Äußerlichkeiten

Eine zentrale und zugleich dem Design zugrundeliegende Eigenschaft der Strike Battle ist sicherlich die Kompaktheit. Durch die geringen Abmessungen tritt das nahezu rahmenlose Gehäuse bewusst in den Hintergrund. Stattdessen dominieren die freistehenden Schalter samt Tastenkappen. Zum Vorschein tritt außerdem eine aus Aluminium gefertigte Platte mit feiner Oberflächenstruktur. Während beispielsweise gebürstetes Aluminium sofort als solches erkannt wird, fällt dies aufgrund der Beschaffenheit der Oberfläche bei der Strike Battle schwer. Dies wird nicht zuletzt dadurch erschwert, dass die aus Plastik gefertigte Unterseite die gleiche Strukturierung aufweist. Verräterisch sind jedoch die Haptik des Materials sowie eine Verwindungssteifigkeit, die sich sehr positiv auf die Stabilität der Strike Battle auswirkt. Durch die mehrfache Verschraubung mit der Unterseite ist auch der Rest der Tastatur äußerst resistent gegen etwaige Verformungen.

Bauartbedingt entfällt mit der Oberschale ein Teil des Chassis. Der Designstil von freistehenden Tasten beeinflusst nicht nur das optische Erscheinungsbild, sondern stellt sich als ebenso vorteilhaft bei der Reinigung heraus. Eine Demontage der einzelnen Tastenkappen ist gänzlich ohne Hilfsmittel möglich und das Fehlen von Fugen und verwinkelten Konstruktionen erschwert ein Ansammeln von Schmutz, der sich zudem ebenso einfach wieder entfernen lässt. Der einheitliche, matte und schlichte Designstil wird von Ozone leider nicht konsequent beibehalten, was das Erscheinungsbild ein wenig trübt. Die komplett aus Kunststoff gefertigte Schale des Gehäuses besitzt an der Vorder- und Hinterseite sowie an Seitenbereichen eine hochglänzende und glatte Oberfläche mit all den Nachteilen, die eine solche "Klavierlackoptik" mit sich bringt. Glücklicherweise kommen die Finger nicht häufig mit diesen schmalen Arealen in Berührung, sodass sich der Reinigungsaufwand in Grenzen halten sollte.

Im Wesentlichen stellt die Strike Battle eine auf Tenkeyless verschlankte Version der Strike Pro dar. Dabei ist nicht nur der Nummernblock, sondern auch die Handballenauflage der Optimierung zum Opfer gefallen. Mit nur 88 Tasten ausgestattet ist der gestalterische Spielraum bei dieser Art von Tastaturen sehr begrenzt. Dedizierte Multimedia- oder Makro-Tasten sind nicht vorhanden, stattdessen werden alle Zusatzfunktionen als Sekundärbelegung umgesetzt. Über die FN-Taste, die bei diesem Exemplar das Logo des Herstellers trägt, können unter anderem die Wiederholrate der Tasten (FN + F1/F2) sowie die USB-Abtastrate (FN + F3/F4) während des laufenden Betriebs angepasst werden. Die Wiederholrate beschreibt das Zeitverhalten nach Betätigen einer Taste auf der Tastatur und lässt sich in sieben Stufen aufsteigend zwischen 1 ms und 16 ms einstellen. Bei der USB-Abtastrate handelt es sich um diejenige Zeitspanne, in der ein USB-Host bei einem USB-Gerät eine Datenabfrage durchführt. Einstellbar sind hier Werte zwischen 125 Hz und 1000 Hz, was einem Zeitintervall von maximal acht Millisekunden und minimal einer Millisekunde entspricht.

Der zweite F-Tastenblock ist mit einer Multimediasteuerung als Sekundärfunktion versehen, während sich über die Tasten F9 bis F12 der Mediaplayer starten sowie die Lautstärke regulieren lässt. Neben dem Durchschalten der Beleuchtungsmodi in vier aufsteigenden Helligkeitsstufen sowie einer Variante als Atmungseffekt, besteht außerdem die Möglichkeiten den sogenannten Gaming-Mode zu aktivieren. Diese Funktion bewirkt nicht nur eine Deaktivierung der linksseitigen Windows-Taste, sondern aktiviert auch - falls vorhanden - die über die Software abgeänderte Tastenbelegung. Dazu zählen ebenfalls die mit M1 bis M6 beschrifteten Makro-Tasten für das aktuell ausgewählte Profil. Um die Funktionstaste (FN) in das 88-Tasten-Layout zu integrieren, wurde kurzerhand die sich sonst auf der rechten Seite befindende Windows-Taste ersetzt.

