Bitfenix Prodigy

Erstellt am: 10.08.2013 um 11:30 Uhr von Thomas Radigk.

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"Das kleine Schwarze", über das wir hier berichten, kommt von Bitfenix und hört auf den Namen Prodigy. Verantwortlich zeichnet sich hierfür ein Unternehmen, das im Jahr 2010 von Ingenieuren, die das Cooler Master Storm erschufen, sowie einigen ehemaligen Abit-Mitarbeitern gegründet wurde. Die Firmenphilosophie lautet dabei nicht geringer als hochwertige und "nie zuvor gesehene" Produkte zu entwickeln. Dadurch entstanden sowohl hochpreisige, als auch günstige Modelle, die manchmal auch durch die Einflüsse der Kunden in limitierten Sonderauflagen erschienen sind. Gleiches kann auch vom Bitfenix Prodigy behauptet werden, das sich nicht nur momentan einer großen Beliebtheit erfreut, sondern auch von Deutschlands größtem Gehäusedistributor anlässlich seines 10-jährigen Jubiläums in einer Sonderedition abseits der sowieso schon vier verschiedenen erhältlichen Editionen (wir berichteten) angeboten wird. Und auch damit noch nicht genug - denn der Hersteller hat noch weitere Editionen angekündigt, die die bisherigen (weiß, orange, rot, schwarz) um weitere Farben ergänzen. Die Grundausstattung des mit ca. 70 € vergleichsweise teurem (Klein-)Gehäuses bleibt jedes Mal gleich: Es können maximal fünf 3,5", sowie fünf 2,5" und ein 5,25" Laufwerk(e) zusätzlich zum Mini-ITX Mainboard verbaut und die Hardware durch viele Lüfter an Vorderseite, Rückseite und Deckel gekühlt werden. Dabei bietet es besonders viel Platz für große Luftkühler oder sogar die Option, einen großen Wasserkühlungsradiator in der Oberseite zu montieren. Die FyberFlex Griffe bzw. Füße sollen zusätzlich zur Schwingungsdämpfung auch einen leichten Transport ermöglichen, womit das Bitfenix Prodigy zum perfekten Begleiter auf LAN-Partys avanciert. Ob das Gehäuse auch uns von seiner Vielseitigkeit überzeugen kann, erfahrt Ihr im folgenden Test.

 


Übersicht

 

Spezifikationen Bitfenix Prodigy
Maße (LxBxH) 359 x 250 x 404 mm
Gewicht ca. 7 kg
Material Stahl, Kunststoff
Formfaktor Mini-ITX
Einbauschächte intern 5x 3,5", bis zu 9x 2,5"
Einbauschächte extern 1x 5,25"
Anschlüsse Front 2x USB3.0, 2x HD Audio (Mikrofon und Kopfhörer)
Lüfter maximal Front: 2x 120 oder 1x 140/180/200/230 mm
2x 120 mm Oberseite
1x 120 mm Heck
Lüfter vorinstalliert 1x 120 mm Vorderseite (1000 U/min)
1x 120 mm Rückseite (1000 U/min)
PCI-Steckplätze 2
Höhe CPU-Kühler max. 170 mm
Länge Grafikkarte bis zu 335 mm (ohne Lüfter und HDD-Käfig in der Vorderseite)
Besonderheiten schwarze Innenlackierung, FyberFlex Griffe an Ober- und Unterseite

 

Als Testexemplar haben wir uns die beliebte schwarze Variante des Gehäuses auf den Prüfstand geholt, die mit seinen Außenmaßen von 359 x 250 x 404 mm zwar nicht so kompakt wie andere ITX-Gehäuse ist, aber dafür mit mehr Platz im Innenraum aufwarten kann, was sich besonders bei CPU-Kühlern bemerkbar macht. Durch den vorhanden Platz können sehr leistungsstarke Komponenten verbaut werden, die auch dementsprechend Abwärme erzeugen. Bitfenix wirkt einem Hitzestau durch verschiedene Maßnahmen entgegen: Die Frontblende ist (bei diesem Modell) in Mesh ausgeführt und wird darüber hinaus vom Herstellerlogo und einer silbernen Einrahmung verziert. Dahinter befindet sich ein bereits ab Werk montierter 120 mm Lüfter, während oben sogar ein 5,25" Laufwerk eingesetzt werden kann - keine Selbstverständlichkeit für ein Mini-ITX Gehäuse. Die linke Seitenwand ist ebenfalls großflächig gelocht und ermöglicht so eine gute Belüftung einer eingesetzten Grafikkarte.

