Enermax ETS-T40 - 07 - Praxistest: Ergebnisse

Erstellt am: 23.12.2011 um 18:00 Uhr von Thomas Radigk.

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Praxistest: Ergebnisse

Kühler-Montage

Offener Testaufbau

Die Montage des Enermax ETS-T40 ist schnell erledigt und fordert nur stellenweise etwas Fingerspitzengefühl. Zuerst muss die mitgelieferte Backplate unter dem Mainboard platziert werden. Enermax nimmt hier einen großen Abstand vom Mainboard und isoliert auch die Seite, die Kontakt zur Hauptplatine haben könnte. Danach werden gerändelte Abstandsbolzen mit Zwischenscheiben durch das Mainboard gesteckt und mit der Backplate verschraubt. Bei engen Platzverhältnissen wie beim eingesetzten Gigabyte GA-H55N-USB3 kam es nur in der Ecke zwischen PCI-Express Slot und RAM-Steckplatz zu leichten Schwierigkeiten, da es wenig Raum gab, den Abstandsbolzen mit Hilfe der Rändelung zu drehen; verhindert wurde die Montage aber nicht. Im nächsten Schritt werden Querstangen mit Langlöchernverbaut, diesich im Montagesystem für die beiden CPU-Hersteller unterschieden. Für AMD-Sockel müssen die längeren Querstangen verwendet werden, im Testsystem kamen die Kürzeren zum Einsatz. Durch die zwei verschiedenen Möglichkeiten, die Querstangen aufzulegen, ergeben sich auch zwei Ausrichtungsmöglichkeiten für den Kühler; es sind aber alle Möglichkeiten für jeden Sockel verfügbar. Nachdem diese mit den kleinen beiliegenden Muttern fixiert sind, kann der Kühler auf den Prozessor gesetzt werden, der natürlich vorher einen Tropfen Wärmeleitpaste (hier: Prolimatech TK-1) auf den Heatspreader erhalten hat. Zuletzt wird das für alle Sockel einheitliche dicke Joch zwischen Aluminiumlamellen und Kühlerboden gesteckt und mit großen Muttern auf beiden Seiten fixiert. Hier empfiehlt es sich, die kleinen Muttern der Querstangen gelockert zu lassen, damit die beiden Nasen des Jochs in die Löcher des Kühlerbodens rutschen und gleichzeitig die Gewinde der Querstangen durch die Befestigungslöcher des Jochs ragen.
Zuletzt wird der Lüfter mit den mitgelieferten Klammern fixiert. Enermax hat hier eine sehr komfortable und dennoch sichere Klammerhalterung entworfen, die zu gefallen weiß. Durch den großen Bügel ist es ein Leichtes, die notwendige Kraft aufzuwenden, um die Klammer in die Nut des Kühlers zu ziehen. Ebenfalls gefallen hat, dass die Klammern auch in der Lage sind, Lüfter ohne Gummipuffer zu halten, wenn auch der Anpressdruck wesentlich geringer ist. Dennoch sitzt ein Lüfter ohne Gummipuffer sicher am Kühler und kann eben so leicht entfernt werden.
Beim verwendeten Testsystem liegen die RAM-Bänke relativ nah am CPU-Sockel, was bei ausladenden Kühlkörpern über den RAM-Sockelbereich u.U. die Montage des Lüfters verhindert hätte. Bei den verwendeten G.Skill Ripjaw Speichermodulen führte dies dazu, dass der Lüfter um ein bis zwei Millimeter erhöht angebracht werden musste, was aber kein Problem darstellte.