Die Langlebigkeit einer Tastatur ist von vielen herstellungsbedingten Faktoren sowie dem Nutzungsverhalten des Anwenders abhängig. Den größten Einfluss auf die Haltbarkeit wird jedoch den verwendeten Schaltern sowie den Tastenkappen und ihrer Oberflächenbeschichtung zugesprochen. Cherry MX-Brown Schalter finden seit mehr als 24 Jahren bei einer Vielzahl von Peripherieherstellern Verwendung und sind dadurch bereits ausreichend genug erprobt. Durch die höchst individuellen Herstellungsprozesse gilt dies für die Beschaffenheit und Haltbarkeit der Tastenkappen sowie der Oberflächenbeschichtung indes nicht. Der Produktionsablauf von Tastenkappen bei beleuchteten Tastaturen ist jedoch stets der gleiche. Mit transluzentem ABS-Kunststoff als Ausgangsmaterial erhalten die Tastenkappen im Anschluss eine möglichst langlebige Oberflächenbeschichtung aus dem im letzten Fertigungsschritt die Beschriftung mit einem Laser ausgespart wird ("laser engraving").

Die Tastenkappen der Ozone Strike Battle besitzen eine schwarz-matte und glatte Oberflächenbeschichtung, die gänzlich ohne erwähnenswerte Strukturierung daherkommt. Die Schriftart unterscheidet sich nicht von der bereits bei der Strike Pro verwendeten Variante. Daher gilt auch für die Strike Battle, dass die Strichstärke der Schriftart sehr dünn ausfällt und dies bei schwierigen Lichtverhältnissen und ausgeschalteter Hintergrundbeleuchtung zu Schwierigkeiten beim Lesen führen kann. Eine eingeschaltete Hintergrundbeleuchtung ist daher schon fast verpflichtend. Auch wenn dies nirgendwo Erwähnung findet, so könnte die im Gegensatz zur Strike Pro zusätzlich vorhandene Helligkeitsstufe von 10 % genau zu diesem Zweck eingeführt worden sein.

Aufgrund der hochwertigen und soliden Verarbeitung sowie der positiv zur Stabilität beitragenden Aluminiumplatte, gab es bei der Strike Battle bisher keine stichhaltigen Argumente für eine begründete Kritik. Bei der Verarbeitung der Tastenkappen hat sich die Ozone aber den einen oder anderen Fauxpas erlaubt. Beispielsweise besitzt die Enter-Taste noch Rückstände aus dem Produktionsprozess. Diese wirken sich sicherlich nicht negativ auf die Handhabung aus, weniger ansehnlich wird die Tastatur dadurch trotzdem. Bei einer funktionierenden Qualitätskontrolle sollte es diese Art von Mängeln jedoch keineswegs bis zum Endkunden schaffen. Mit einem feinen und scharfen Messer können die Rückstände problemlos entfernt werden.

Die Gesamtlänge des USB-Anschlusskabels fällt mit lediglich 1,5 Metern recht kurz aus und wurde bereits im Artikel zu Strike Pro moniert. Löblich ist dagegen die Verwendung eines Mantelstromfilters um die Ausbreitung unerwünschter hochfrequenter Signale zu unterbinden. Aus der Tastatur herausgeführt wird das Anschlusskabel mittig an der Rückseite. Dadurch wird ein Aufliegen der Strike Battle bei Nichtbenutzung der Standfüße auf dem Kabel ausgeschlossen. Zusätzlich ziert der Name des Herstellers linksseitig die hochglänzende Rückseite. Ein zusätzlicher Knickschutz beim Übergang zur Tastatur soll das mit Gewebeschlauch umfasste Kabel zudem vor Brüchen in den Einzeladern schützen.

