Enermax Hoplite

Erstellt am: 24.02.2012 um 15:00 Uhr von Thomas Radigk.

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Beitragsseiten

Die Firma Enermax ist bereits seit über 20 Jahren im Geschäft und durch die Herstellung qualitativ hochwertiger Netzteile bekannt geworden. Fortschritt hat im Unternehmen einen großen Stellenwert, weswegen viele Innovationen auch im Bereich der hergestellten Lüfter einfließen. Dabei beschränkt man sich schon lange nicht mehr nur auf die Herstellung von Lüftern und Netzteilen, sondern fertigt auch Tastaturen, externe Festplattengehäuse und andere Peripheriegeräte. Nun bringt Enermax mit dem Hoplite und dem SpineRex zwei neue Gehäusesprösslinge hervor, um die eigene Position auf einem globalen Markt stärken zu können. Wie das BlueViper 2005 haben beide stählerne Kolosse den Anspruch, in der Oberliga mitzuspielen, was nicht zuletzt an der langen Featureliste abzulesen ist. Den gehobenen Anspruch sieht man auch am Preis: Zwischen 80 und 110 Euro wandern über die (virtuelle) Ladentheke, bevor man ein solches Gehäuse sein Eigen nennen darf. Was das Enermax Hoplite für ca. 80 Euro dem Kunden bieten kann und wie gut es im Hardware-Factory-Testlabor abgeschnitten hat, ist in diesem Review dokumentiert.


Übersicht

Enermax Hoplite Spezifikation
Größe
Tiefe 493 mm
Breite 200 mm
Höhe 490 mm
Einbauschächte
5,25 Zoll extern 4x
3,5 Zoll extern 0x
3,5 Zoll intern 4x + 2x Hot-Swap-Schächte
2,5 Zoll intern 2x (2x optional im Hot-Swap Schacht)
Sonstiges
Material 0,6 - 0,8 mm SECC-Stahl, Plastik
Gewicht ca. 7 kg
Anschlüsse 1x E-SATA / 2x USB3.0 / Mikrofonein-, Kopfhörerausgang
Lieferumfang
- Enermax Hoplite Towergehäuse
- 1x Enermax T.B.Vegas Duo 120 mm Lüfter (verbaut in der Front)
- 1x Lüfter (Power Cooler) 120 mm rückseitig verbaut
- Schrauben, Kabelbinder, Piezo-Lautsprecher, Handbuch

 

Das ca. 7 kg schwere Enermax Hoplite zeigt sich durch die Verbreiterungen an den Seiten und dem Aufbau auf dem Deckel groß und bullig. Dabei gehört es mit einer Höhe von 490 mm noch nicht zu den größeren Full-Tower Gehäusen, wie es zum Beispiel beim SpineRex aus dem gleichen Hause der Fall ist. Das zu verbauende Mainboard darf die Maße des ATX-Formats nicht überschreiten, Grafikkarten dürfen eine Länge von bis zu 315 mm haben. Damit haben auch die größten Pixelbeschleuniger wie die HD6990 von AMD oder die GTX590 von NVIDIA keine Platzprobleme zu fürchten. Unter dem aufgesetzten Deckel finden entweder bis zu zwei Lüfter (wahlweise 120 oder 140 mm Breite) oder ein Dual-Radiator Platz.

Der Lieferumfang zeigt sich ein wenig dürftig. Außer dem Gehäuse gibt es noch eine kleine weiße Pappbox, die den gezeigten Lieferumfang enthält. Das beiliegende Faltblatt beschreibt auf Englisch, Deutsch und Polnisch die Montage der Laufwerke, das Entfernen und Reinigen der Staubfilter sowie die Belegung der internen Anschlüsse. Für die Montage von Laufwerken und Erweiterungskarten wird eine geringe Anzahl an Schrauben mitgeliefert. Warum wir fehlende Slotblenden für nicht belegte Erweiterungskartenslots vermissen kann im Abschnitt "Innere Details" erforscht werden. Dafür legt Enermax zwei Klettbänder, zwei relativ kurze Kabelbinder und einen PC-Speaker bei.