An der rechten Seite sind Anschlüsse für USB und Audio sowie Power- und Resettaster untergebracht. Auch die Anzeigen für Betrieb und Festplattenaktivität sind nicht vergessen worden. Bedauerlicherweise hat es Bitfenix jedoch versäumt, den Audiobuchsen ein Unterscheidungsmerkmal mitzugeben, denn ohne Anleitung ist nicht erkennbar, welcher Anschluss welche Funktion übernimmt. Beide Buchsen sind schwarz, was der Optik zu Gute kommt, besitzen allerdings kein Piktogramm oder ähnliches. Die beiden USB-Anschlüsse sind mittlerweile standesgemäß für SuperSpeed (USB3.0) ausgelegt.

Als weitere Maßnahme gegen hitzköpfige Komponenten setzt der Gehäusefabrikant zwei Lüfter mit jeweils 120 mm Durchmesser ein, von denen sich im Auslieferungszustand, wie bereits erwähnt, einer vorne und einer hinten im Gehäuse befindet. So wird bereits, ohne Eingriff des Kunden, ein Luftfluss erzeugt, der sicherlich dankend von CPU und GPU angenommen wird. Die Rückseite offenbart mit zwei Blenden für PCI-Steckplätze, dass in diesem Gehäuse auch Hochleistungsgrafikkarten ihren Platz finden können, die nahezu ausnahmslos mindestens zwei Steckplätze Platz in Anspruch nehmen. Um mehr Platz für CPU-Kühler zu schaffen, verfrachtet Bitfenix das Netzteil unter das Mainboard, wodurch es zwar nicht beim Luftfluss im Gehäuse behilflich ist, aber dafür ungehindert durch den Boden gekühlt werden kann. Durch die FyberFlex Griffe an Ober- und Unterseite ist ein großer Abstand vom Boden gewährleistet, was obendrein für eine ungehinderte Frischluftzufuhr sehr förderlich ist. Im Gegensatz zu manch anderen Gehäusefabrikanten werden die hergestellten Exemplare mit einer Seriennummer versehen, die sich ebenfalls auf der Rückseite befindet.

 


Äußere Details

 

Das Design des Gehäuses ist nicht aufdringlich, aber durch die eingesetzten flexiblen Füße auch nicht so nüchtern wie beispielsweise bei Gehäusen von Lian Li. Hinter der leicht abnehmbaren Front verbirgt sich die Möglichkeit, verschiedene Lüftergrößen zu montieren. Und hier zeigt sich zum ersten mal die enorme Flexibilität dieses Gehäuses, denn es können entweder zwei 120 mm Lüfter unter Verzicht des optischen Laufwerks oder auch nur ein Lüfter mit 140, 180, 200, oder 230 mm Rahmenbreite verbaut werden, ohne den 5,25" Laufwerksschacht zu verlieren. Das Netzteil wird mit Hilfe einer lackierten Stahlplatte fixiert. Dabei ist zu beachten, dass maximal 180 mm Platz für ein Netzteil unter dem Mainboardtray vorhanden sind. Bitfenix gibt daher auf der Produktseite des Prodigy Gehäuses an, dass ein Netzteil maximal eine Gehäuselänge von 160 mm aufweisen sollte, um Platzproblemen vorzubeugen. Soll dennoch ein längeres Netzteil eingesetzt werden, kann auf Nachfrage ein Montagekit bestellt werden, womit das Netzteil nach hinten etwas herrausragt.