Mit rund 700 Gramm verfügt die Strike Battle über ein für diese Bauform akzeptables Gesamtgewicht. Um eine ausreichend hohe Rutschfestigkeit zu garantieren, nutzt die Strike Battle drei, im vorderen Bereich der Tastatur gleichmäßig verteilte, gummierte Auflagen mit je einer Länge von drei Zentimetern. Ob Hochstellfüße verwendet werden oder nicht, ist von den persönlichen Präferenzen abhängig. Die zwei in den Boden eingelassenen gummierten Hochstellfüße weisen im eingeklappten Zustand keine zusätzliche Rutschsicherung auf.

Erst in aufgestellter Position greifen die gummierten Auflagen und bieten eine zusätzliche Sicherung gegen ungewolltes Verrücken. Die geringen Abmessungen sorgen zudem dafür, dass die aufgerichteten Hochstellfüße nach hinten hervorstehen und sich nicht in das abgeschlossene Gesamtdesign integrieren. Kommen diese zum Einsatz, verändert sich der Anstellwinkel des Tastenfeldes entsprechend. Im Falle der Ozone Strike Battle beträgt dieser 3° und 8° in aufgerichteter Position.

Auf der nächsten Seite: Innere Details der Ozone Strike Battle.


Innere Details

Durch die aktuell angebotenen MX-Red sowie MX-Brown Schalterbestückungen erreicht Ozone wohl den größten Teil der anvisierten Zielgruppe der PC-Spieler. Die Eigenschaften des Modells mit braun codierten Schaltern bewegen sich zwischen denen einer reinen Spielertastatur (MX-Red) und denen einer schreibmaschinenähnlichen Bürotastatur (MX-Blue) für Vielschreiber. Die bei den Cherry MX-Brown zur Überwindung des Federwiderstands aufzubringende Betätigungskraft von 45 Gramm ist äquivalent zu denen der MX-Red. Allerdings müssen nochmals 10 Gramm mehr aufgewendet werden (55 Gramm), um den eigentlichen Schaltpunkt zu überwinden.


(Quelle: Cherry)

Ebenfalls für diesen Schaltertyp charakteristisch ist ein vier Millimeter langer Federweg, wobei der Signalschaltpunkt bereits nach einer Strecke von zwei Millimetern erreicht wird. Das Auslösen eines Schaltvorganges wird dabei durch kein akustisches Feedback begleitet. Die Charakteristik der MX-Brown bleibt an dieser Stelle unbewertet, da letztendlich das Wohlgefallen der verschiedenen MX-Schaltertypen stark von eigenen Präferenzen und Empfindungen geprägt ist.


(Quelle: Lethal Squirrel von geekhack.org)

Die Beleuchtung der Cherry-MX-Schalter erfolgt stets nach demselben Prinzip. Je nach Orientierung des Schalters auf der Tastatur wird eine LED wahlweise über- oder unterhalb des Kreuzstempels platziert, wodurch eine gleichmäßige Ausleuchtung der einzelnen Tastenkappen nicht möglich ist. Bei der Strike Battle befinden sich die Dioden oberhalb des Schalters. Folglich kann auch nur der obere Bereich der Tastenkappen ausgeleuchtet werden. Ozone versucht das Problem der schlechten Ausleuchtung elegant zu lösen, indem alle Beschriftungen der Tasten in die oberen zwei Drittel der Tastenfläche verschoben werden. Dies kommt insbesondere der Beschriftung für die Sekundär- und Drittfunktionen der Zahlenreihen, einigen Buchstabentasten mit Doppelbelegung sowie den Tasten für Sonder- und Satzzeichen zugute.

Allerdings verbessert sich die Ausleuchtung durch die verschobene Beschriftung nur marginal. Vor allem die Zahlenreihe hat nach wie vor mit Helligkeitsverläufen zu kämpfen, da die verschobenen Zahlen sich nun auf Höhe der Kreuzstempelaufnahme befinden und deshalb ebenso wenig vom Licht der roten LED erfasst werden können, wie auf der ursprünglichen Position unterhalb des Kreuzstempels. Weit weniger ausschlaggebend sind die starken Helligkeitsverläufe der beiden Leer- und FN-Tasten. Im Falle der Leertaste kann der breite Schriftzug nur mittig durch den Lichtkegel der LED erfasst werden, bei der FN-Taste fällt das Logo des Herstellers zu voluminös aus und bedeckt nahezu die komplette Fläche der Tastenkappe.