Äußere Details

 

Fast überall am Hoplite erblickt das Auge schwarzes Mesh und große vergitterte Öffnungen, die in der Regel traumhafte Temperaturen für die Hardware zur Folge haben. Um größeren Staubansammlungen vorzubeugen, sind an den meisten Stellen Staubfilter angebracht. An der linken Gehäusewand können zwei 120 mm Lüfter angebracht werden, um die Zufuhr von kühler Luft für Grafikkarte und Prozessorkühler zu steigern. Dabei muss natürlich beachtet werden, dass die maximale Höhe für einen CPU-Kühler durch das Verbauen solcher Lüfter reduziert wird. Enermax gibt an, dass ohne einen Gehäuselüfter an der Seitenwand der CPU-Kühler eine Höhe von maximal 178 mm aufweisen darf, bevor es zu Problemen beim Schließen der Seitenwand kommt. Mit Gehäuselüfter dürfen es dann nur noch 160 mm sein. Die gelochte Fläche an dieser Seitenwand ist die größte Fläche die nicht vor (seitlich) einfallendem Staub geschützt ist. Sie kann mit den eingesetzten Rändelschrauben an der Rückseite leicht entfernt werden, was auch auf den Deckelaufsatz und die gegenüberliegende Seitenwand zutrifft.

Beim Betrachten der Rückseite werden sich die Freudensprünge in Grenzen halten, denn außer zwei Schlauchdurchführungen für eine Wasserkühlung gibt es lediglich einen Platz für einen 120 mm Lüfter sowie eine weitere Öffnung für die USB3.0 Kabel. Der Lüfterplatz wird im Auslieferungszustand bereits von einem Lüfter, der nicht aus dem Hause Enermax stammt, belegt. Stattdessen vertraut man hier auf ein Modell der hierzulande eher unbekannten Firma "PowerCooler", das mit einem 4-Pin-Molex Stecker ohne Lüftersignal daherkommt. Außerdem wird spätestens hier die Netzteilposition klar, die dem Trend folgt und somit das Netzteil unten im Gehäuse vorsieht. Dieser Platz bietet an der Außenseite des Gehäuses einen einfach zu entfernenden Filter, der einer übermäßigen Staubentwicklung an den Netzteilinnereien verhindern soll.

Wiederum vorne sind die Anschlüsse des Hoplite’s zu sehen: E-SATA, 2xUSB3.0, AudioIn/Out sowie Reset- und Power-Knopf. Enermax hat sich hier entschieden, die Anschlüsse im 45° Winkel zwischen Gehäusevorderkante und Gehäusedeckel unterzubringen, was den Komfort deutlich erhöht und gleichzeitig die von oben einfallenden Staubmengen geringfügig reduziert. Die Anschlüsse sind nicht am Deckel montiert, sondern verbleiben bei der Demontage des Deckels am Gehäuse. Unter dem Enermax Logo sind die üblichen 5,25 Zoll Schächte zu finden, deren Abdeckung mit Mesh und Staubfiltern versehen wurden. In der Frontblende gibt es lediglich einen Lüfterplatz, der bereits von einem Enermax T.B.Vegas Duo eingenommen wird. Ein Taster für die Beleuchtungsumschaltung und ein Potenziometer zur Drehzahleinstellung sind bereits nach außen geführt, worauf auch der angebrachte farbige Aufkleber hinweist. Dieser Lüfterplatz ist ebenfalls mit einem Filter versehen, der nach dem Öffnen der Tür leicht durch ein nach oben Ziehen zu entfernen ist. Unterhalb dieses Lüfterplatzes, der sich übrigens wie eine Tür öffnen und auch aushaken lässt, befindet sich der Platz für die zwei 3,5 Zoll Hot-Swap Schächte, die für die Nutzung von Festplatten vorgesehen sind. Der Zugriff erfolgt auch hier wieder nach dem Öffnen einer kleinen Tür. Die Arretierung der Laufwerke ist sehr sicher gelöst, wodurch eine Beschädigung der Festplatte durch das Lösen dieser und somit durch Erschütterung, vermieden werden kann.