Trotz der geringen Größe der Seitenteile sind diese doch relativ schwer, was dem Material (Stahl) geschuldet ist. Dafür hat Bitfenix eine besonders hohe Verwindungssteifigkeit erreicht und ein Klappern konnten wir unter keinen Umständen feststellen. Wir vermissen jedoch einen Staubfilter hinter der großen Öffnung im linken Seitenteil, wodurch eine Grafikkarte zwar gut mit Frischluft aber auch Staub versorgt wird.

In der Oberseite des Gehäuses ist eine große Öffnung eingelassen, unter der bis zu zwei 120 mm Lüfter für Belüftung sorgen können. Sie werden durch ein Meshgitter, ähnlich dem an der Front, geschützt. Ein feineres Gitter in der abnehmbaren Abdeckung verhindert das Eindringen größerer Staubpartikel, zumindest über diese Öffnung. Zum Abnehmen muss nur ein kleiner Schiebeschalter umgelegt und das Gitter abgehoben werden, was deutlich einfacher ist, wenn es von innen angehoben wird. Mit einer etwas größeren Nase am Schiebeschalter ließe es sich sicherlich auch von oben anheben.

Die Unterseite zeigt neben dem Filter für den Netzteillüfter bereits die Montagebesonderheiten des FlexCage, auf den wir im folgenden Abschnitt noch genauer eingehen werden. Da der FyberFlex Geräterahmen oben und unten am Gehäuse eingesetzt wird, ist das Aufstellen auf dem Kopf ebenso denkbar, wie die normale Position.

 


Innere Details

 

Der innere Aufbau des Bitfenix Prodigy spiegelt den Willen der Ingenieure wider, ein kleines Gehäuse mit maximaler Flexibilität zu erschaffen. Die einzige Konstante ist der Platz von Mainboard und Netzteil - alles andere kann vom Benutzer geändert werden. So lässt sich für die Montage längerer Grafikkarten der mittlere HDD-Käfig leicht entfernen, wodurch die maximale Grafikkartenlänge von 180 auf ca. 335 mm anwächst und somit auch die größten Pixelbeschleuniger wie Radeon 7990 oder Geforce GTX 690 mühelos eingesetzt werden können. Jedoch gilt hier die bereits erwähnte Einschränkung, dass das Slotblech der Grafikkarte nicht mehr als zwei Slots breit sein darf.

Während sich der mittlere Laufwerkskäfig schraubenlos entfernen lässt, so muss doch der Schraubendreher gezückt werden, um den unteren Käfig zu entfernen oder umzudrehen. Wird auch die Führungsschiene unterhalb des 5,25" Laufwerksschachts umgedreht, so kann der mittlere Käfig wieder eingesetzt werden, wodurch die Laufwerke von der anderen Seite eingeschoben werden können. Wem das Abschrauben der genannten Führungsschiene zu umständlich ist, kann den Laufwerksschacht für das optische Laufwerk ebenfalls entfernen, muss dafür aber insgesamt acht Schrauben lösen, die sich auf der Vorderseite und den oberen Gehäuseteil verteilen.

Schon fast üblich verbaut auch Bitfenix selbstklebende Abstandshalter aus Gummi, um vom Netzteil ausgehende Vibrationen nicht an das Gehäuse zu übertragen. Der Filter für das Netzteil lässt sich zum Reinigen leicht entfernen und wieder an seinem Einsatzort einschieben, eine Arretierung gibt es, wie so oft, aber nicht. Damit in der Front zwei 120 mm Lüfter montiert werden können, muss auf den Einsatz es 5,25" Schachtes verzichtet werden und die sonst entfernte gelochte Stahlplatte, die den Schacht im Auslieferungszustand verdeckt, wieder montiert werden.