Eine Platzierung von Status-LEDs ist aufgrund der knappen Bauform schlicht nicht möglich. Deshalb greift Ozone auf eine gängige Lösung zurück und integriert die Status-LED in die Beleuchtung der einzelnen Funktionstasten. So wird die Hintergrundbeleuchtung der Tasten nur dann aktiviert, wenn die entsprechende Funktion (Caps Lock, Numblock, Rollen) zugeschaltet wurde. Dadurch sind diese Tasten von der eigentlichen Beleuchtung der Tastatur separiert und können auch nicht in ihrer Helligkeit verändert werden. Durch den freistehenden Charakter der Schalter wird das Licht nicht eingegrenzt und kann sich ungehindert unter den Schaltern ausbreiten. Das Resultat ist ein rotfarbender Lichtkranz, der sich um die Schalter sowie der gesamten Tastatur herum bildet.

Eine freistehende Bauform ist stets ein sicherer Indikator für eine Montage der Schalter auf einer Metall- oder Aluminiumplatte, der sogenannten "plate-mounted"-Methode. Dabei werden die einzelnen Schalter mittels vorgesehener Löcher fixiert und durch Halteklammern gegen horizontales und vertikales Verrutschen gesichert. Durch die zusätzliche Schicht zwischen Schaltern und PCB werden eine höhere Stabilität und ein besseres Tippgefühl erreicht. Auch unterdrückt diese Montagemethode einen Großteil der Vibrationen, was sich positiv auf die Charakteristik jedes einzelnen Schalters auswirkt. Bei Tastaturen mit freistehenden Schaltern ist diese Metall- oder Aluminiumplatte zugleich ein Teil der sichtbaren Gehäuseoberfläche. Die Tastenkappen der Strike Battle werden wie bei mit Cherrys MX-Schaltern bestückten Tastaturen üblich, auf den Kreuzstempel des jeweiligen Schalters gesteckt. Im Inneren der Tastenkappen befindet sich eine entsprechende kreuzförmige Aussparung. Bei der Strike Battle werden lediglich die die Enter-, Leer-, Rück- und linksseitige Umschalttaste mit einem zusätzlichen Drahtbügel - den sogenannten Costar-Stabilisatoren - versehen. Dieser Stabilisator sorgt für ein gleichmäßiges Absenken der einzelnen Tasten, auch wenn diese nicht zentral betätigt werden. Gegenüber der ebenfalls verbreiteten Cherry-Methode, bei der statt eines Drahtbügels zwei zusätzliche Kreuzstempel an den jeweiligen Enden der Tasten angebracht werden, sind die Costar-Stabilisatoren wartungsintensiver.

Im Inneren der Strike Battle ist die Verarbeitung, allem voran die der Platine, durchweg solide. Nachlässigkeiten besonders an kritischen Stellen wie den Befestigungspunkten der Schalter ließen sich nicht feststellen. Die Strike Battle stammt wie alle Tastaturen von Ozone vom taiwanesischen Unternehmen Costar und wird damit in den gleichen Werken produziert wie beispielsweise Tastaturen des Herstellers Filco. Als USB-Controller kommt ein HT82A525R von Holtek zum Einsatz. Der RISC-Mikrocontroller HT82A525R unterstützt den USB2.0-Standard und stellt eine Full-Speed-USB-Geräteadresse mit vier Endpunkten bereit.


Praxistest

Der Praxistest gliedert sich in zwei Teilabschnitte. Unter der Überschrift "Alltagserfahrungen" wird die Ozone Strike Battle selbstredend einem gängigen Alltagstest unterzogen und anschließend bewertet. Neben der Handhabung beim Anfertigen von Texten und Spielen ist auch das Testen der Ghosting- und Rollover-Funktionen ein fester Bestandteil dieses Abschnitts. Im zweiten Teil "Software" wird die von Ozone als Download bereitgestellte Konfigurationssoftware (Profile, Tastenbelegungen, Beleuchtung) genauer unter die Lupe genommen.