In der Draufsicht wird ein weiterer Hingucker, vielleicht auch schon der nächste Trend sichtbar: die Möglichkeit, Festplatten ohne Gehäuse im 2,5 und 3,5 Zoll Format einfach einstecken zu können. Warum dies nicht nur Vorteile bietet besprechen wir im Abschnitt "Hardwareeinbau". Mit Hilfe eines Trickfotos, in dem der Deckel halb transparent gestaltet wurde, wollen wir den großen Raum zwischen der eigentlichen Gehäuseoberkante und der Deckelunterseite offenbaren. Der eine oder andere begeisterte Gehäusemodder kann hier schon gleich den Platz für einen Radiator oder Verstecke erkennen, die vom Deckel abgedeckt werden.


Innere Details

"Blau, blau, blau sind alle meine Kleider..." - nein so ist es im Fall des Enermax Hoplite definitiv nicht, denn hier ist schwarz eindeutig die dominierende Farbe. Auch hier folgt man dem Trend und kann farbliche Akzente nur durch Kabel im Inneren ausfindig machen. Eine weitere Auffälligkeit dürfte neben der großen Aussparung im Bereich der CPU eine ebenfalls vorhandene Aussparung im Bereich der GPU(s) sein. Der Sinn hierfür ist uns zwar unbekannt, schaden kann es aber nicht, denn der Mainboardträger wird dadurch nicht labil. Löcher für Kabeldurchführungen sind ebenfalls mehr als ausreichend vorhanden und die meisten davon sind mit Gummiabdeckungen versehen.
Im Bereich der Erweiterungskarten leistet sich Enermax einen groben Schnitzer, denn die Blenden für die Karten müssen herausgebrochen werden und können anschließend nicht mehr verwendet werden. Außerdem entstehen durch das Herausbrechen verletzungsfördernde Kanten, die nachbearbeitet werden müssten. Auf üblicher Position, also oberhalb des Loches für das I/O-Shield ist ein auswärts blasender Lüfter angebracht, der völlig überraschend nicht aus dem gleichen Hause kommt, wie das Gehäuse. Stattdessen wird ein Lüfter der Firma Power Cooler eingesetzt, der nur über einen Molex-Anschluss verfügt und kein Lüftersignal überträgt. Mit welcher Lautstärke der Lüfter von Power Cooler zur Gesamtlautstärke des Enermax Hoplite beiträgt haben wir im Kapitel "Temperatur- und Lautstärkemessungen" untersucht.
Die Platine, die die S-ATA Anschlüsse der unteren 3,5 Zoll Laufwerke weiterleitet und zusätzlich deren Stromversorgung bereitstellt, bietet als Besonderheit noch die Möglichkeit, bis zu zwei Lüfter anzuschließen, womit sich hier 4-zu-3-pol-Adapter einsparen lassen. Bei der Auslieferung wird einer dieser Anschlüsse vom verbauten T.B.Vegas Duo belegt.

Bei der Befestigung der 5,25 Zoll Laufwerke hat man sich für eine schraubenlose Lösung entschieden, die nur auf einer Seite fixiert werden muss. Dafür befinden sich innen an der anderen Seite Metallfedern, die das Laufwerk andrücken. Unterhalb des Platzes für die optischen Laufwerke und Lüftersteuerungen sind die 3,5 Zoll Laufwerke sowie bis zu zwei 2,5 Zoll Laufwerke vorgesehen. Der Zugriff auf die Plätze erfolgt nach dem Lösen einer Rändelschraube und Aufklappen der Tür, die zusätzlich seitlich geklipst ist und auch ohne Schraube geschlossen werden kann. An dieser Tür konnten wir übrigens den einzigen richtigen Verarbeitungsmangel finden, denn oben rechts war eine kleine Stelle Lack abgeplatzt. Ansonsten ist die Verarbeitungsqualität des Enermax Hoplite auf einem hohen Niveau, denn sieht man von den entstehenden Kanten durch das Herausbrechen der Blenden bei den Erweiterungskarten ab, sind scharfe Kanten entweder ausreichend entgratet oder umgebogen.