Kurzvorstellung: Asus P8Z77i-Deluxe

 

Bevor wir uns mit dem Einbau der Hardware beschäftigen, wollen wir an dieser Stelle noch kurz auf die neue Hardware für ITX-Gehäuse eingehen. Hierfür haben wir uns das ASUS P8Z77i-Deluxe zugelegt, welches im ITX-Format von 12 x 12 cm daherkommt und einer CPU mit 1155 Kontaktflächen eine Heimat bietet. Da der Platz auf diesem kleinen Formfaktor sehr beschränkt ist, sind lediglich zwei leere RAM-Bänke und ein PCI-Express-Steckplatz vorhanden. Letzterer kommt dafür aber in voller Länge mit 16 PCI-Express Lanes zum Einsatz und kann durch den Einsatz einer CPU der Ivy-Bridge Generation auch mit der PCI-Express 3.0 Spezifikation betrieben werden. Für Laufwerke werden zwei SATA-III und zwei SATA-II Schnittstellen bereitgestellt - mehr bieten nur wenige ITX-Hauptplatinen. Trotz des chronischen Platzmangels auf solchen Platinen bringt ASUS noch eine kleine W-LAN Karte (Standards: b/g/n) mit mini-PCI-Express Schnittstelle unter, die zusätzlich Bluetooth 4.0 unterstützt. Dafür verfrachtet der Platinenhersteller die Spannungswandler auf eine Extraplatine, die senkrecht zur Hauptplatine am oberen Rand montiert ist. So kann der CPU-Sockel weiter vom PCI-Express Steckplatz entfernt sitzen, als es bei den meisten ITX-Mainboards der Fall ist, wodurch meist die Auswahl an CPU-Kühler stark eingeschränkt wird, wenn eine Erweiterungskarte eingesetzt werden soll.

Da oftmals der Platz auf der Oberseite nicht ausreicht, greifen Hauptplatinenhersteller gerne auf die Option zurück, auch an der Unterseite noch Bauteile unterzubringen. Asus nutzt diese Option sehr wenig aus, weswegen die Unterseite der schwarzen Platine von der Sockelhalterung dominiert wird. Reich besetzt dagegen ist die Anschlussseite, die neben vier normalen USB2.0 Anschlüssen auch die selbe Anzahl in der SuperSpeed Variante (USB3.0) bereithält. Dazu gesellen sich neben DVI, HDMI und Displayport als Monitoranschlüsse ein optischer sowie drei Klinkenausgänge der Soundkarte und zwei E-SATA Anschlüsse. Obligatorisch ist der Ethernetanschluss ebenfalls vorzufinden, der dank des Intel 82579V Chipsatzes Geschwindigkeiten von 10/100 und 1000 Mbit/s beherrscht. Zu guter Letzt sind zwei vergoldete Antennenanschlüsse für die verbaute W-LAN Karte und zwei Taster zum Rücksetzen des UEFI über die Anschlussseite erreichbar.

Die Besonderheit dieser Platine besteht allerdings in der Qualität der eingesetzten digitalen Spannungswandler, durch die Übertaktungsoptionen ermöglicht werden, die sonst nur größeren Vertretern unter den Hauptplatinen vorbehalten bleiben. Mittels einer EPU (Energy Processing Unit) und einer TPU (TurboV Processing Unit) hat der Nutzer die unbeschränkte Kontrolle über PWM-Spannungsfrequenzen, wie sie nur von digitalen Spannungswandlern eingesetzt werden, wodurch eine hohe Effizienz sowie ein großer Übertaktungsspielraum erreicht wird. Das Digi+ VRM Design ist dabei völlig konform zu den Intel® VRD12-Spezifikationen und kann sowohl im UEFI als auch durch die TurboV Software vom Benutzer justiert werden.