Alltagserfahrungen

Bei Tastaturen, die explizit für PC-Spieler beworben werden, ist die Rollover-Fähigkeit nach wie vor brandaktuell und wirkt sich oftmals kaufentscheidend aus. Werden beispielsweise bei der normalen Bedienung des PCs oder beim Anfertigen von Texten nur in den seltensten Fällen mehr als zwei bis drei Tasten simultan betätigt, so besitzt das korrekte Erkennen von gleichzeitig gedrückten Tasten bei PC-Spielen eine übergeordnete Rolle. Gegenüber dem Windows-Betriebssystem gibt sich die Strike Battle, wie auch schon die Strike Pro, als USB2.0-Gerät im Full-Speed-Modus zu erkennen, wodurch beste Voraussetzungen für eine N-KRO-Fähigkeit geschaffen sind. Für eine detaillierte Beschreibung von N-KRO im Zusammenhang mit Profilen, Datenübertragungen und Limitierungen von USB sei auf den Praxistest der Ozone Strike Pro verwiesen. Die Überprüfung der Rolloverfähigkeit wird mit der Software "Aqua’S KeyTest" ermittelt. Wie in den nachfolgenden Abbildungen deutlich zu erkennen ist, hat die Strike Battle keine Probleme beim Erkennen von Tastensignalen, egal in welcher Anzahl diese ausgelöst werden.

Die Handhabbarkeit und platzsparende Bauform der Strike Battle wissen zu gefallen, freistehende Tasten ermöglichen zudem eine einfache Reinigung. Der positiven Eigenschaft dieser Bauform steht jedoch auch ein negativer Aspekt gegenüber. Anders als bei geschlossenen Tastaturen besitzt die Strike Battle kein umschließendes Gehäuse und damit auch keine dämpfende Eigenschaft. Die Lautheit ist somit bauartbedingt höher als bei Tastaturen in herkömmlicher Bauform und mit ähnlicher Schalterbestückung, was die Strike Battle vom Klangbild her dominierender erscheinen lässt, jedoch keinesfalls als negativ-störend. Das Tippgefühl ist MX-Brown typisch und unterscheidet sich nicht von Produkten der Konkurrenz.
Die Standsicherheit der Strike Battle ist jedoch ein echtes Problem und gibt ausreichend Grund zur Kritik. Mit eingeklappten Standfüßen verfügt die Tastatur im hinteren Bereich über keinerlei Sicherung gegen ein Verrutschen. Mit einem Schwerpunkt auf der vorderen und in der Mitte positionierten gummierten Auflage, lässt sich die Strike Battle so problemlos mit einem Finger im Kreis drehen. In der Praxis steht die Tastatur demnach nur mit ausgeklappten Standfüßen wirklich rutschfest.

Bei den Sekundärfunktionen hat Ozone auf das bewährte Konzept der Strike Pro gesetzt und die Belegung ohne Abänderungen direkt übernommen. Die Funktionen der Wiederhol- und USB-Abtastrate (F1-F4) sind am weitesten von der FN-Taste entfernt und lassen sich nicht mehr einhändig bedienen. Dies ist aufgrund der gegenüber den anderen Funktionen nicht allzu frequenten Nutzung recht unproblematisch. Die Medien- (F5-F9) und Lautstärkesteuerung (F10-F12) sowie die Funktionstaste für den Beleuchtungsmodus lassen sich hingegen allesamt bequem mit einer Hand erreichen. Wenig Flexibel zeigt sich Ozone bei der Umsetzung des Gaming-Modus. Dieser führt zur Deaktivierung der linken Windows-Taste und aktiviert das alternative Profil sowie die auf den mit "M1" bis "M6" beschrifteten Tasten liegenden Markos.

Das Deaktivieren der Windows-Taste sowie der Zugriff auf die Makrofunktionen mittels "FN" gehören eigentlichen schon zum Standardrepertoir einer guten Gaming-Tastatur. Während ersteres problemlos auch mit der Strike Battle möglich ist, stellt der Zugriff auf die Makrofunktionen eine größere Hürde dar und ist nicht ohne ein vorheriges Wechseln des Profils möglich. Somit stehen dem Anwender die Makros lediglich bei Aktivierung eines alternativen Profils zur Verfügung, wobei die Tasten Ihre Primärbelegung einbüßen. Sicherlich eleganter hätte Ozone auch die Profilverwaltung lösen können. Zwar lassen sich über die Software fünf Profile simultan verwalten, ein Profilwechsel kann jedoch nicht hardwareseitig über eine Tastenkombination ausgelöst werden. Neben dem normalen Standardprofil ist so nur ein weiteres, alternatives Profil auf die Tastatur übertrag- und als Gaming-Mode nutzbar.