Einbau der Hardware

Wir sprachen es bereits im Abschnitt "Äußere Details" an, dass das Enermax Hoplite ein interessantes Feature im Deckel bietet. Damit ist nicht die Montage eines Radiators für eine Wasserkühlung gemeint, sondern die Möglichkeit, Festplatten in einen Spalt stecken und mit dem PC verbinden zu können. Die dafür nötigen Anschlüsse sind auf einer kleinen Platine unterhalb des Steckplatzes bereits an Ort und Stelle untergebracht. Durch die Verwendung von S-ATA und des AHCI-Verbindungsprotokolls ist es möglich, im laufenden Betrieb Festplatten hier ein- und auszustecken. Bis zum Einstecken ist dies auch noch kein Problem, lediglich das Einstecken der 2,5 Zoll Festplatte ist etwas schwieriger. Da aber die Festplatten vergleichsweise stark gehalten werden, bedarf es einer großen Kraft, diese wieder aus dem Spalt herauszuziehen. Während des Tests war es nötig, dafür beide Hände zu verwenden. Bedingt durch die hohe aufzuwendende Kraft ist davon abzuraten, dies im laufenden Betrieb durchzuführen, denn nach dem Lösen erfährt die Festplatte eine enorme Beschleunigung, die dazu führen kann, dass die Schreib- und Leseköpfe der Festplatte über die Magnetplatten fliegen, aufsetzen und diese beschädigen.

Die Montage eines optischen Laufwerks in einem 5,25 Zoll Schacht verlief einfach und problemlos. Das Laufwerk muss mit etwas Kraft in den Schacht geschoben und anschließend seitlich mit der Verschraubung fixiert werden. Da der Schraubenkopf mit dem Drehknauf stark vergrößert ist und man das Gewinde nicht wirklich ausmachen kann, muss man leider raten, wo sich das Gewinde des Laufwerks befindet.

Ebenfalls kräftig muss eine 3,5 Zoll Festplatte im mittleren Festplattenkäfig eingeschoben werden. Sie stößt hinten gegen einen kleinen Winkel und der Käfig kann anschließend wieder geschlossen werden. Die Anschlüsse sind dann von der anderen Gehäuseseite erreichbar. Durch die relativ starke Fixierung der wenig vibrationshemmenden, leicht gummierten Laufwerksführungen, den Winkel hinten und die Tür vorne ist ein Verschrauben der Festplatten nicht unbedingt nötig.

Da der Hersteller schon die meisten Mainboard-Abstandshalter montiert hat, konnte das Mainboard schnell montiert werden. Auch bei dem Einbau der restlichen Hardware sind keine weiteren Komplikationen aufgefallen. Dies gilt allerdings nicht für die Demontage. Denn was beim Einbau nur geringfügig stört, ist beim Ausbauen der Grafikkarte wesentlich lästiger. Eine Niete, die Gehäuse und Aussparung für die Erweiterungskarten verbindet, blockiert etwas das Herausnehmen der Grafikkarte. Sie ist im Bild (unten) markiert.


Temperatur- und Lautstärkemessungen

Testsystem

Testsystem
Gehäuse Enermax Hoplite
Mainbaord Gigabyte H55N-USB3 rev1.0, H55 Sockel 1156, MiniITX
CPU Intel Core i3 530 (155x22 = 3410MHz) S1156, Dualcore, Prolimatech Samuel 17 Kühler + Enermax Twister Cluster (950U/min)
Ram 2x2048MB G.Skill Ripjaw DDR3-2000 MHz
Grafikkarte

AMD/ATI Radeon 6950 2048MB (Scythe Musashi 2x 1300U/min)