Insgesamt hat uns das ASUS P8Z77i-Deluxe sehr gut gefallen, es kommt aber auch nicht ohne unseren Tadel davon. Denn es lassen sich zwar äußerst detailliert die Timings des Hauptspeichers konfigurieren - großen Übertaktungserfolgen steht aber die fehlende Einstellmöglichkeit zur VTT-Spannung im Weg. Außerdem mussten wir im Zusammenspiel mit einem leicht betagten Corsair HX520 Netzteil ein deutliches Spulengeräusch feststellen, wenn die CPU-Spannung per Offset eingestellt war - hier half auch keine andere Einstellung der digitalen Spannungsversorgung, um dies zu kompensieren. Bedauerlicherweise werden auch die Übertaktungsprofile bei einem UEFI-Update nicht übernommen (sie können separat auf einem USB-Stick gespeichert werden, allerdings nur innerhalb der gleichen UEFI-Version geladen werden), hier ist also Stift und Zettel vor jedem Update gefragt. Abgesehen von diesen Kleinigkeiten erhält der Kunde eine ausgereifte und gut ausgestattete Hauptplatine, die zudem sehr stabil und zuverlässig ihren Dienst verrichtet.

Weitere Bilder, sowie UEFI

(jedes Bild kann zur größeren Ansicht angeklickt werden)

   

 

 

 


Hardwareeinbau

 

Bei beengten Platzverhältnissen sollte bereits im Vorfeld abgeklärt sein, dass die geplanten Komponenten auch problemlos eingesetzt werden können. Sind die richtigen Komponenten ausgewählt und vorhanden, so kann der Einbau zügig und sukzessive durchgeführt werden - das Prodigy legt hier niemandem Steine in den Weg. Wir beginnen zuerst mit der Montage des optischen Laufwerks, wofür wir die Frontblende abgenommen, die Laufwerksabdeckung entfernt und schließlich das Laufwerk eingesetzt haben. Der Einsatz von Schrauben zur Fixierung ist hier allerdings unverzichtbar. 3,5" HDDs können ausschließlich in den Käfigen untergebracht werden, müssen dafür allerdings nicht verschraubt werden. Wir kennen dieses System bereits vom Xigmatek Midgard II.

Dies gilt auch für 2,5" Laufwerke, die durch vier Schrauben an einer Laufwerksschiene an ihrem Platz gehalten werden und somit in einen der HDD-Käfige eingeschoben werden können, oder wenn diese in den vorgesehen Ort in der rechten Seitenwand bzw. am Mainboardtray befestigt werden sollen. Da lediglich die Laufwerksschiene eine entkoppelnde Wirkung erzielen kann, sollte diese Option für alle herkömmlichen HDDs eingesetzt werden - SSDs fühlen sich an jedem der genannten Plätze wohl.

Wem die bereits erwähnten Plätze nicht zusagen oder ausreichen, dem bietet sich noch die Option, das 2,5" Laufwerk auf dem Gehäuseboden zu fixieren. Summa summarum sind also fünf, von 3,5" Laufwerken unabhängige Montageplätze für 2,5" Laufwerke vorhanden - an der von uns eingesetzten Hauptplatine könnten wir das fünfte Laufwerk schon gar nicht mehr verbinden. Das Bitfenix Prodigy kann also auch leicht als Netzwerkspeicherort mit vielen Festplatten eingesetzt werden, denn Platz ist mehr als genug vorhanden.

Den gebotenen Platz für Festplatten nutzen wir zwar mit unserem Testsystem nicht aus, können aber einen der derzeit größten Tower-Kühler (Phanteks PH-TC14PE) einsetzen, wenn wir auf den Einsatz von einem der zwei Lüfter verzichten. Wird kein optisches Laufwerk eingesetzt, wäre auch die Montage des zweiten Lüfters am Kühlturm wieder möglich. Der Einbau des Mainboards mit einem Lüfter montiert an der Gehäuserückseite ist zwar durchführbar, aber mit großem Kraftaufwand verbunden. Im späteren Testverlauf zeigte sich, dass es keinen Unterschied machte, ob dieser Lüfter montiert war oder nicht. Die Montage des Mainboards mitsamt aufgebautem Kühler geht ohne den Lüfter jedoch wesentlich leichter von der Hand.