Software

Eine Weiterentwicklung der Software hat es seit unserem Artikel zur Ozone Strike Pro im Jahr 2014 nicht gegeben. Nach wie vor stellt die Version 1.0 die aktuellste Ausführung der hauseigenen Software dar. Die Oberfläche verfügt über drei Karteireiter, über die sich die verschiedenen Einstellungen der Tastatur vornehmen lassen. Ein abgegrenzter Bereich im unteren Drittel der Oberfläche ist dabei für die Profilverwaltung vorgesehen. Wie von einer solchen Software zu erwarten, kann der Anwender in der Verwaltung Profile angelegen, laden, speichern und editieren. Die Strike Battle kann lediglich mit einem Profil betrieben werden, auch wenn die Schnellauswahl mit fünf Profilen einen anderen Eindruck vermittelt. Ein kleiner Trick mehr als ein Profil zu verwenden ist das Verknüpfen eines externen Programms oder Spiels mit dem jeweiligen Profil. Sobald gestartet, aktiviert die Software das Profil ohne Zutun des Anwenders vollständig automatisch. Die Einstellungsvielfalt der Strike Battle sollen im Folgenden näher erläutert werden.

Unter dem Menüpunkt "Main Control" kann der Anwender die Belegung sämtlicher Primärtasten vornehmen. Inwiefern diese Funktionalität sinnvoll ist, darf sicherlich hinterfragt werden. Gegenüber der Tastenumbelegung in Spielen bietet sie keinen Mehrwert. Wohl auch deswegen, weil die Tasten lediglich die Funktionen anderer übernehmen können und Kombinationen aus Hilfs- und Primärtasten nur über die Makrotasten möglich sind. Ein wenig irritierend ist auch die Abbildung der Strike Battle innerhalb der Software, die in der dortigen Version ein US-Tastaturlayout aufweist. Ein Funktionswechsel von Buchstaben mit Umlauten ist dennoch möglich, auch wenn die Software zunächst das falsche Zeichen anzeigt.

Einzelfunktion 
Taste deaktivieren Nein
Zuweisen von Funktionen anderer Tasten  Ja
Zuweisen von Shortcuts Nein
Makros  
Anzahl Ohne Begrenzung
Länge 60 Elemente (40 ohne Verzögerungen)
Ausgabe  Einmalig, N-Fach
Zuweisung 6 Stück
Makro-Aufnahme
Editor Ja
Aufnahmemöglichkeite Tastatur (Tasten, Tastenkombinationen)
Verzögerung    keine, Reale Abstände
Editieren Ja

Der Karteireiter "Macro Settings" ist selbstsprechend. Den sechs Makrotasten können verschiedenartige Belegungen zugewiesen werden, die von einfachen Tastenkombinationen bis hin zu Windowseigenen sowie Multimediafunktionen reichen. Über den Macro Manager angefertigte Makros stehen ebenfalls zur Auswahl. Mit der Software können beliebig viele Makros aufgezeichnet, jedoch weder importiert noch exportiert werden. Eine einzelne Sequenz erfasst bis zu 20 Tastendrücke und ebenso viele Verzögerungszeiten zwischen den verschiedenen Tasten.

Die USB-Abtastrate sowie die Verzögerungszeit der Strike Battle nach Auslösen einer Taste können im letzten Punkt des Menüs unter "Advanced Settings" verstellt werden. Zusätzlich kann der Anwender den gewünschten Beleuchtungsmodus voreinstellen. Als letzte Option des Menüpunktes kann wahlweise die Windows-Taste für den Gaming-Modus ein- oder abgeschaltet werden.

Insgesamt bleibt die Ozone mit dem Funktionsumfang hinter den eigenen Möglichkeiten zurück. Die Erstellung von Makros ist stark limitiert, die Software reagiert oft träge und ein Überspielen der Einstellungen kann gut und gerne 20 Sekunden in Anspruch nehmen. In dieser Zeitspanne reagiert die Strike Battle auch nicht auf Eingaben von außen. Andere Hersteller sind in puncto Treibersoftware bereits wesentlich besser aufgestellt. Cougar hat beispielsweise bei der Attack X3 gezeigt, wie ein weitaus größerer Funktionsumfang optimal mit einer einfachen Bedienung kombiniert werden kann.


