Wärmeleitpasten - Short Report - Bewertung und Fazit

Erstellt am: 23.09.2010 um 11:45 Uhr von Oliver Opel.

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Bewertung und Fazit:

Für die Leistungsbewertung wurden zunächst die Last-Werte zugrundegelegt. Obwohl die Wärmeleitfähigkeiten der Pasten bei 12V Lüfterspannung den größten Einfluß besitzen, halten wir die bei 7V erzielten Ergebnisse für relevanter, eben im Sinne einer zeitgemäß leisen und trotzdem kräftigen Kühlung.


Gelid GC-2:

Die Gelid GC-2 lässt sich sehr gut auftragen und weist letztlich eine bessere Wärmeleitfähigkeit und insgesamt bessere Praxistauglichkeit auf als die Arctic Silver 5, belegt in unserem Test leistungsmäßig aber dennoch den letzten Platz. Zwar kann sie unter 12V die AS 5 in die Schranken verweisen, was sie letztlich als durchaus anwendungstauglich - insbesondere aufgrund des geringen Preises und der Verteilhilfe als Beigabe - qualifiziert. Unter 7V muss sie der AS 5 allerdings den Etappensieg lassen.

Letztlich handelt es sich jedoch um eine dennoch gut zu verwendende Paste zu einem guten Preis, die ihr schlechtes Abschneiden eher der sehr hochwertigen Konkurrenz verdankt als der eigenen Schwäche. Für Sparfüchse ist das günstigste Angebot in der Preissuchmaschine Geizhals von knapp über 3 € sicher ein Argument. Mit der ehemaligen Referenz Arctic Silver AS 5 vergleichbaren Performance handelt es sich alles in allem um eine professionelle Wärmeleitpaste, bei der man mit 7g sicher für einige Zeit sehr gut gerüstet ist. Sie eignet sich demnach für Vielbastler ebenso wie für den preisbewussten Anwender, und verdient sich unseren Best Price Award.

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Coolink Chillaramic:

Eine besondere Stellung in unserem Test-Setup nimmt die Coolink Chillaramic als einzige Keramikpaste ein. Keramikpasten zeichnen sich durch gute Verarbeitbarkeit und kleinste Partikel aus, die in die feinsten Unebenheiten der Heatspreader- und Kühlerbodenoberflächen eindringen können. Weiterhin leiten sie keinen elektrischen Strom, wobei das auch bei heutigen Metalloxidpasten in der Regel nicht mehr der Fall ist. Dafür liegen sie in der Wärmeleitfähigkeit etwas zurück, wodurch sie sich am besten für Silent-Systeme eignen, zu sehen in unserem Idle-Test, wo die Chillaramic den zweitbesten Platz hinter der Gelid GC Extreme belegt, und das zu einem deutlich günstigeren Preis. Mit einer Packungsgröße von 10g hat man es mit einer fast schon lebenslangen Portion Wärmeleitpaste zu tun, zu einem Preis bei knapp 6-9 €. Die Paste ist damit nicht ganz so günstig wie die Gelid GC-2, hat jedoch ihre ganz eigenen Qualitäten. Beispielsweise nutzen viele Overclocker Keramikpasten für Sub-Zero Anwendungen, da die Silikonmatrix Minusgrade verträgt, ohne ihre Geschmeidigkeit zu verlieren. In gewisser Weise handelt es sich bei dieser Paste um einen Geheimtipp, der eigenlich einen Preis-Leistungs-Award verdient hätte.

Stattdessen vergeben wir jedoch wegen des guten Gesamtpakets, das diese Paste bietet, den Silber Award.

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Noctua NT-H1:

Noch ein wenig kräftiger als die Coolink Chillaramic leitet die Noctua NT-H1 die Wärme unseres Testprozessors in den Kühler und verdient sich damit den zweiten Platz in Leistungshinsicht. Das allerdings zu einem Preis, der nur knapp unter dem des Testsiegers einzuordnen ist. Die Noctua qualifiziert sich damit als sehr gute Paste, eine Kaufempfehlung können wir jedoch nur bedingt aussprechen.

Wem Leistung wichtiger ist, der sollte eher zur Gelid GC Extreme greifen, wer auf Preis-Leistung aus ist, dem sei die Gelid GC-2 oder die Coolink Chillerama ans Herz gelegt. Die Noctua NT-H1 ist damit nur etwas für leistungsbewusste Käufer, die keine Keramikpasten verwenden möchten und denen die Gelid GC Extreme entweder zu schrill daher kommt oder dann doch den entscheidenden Euro für die letztlich nur geringfügig bessere Leistung zu teuer ist. Aufgrund der dennoch sehr guten Performance vergeben wir unseren Bronze Award.

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Gelid GC Extreme:

Mit Abstand die beste Leistung zeigte bei unserem Test die Gelid GC Extreme. In allen Szenarien lag die Gelid teilweise deutlich vor den Mitstreitern. Zwar ist die Gelid Extreme mit 6,40-12 € je 3,5g auch die teuerste der getesteten Pasten, kann aber sowohl bei der Leistung, als auch bei der Konsistenz der Paste und der Verarbeitbarkeit punkten. Dazu trägt auch der beigelegte Spatel für ein gleichmäßiges Auftragen bei.

Aufgrund dieser hervorragenden Eigenschaften eignet sich die Gelid GC Extreme für alle, denen es auf das letzte Quäntchen Leistung genauso ankommt wie auf problemloses und professionelles Handling. Der etwas höhere Preis ist zu verschmerzen, da der Spritzeninhalt dennoch für einige Anwendungen, im Normalfall wahrscheinlich für mehrere Jahre ausreichend ist. Aber auch Bencher und Übertakter mit hohem Verbrauch dürften zu dieser Paste greifen, da die Kosten für eine Wärmeleitpaste gegenüber den bei solchen Anwendungen sowieso hohen Hardwarekosten mit Sicherheit zu vernachlässigen sind. Wir können der Gelid GC Extreme daher unseren Gold Award verleihen.

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