Etwas unglücklich gelöst ist die Arretierung der Grafikkarte. Die Rändelschraube, die das gewinkelte Halteblech fixiert, befindet sich genau oberhalb einer der beiden Schrauben, mit der die Grafikkarte festgeschraubt wird - ein Erreichen mit dem Schraubenzieher wird verhindert und führt dazu, dass zuerst diese Rändelschraube entfernt, die Grafikkarte festgeschraubt und dann diese Rändelschraube wieder eingedreht werden muss. Bei der Betrachtung der Anschlüsse für das Frontpanel vermissten wir zuerst die Angabe einer Polung - diese befindet sich aber recht unauffällig auf der Rückseite in Form eines kleinen Dreiecks wieder. Das Dreieck gibt in diesem Fall den Pluspol an.


Temperatur- und Lautstärkemessungen

 

Hardware-Testsystem
Mainboard ASUS P8Z77i-Deluxe, Z77
Prozessor Intel Core i5-2500K
CPU-Kühler Phanteks PH-TC14PE
RAM 2x4096 MB GeIL Enhance Corsa DDR3-1600
Grafikkarte Sapphire Radeon 6950 2048MB
Festplatte Supertalent Ultradrive ME 128GB SSD
Netzteil Corsair HX520W
Gehäuse Bitfenix Prodigy
Gehäuselüfter 1x 120 mm (Vorderseite), 1x 120 mm (Rückseite)
Betriebssystem Windows 7 Professional x64

Temperaturmessung
Um die Temperaturwerte der einzelnen Komponenten im Zusammenspiel mit dem Bitfenix Prodigy ermitteln zu können, haben wir sowohl einen Idle- als auch einen Lastbetrieb des Systems bei einer möglichst gleichbleibenden Raumtemperatur (im Diagramm angegeben) simuliert und die Ergebniswerte über einen Zeitraum von jeweils einer Stunde mit dem Tool AIDA64 der Firma FinalWire Ltd protokolliert. Angegeben werden in diesem Test die jeweiligen Durchschnittswerte des Testzeitraums. Die folgenden Diagramme zeigen unsere ermittelten Systemtemperaturen im Idle- und Lastzustand. Da uns für den Test keine HDD zur Verfügung stand, die mit einem funktionierenden Temperatursensor ausgestattet ist, müssen wir auf eine Angabe verzichten. Wir können aber versichern, dass durch den Aufbau des Festplattenkäfigs und dem in der Nähe befindlichen Lüfter eine mehr als ausreichende Kühlung für jede Festplatte gewährleistet ist, solange dieser nicht stillgelegt ist.

Für die von uns ermittelten Werte gelten folgende Umgebungsbedingungen: Der/die Lüfter am CPU Kühler drehen mit voller Drehzahl und die Lüfter auf der Grafikkarte mit 1600 U/min. Bei Minimaleinstellung werden alle Gehäuselüfter soweit heruntergeregelt, dass diese gerade noch laufen. Im Falle der Serienbelüftung des Bitfenix Prodigy führt dies dazu, dass die beiden baugleichen Lüfter etwa eine Drehzahl von 300 U/min erreichen, der Luftstrom ist quasi nicht mehr vorhanden. Die Belastung erfolgt durch einen Prime95 Custom Run mit "FFTs in place" und dem MSI Kombuster, wodurch wir eine maximale Belastung von CPU und GPU herbeiführen können, die im Alltag so dauerhaft nie erreicht wird. Um auch für ordentlich Hitze zu sorgen, wird die CPU auf 4000 MHz übertaktet und die Leistungsaufnahmebeschränkung der Grafikkarte (Powertune) auf "+20%" gesetzt.