Netzteil Corsair HX520W
Betriebssystem Windows 7 Professional 64bit
USB3.0 Treiber NEC USB3.0 Driver Version 1.0.14.0
Festplatten Supertalent Ultradrive ME 128GB SSD

 

Temperaturmessung
Um die Temperaturwerte der einzelnen Komponenten im Zusammenspiel mit dem Enermax Hoplite ermitteln zu können, haben wir sowohl einen Idle- als auch einen Last-Betrieb des Systems bei einer durchschnittlichen Raumtemperatur von 20° simuliert und die Ergebniswerte über einen Zeitraum von jeweils einer Stunde mit dem Tool AIDA64 der Firma FinalWire Ltd protokolliert. Angegeben werden in diesem Test die jeweiligen Durchschnittswerte des Testzeitraums. Die folgenden Diagramme zeigen unsere ermittelten Systemtemperaturen im Idle- und Last-Zustand.

Das Enermax Hoplite bietet mit seinen unzähligen Lüfterplätzen sehr viele Möglichkeiten, die beste Kühlleistung zu erzielen. Wir beschränkten uns im Test darauf, die mitgelieferten Lüfter an Ort und Stelle zu lassen und sowohl Last- als auch IDLE-Betrieb zu messen. Da der hintere Lüfter nicht regelbar ist und relativ langsam dreht, ist auch der vordere Lüfter auf die niedrigste Drehzahl eingestellt. Obwohl man eindeutig sagen kann, dass eine Festplatte an der belüfteten Position davon profitiert, so ist der Unterschied doch sehr gering. Dies kann allerdings auch daran liegen, dass die Festplatte (Samsung HD154UI) generell eher weniger Abwärme erzeugt. Im IDLE-Betrieb ist an keiner Stelle eine kritische Temperatur auszumachen, was sich im Last-Betrieb ebenfalls fortsetzt.

Lautstärke
Die Lautstärke eines Systems ist stets subjektiv zu betrachten und kann selbst bei gleicher Hardware unterschiedlich ausfallen. Das eingesetzte Testsystem ist auf einen möglichst leisen Betrieb ausgelegt, und in der beschriebenen Konfiguration der Lüfter wird es auch durch das Enermax Hoplite nicht viel lauter. Lediglich der verbaute Enermax T.B.Vegas Duo Lüfter in der Frontblende macht permanent auf sich aufmerksam (Regelbereich von ca. 830 - 1700 U/min). Die Ursache ist schnell gefunden, denn der Lüfter ist an keiner Stelle durch weiche Materialien vom Gehäuse entkoppelt, was sich gerade bei geschlossener Tür, in der er sich befindet, bemerkbar macht. Bei hohen Drehzahlen überträgt dieser Lüfter seine gesamten Vibrationen an das Gehäuse, das als Klangkörper dient und eine keinesfalls als leise zu bezeichnende Geräuschkulisse erzeugt. Leider hat Enermax keine weiteren Lüfterplätze in der Frontblende vorgesehen, wo vielleicht Maßnahmen zur Entkopplung durchführbar wären. Möchte man also den Luftstrom (vorne kühle Luft hinein und hinten erwärmte Luft hinaus) erhalten, so muss der Lüfter an dieser Stelle genutzt werden. Für alle, denen der PC nicht leise genug sein kann, ist von der Verwendung dieses Lüfterplatzes abzusehen.
Abgesehen von den Lüftern macht sich eine HDD an jedem erdenklichen Platz im Gehäuse stets auffällig bemerkbar. Dabei ist der Einsatz in einem der unteren Hot-Swap-Schächte kaum vom HDD-Käfig in der Mitte zu unterscheiden. An beiden Stellen werden die erzeugten Vibrationen an das Gehäuse gut übertragen und es ist ein deutliches Rattern wahrnehmbar. Die Entkopplung der Festplatte durch die Gummierung in den HDD-Schächten des mittleren Käfigs hat also kaum Einfluss auf die Geräuschübertragung.