Fazit

Bei der Strike Battle gehört eine bis auf dem letzten Millimeter ausgereizte Tenkeyless-Bauform ebenso wie die optisch ansprechenden freistehenden Schaltern fest zum Gesamtkonzept. Selbst die bereits bei Tenkeyless-Tastaturen existierenden geringen Abmessungen kann die Strike Battle durch das nahezu rahmenlose Design nochmals unterbieten und besitzt so ein Alleinstellungsmerkmal, um sich gegenüber der breiten Masse positiv hervorzuheben. Viel weiter lässt sich eine Tastatur bei gleichbleibender Tastengröße nicht verkleinern.

Bei der Ausstattung steht die Strike Battle der Konkurrenz in nichts nach. Eine mehrstufig anpassbare rote Hintergrundbeleuchtung, einstellbare USB-Abtast- und Tastenwiederholraten sowie eine in unserem Praxistest verifizierte N-Key-Rolloverfähigkeit gehören ebenso zum Standardrepertoire wie Makro-Tasten und Profilfunktionen. Zusatzfunktionen zur Multimediasteuerung oder Lautstärkeregulierung sind designbedingt über Sekundärfunktionen realisiert. Mit wahlweise roter oder brauner Schalterbestückung stehen die unter PC-Spielern beliebtesten MX-Schaltertypen von Cherry zur Auswahl. Ansonsten zeigte sich die Strike Battle recht unauffällig. Das Tippgefühl ist typisch für eine Tastatur mit MX-Brown-Schaltern, lediglich das Klangbild ist durch die freistehenden Taster ein etwas lauteres. Wem dies missfällt kann O-Ringe zur Dämpfung für wenig Geld käuflich erwerben.

Kritik muss die mechanische Tastatur vor allem für das Anschlusskabel, die Rutschfestigkeit und die Umsetzung der Profilfunktion einstecken. Während das mit 1,50 Metern doch recht kurzgeratene Anschlusskabel noch verschmerzlich ist, stellt die Rutschfestigkeit ein echtes Problem dar. Durch das Fehlen von gummierten Auflagen im hinteren Teil der Tastatur, muss die Strike Battle schon zwangsläufig mit ausgeklappten Standfüßen betrieben werden. Als wenig flexibel zeigte sich zudem die Umsetzung der Profilfunktion. Neben dem Standardbetrieb, kann die Tastatur lediglich mit einem als Gaming-Mode bezeichneten, anpassbaren Profil versehen werden. Eine Nutzung der Makro-Funktionen ist nur im angesprochenen Gaming-Mode möglich, eine separate Aktivierung über die Funktionstaste ist von Ozone nicht vorgesehen. Auch die Software lässt einige Funktionalitäten vermissen. So ist es beispielsweise nicht möglich, Makros zu importieren oder exportieren. Ein Wechsel zwischen den fünf Profilen ist nur bei Verknüpfung mit der Ausführung eines Programms oder Spiels möglich. Ein weiteres Ärgernis, für das Ozone allerdings nur sehr bedingt verantwortlich ist, stellt die Verfügbarkeit der Strike Battle dar. Während die mit rot eloxierter Oberfläche versehene Version faktisch nicht zu bekommen ist, bieten gerade mal eine Handvoll Einzelhändler die Strike Battle mit roter und brauner MX-Schalterbestückung an. Als nächste Alternative im gleichem Formfaktor wäre die Cooler Master CM Storm Quick Fire Rapid-I zu nennen, welche aber mit MX-Brown Schaltern ausgestattet erst zu einem Aufpreis von mindestens 20 € erhältlich ist.

Die Strike Battle von Ozone präsentierte sich als ist eine solide Tenkeyless-Tastatur mit einem ausgezeichneten Preisleistungsverhältnis. In Anbetracht der zufriedenstellenden Testergebnisse ist die mechanische Tastatur ein guter Kandidat, um bei einer bevorstehenden Kaufentscheidung mit in die engere Auswahl aufgenommen zu werden.

 

 

 


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