Durch die gelochte Seitenwand ist die Grafikkarte nicht auf den Luftfluss im Gehäuse angewiesen, weswegen sich die Temperatur der GPU auch immer auf den gleichen Wert einpendelt. Minimale Unterschiede gibt es bei der Hauptplatine, der es aber zusammen mit der CPU im Idle-Betrieb egal ist, ob und welche Lüfter laufen. Leider mussten wir während unserer Tests mit den mitgelieferten Gehäuselüftern ein unangenehmes Lagergeräusch feststellen, welches sich in Form eines Klackergeräusches manifestierte. Dieses Geräusch zieht sich leider durch den gesamten Drehzahlbereich beider Lüfter und ist bei einem der beiden Exemplare lauter, als beim anderen. Freunde des lautlosen PCs müssen wir an dieser Stelle also raten, bei der Anschaffung dieses Gehäuses auch gleich alternative Lüfter zu bestellen.

Auch bei voller Auslastung des PCs zeigt sich, wie unabhängig die Grafikkarte von der Gehäusebelüftung ist. Nicht ein Grad Unterschied können wir feststellen - jedoch wird das Geräusch des Grafikkartenlüfters auch nicht gedämpft, sondern fast direkt nach außen getragen. Die Hauptplatine erwärmt sich zwar merklich, zeigt aber keinen Unterschied zwischen keiner Belüftung oder minimaler Belüftung, was wohl dem äußerst geringen Luftstrom zuzuschreiben ist. Größere Unterschiede lassen sich auch bei der CPU nicht feststellen, hier können die Gehäuselüfter die CPU Temperatur lediglich um ein Grad senken. Die volle Drehzahl aller Gehäuselüfter führt selbstverständlich zu einer Verbesserung, sie wird aber auch von einem hohen Geräuschpegel begleitet.

 


Fazit

Wenn wir das Wichtigste am Bitfenix Prodigy in einem Wort beschreiben müssten, dann wäre das definitiv "flexibel". Kein anderes Gehäuse hat sich in unseren Händen bisher so vielseitig gezeigt wie das kleine Schwarze. Ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass diese Flexibilität bei den Käufern gut ankommt, denn die Individualisierung fällt mit diesem Gehäuse besonders leicht. Einen nicht unerheblichen Einfluss übt auch der Hersteller darauf aus, indem er Seitenteile mit Fenster anstelle der großflächigen Lochung anbietet, oder viele verschiedene Frontblenden, die sich durch ebenfalls verschiedene Farbgebungen voneinander absetzen.

   

In unserem Test zeigte sich das Bitfenix Prodigy allerdings nicht immer von seiner besten Seite. So lässt die Qualität der mitgelieferten Lüfter zu wünschen übrig, eine Beschriftung der Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon fehlt und die FyberFlex-Gerätefüße benötigen eine Überarbeitung. Das Gehäuse wird durch leichtes seitliches Antippen zum Schwingen angeregt und wer es zu einer LAN-Party transportieren will, wird von einem schneidenden Schmerz, ausgelöst durch die Unterseiten der Griffe, überrascht, der längere Transportwege zu einer wahren Qual macht. Unabhängig davon ist die Verarbeitungsqualität des Gehäuses sehr gut und der Preis auch in Sicht auf die Materialstärke und somit erreichte Stabilität (bis auf die Füße) in Ordnung. Aufgrund der kleinen Mängel, die leicht überarbeitet werden können, gibt es von uns den Hardware-Factory Silber Award.

 

 

Conclusion

The Bitfenix Prodigy is not a perfect, but a good case for ITX-Hardware. It has its great benefits when it comes to cpu cooling with air coolers, which it can provide enough space to even fit a large Phanteks PH-TC14PE cpu cooler. The case can also host several drives in 2,5 and 3,5 inch form factor, far more than a conventional ITX mainboard can connect with. Though the case is small, the cooling options proceed to several positions for case fans, with great flexibility in the front. But there are also small weak points that prevent it from getting our hardware-facotry gold ward. The front-audio connectors lack a distinguishing mark like the internal connectors lack a sign for polarity, a dust filter in the side-panel in front of the gpu cooler fans would be great and the FyberFlex™ case stands shouldn't hurt, when you try to lift the case. They also have the disadvantage, that the case starts to wobble once it is tapped on the side. The build quality is good and the pricing appropiate for the used material thickness and the given stability, which leads to a hardware-factory silver award.

 


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