Fazit

Das Enermax Hoplite ist ein gutes Gehäuse, aber noch weit von der Perfektion entfernt. Während das grundlegende Design sicherlich viele Käufer ansprechen dürfte, so sind es doch die technischen Feinheiten hier und da, die negativ auffallen. Da wäre zum einen das Herausbrechen der Slotblenden für die Erweiterungskarten. Dieses System ist in der Regel nur bei sehr günstigen oder älteren Gehäusen vorzufinden und hat unserer Meinung nach in einem 80 Euro Gehäuse absolut nichts zu suchen. Enermax sollte hier definitiv nachbessern, denn es entsteht auch ein Verletzungsrisiko, sollte man mit Fingern in die Schlitze gelangen. Ebenfalls negativ aufgefallen ist die relativ geringe Anzahl von Schrauben. Für die verwendeten Rändelschrauben gibt es keinen Ersatz, sollte eine verloren gehen. Im Handbuch und auf den kleinen Plastiktüten ist nicht ersichtlich, welche Schrauben für die Erweiterungskarten verwendet werden sollen - ebenfalls ein auszubesserndes Manko, kann doch eine falsche Schraube das Gewinde im Gehäuse beschädigen. Am gleichen Ort fällt obendrein noch eine ziemlich weit abstehende Niete negativ auf. Ebenfalls nachteilig ist die enorme Geräuschentwicklung durch den vorderseitigen Lüfter und die HDDs, bei der der Nutzer auch keine Möglichkeiten hat, Maßnahmen zur Verbesserung durchzuführen.

Von den erwähnten Negativpunkten abgesehen hat Enermax ein interessantes Produkt entwickelt. Die Positionierung des Front-Panels weiß zu gefallen und stellt den (goldenen) Mittelweg dar. Dass die USB3.0 Anschlüsse nicht intern am Mainboard angeschlossen werden, ist gut für alle, die sowieso keinen internen Anschluss für USB3.0 haben und schlecht für diejenigen, die gerne die maximale Anzahl an Anschlüssen ausreizen möchten. Eine Bewertung kann hier nur neutral ausfallen, bis sich die Technik weiterentwickelt und sich interne USB3.0 Anschlüsse etabliert haben. Dafür bietet Enermax einen eSATA-Anschluss und verschiedene Möglichkeiten, Festplatten per Hot-Swap-System einzubinden. Als optisches Highlight ist noch der verbaute T.B.Vegas Duo zu erwähnen, der mit seinen vielen LED-Modi für Abwechslung an der Gehäusefront sorgt. Dass seine Lautstärke nicht ganz in die Kategorie "silent" passt, sei einmal dahingestellt.

Wer über die aufgelisteten Negativpunkte, die keinesfalls die Funktion des Hoplites an sich beeinträchtigen, anfreunden kann, wird mit diesem Enermax-Produkt große und vor allem lange Freude haben. Durch die enorme Flexibilität und den vielen Anschlussmöglichkeiten rettet sich das Enermax Hoplite gerade noch auf "Silber"-Niveau, wir wünschen uns dennoch eine Verbesserung des Produktes.

 

 

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Die Firma Enermax ist bereits seit über 20 Jahren im Geschäft, wenn es um die Herstellung qualitativ hochwertiger Netzteile geht. Fortschrittlichkeit hat im Unternehmen einen großen Stellenwert, weswegen viele Innovationen auch im Bereich der hergestellten Lüfter einfließen. Dabei beschränkt man sich schon lange nicht mehr nur auf die Herstellung von Lüftern und Netzteilen, sondern fertigt auch Tastaturen, externe Festplattengehäuse und andere Peripheriegeräte. Nun wagt sich Enermax mit dem Hoplite und dem SpineRex in den Sektor der anspruchsvollen Gehäusefertigung vor, um die eigene Position auf einem globalen Markt stärken zu können. Was das Enermax Hoplite dem Kunden bieten kann und wie gut es im Hardware-Factory Testlabor abgeschnitten hat ist in diesem Review dokumentiert.

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