Kühler-Temperaturverhalten

Der Enermax ETS-T40 verrichtet seine Arbeit gut und kann die CPU auch bei niedrigen Drehzahlen ausreichend kühlen: während des Tests erreichte keiner der CPU-Kerne mehr als 60°C. Wer jedoch auch auf einen passiven Betrieb hofft, muss enttäuscht werden, denn bereits nach mehreren Minuten Lüfterstillstand wurden über 75°C erreicht und der Test abgebrochen - eine Belüftung ist also Pflicht. Das Delta, das den Unterschied zwischen CPU-Temperatur und Außenluft angibt, fällt mit einem Maximalwert von 33 Kelvin auch erfreulich gering aus. Dieser Unterschied wurde bei einer sehr geringen Betriebsspannung von 5 V mit dem Enermax Twister Cluster erreicht, der auch bei weiteren Kühlertests (soweit möglich) eingesetzt werden wird. Der mitgelieferte T.B.Vegas Duo läuft bei gleicher Spannung mit mehr Umdrehungen und erreicht hier natürlich noch bessere Werte. Mit welcher Lautstärke gerechnet werden muss, um den Bestwert des Kühlers von gerade einmal 16 Kelvin (12 V, 7 V: 19 Kelvin, 5 V: 24,5 Kelvin) zu erreichen, beschreiben wir im Unterpunkt "Lüfter-Bewertung" weiter unten auf dieser Seite.

Bei der Montage im Gehäuse (Enermax Hoplite) fiel auf, dass es der bisherige Netzteilspezialist ein wenig zu gut mit dem Abstand der Backplate vom Mainboard gemeint hat. Trotz des relativ großen Lochs in der Mainboardhalterung stieß die Backplate an die Rückwand und erschwerte somit den Einbau des Mainboards in das Gehäuse. Mit ein wenig mehr Kraftaufwand wurde aber auch dies nicht zum Hindernis, sodass dem Betrieb im Gehäuse nichts mehr im Wege stand. Für die folgenden Testergebnisse gilt, dass außer dem Netzteillüfter kein weiterer Ventilator in Bewegung war.

Beim Vergleich zwischen den zwei Szenarien zeigt sich, dass der Kühler seine Stärken im hohen Drehzahlbereich ausspielen und eine CPU auch ohne weitere Gehäusebelüftung kühl halten kann. Verringert man die Drehzahl, steigt der Unterschied zwischen CPU-Temperatur und Außentemperatur merklich an (7 V: 25 Kelvin, 5 V: 32 Kelvin), womit zwar die CPU-Temperatur noch nicht kritisch ist, aber das weitere Übertaktungspotenzial unter Umständen einschränkt. Auch hier schneidet der T.B.Vegas Duo drehzahlbedingt besser ab als der Twister Cluster Lüfter.

Mit der im Test verwendeten CPU war der Enermax ETS-T40 Kühler im niedrigen Drehzahlbereich zwar stellenweise gefordert, aber zu keiner Zeit überfordert. Mit zusätzlicher Gehäusebelüftung, die übrigens immer empfehlenswert ist, dürften sich die Unterschiede zwischen der CPU-Temperatur und der Außentemperatur weiter verringern. Zum Vergleich wurde die gleiche CPU mit den gleichen Lüftern und einem Prolimatech Samuel 17 Kühler betrieben, wo sich große Unterschiede zugunsten des Enermax-Kühlers auftaten. Denn während das Enermax Pendant bei 5V Lüfterspannung für den Twister Cluster Lüfter einen Temperaturunterschied von 33 Kelvin erzeugen konnte, lag der Wert für den Prolimatech Kühler mit 52,5 Kelvin wesentlich höher und ließ die CPU-Temperatur in den kritischen Bereich von 70°C steigen. Zur Relativierung muss hier festgehalten werden, dass der Samuel 17 kein Towerkühler ist und wesentlich weniger Kühlfläche als der ETS-T40 von Enermax besitzt.

Auf unserem Leistungsindex stellen wir die Rohleistung des ETS-T40 mit zwei verschiedenen Lüftern dar: Zum einen unter Verwendung des Referenzlüfters (Enermax Twister Cluster, oben) und zum anderen mit dem mitgelieferten Lüfter (unten). Diese Diagramme werden mit weiteren CPU-Kühlertests erweitert.

 

Lüfter-Bewertung

Spannung Produkt Umdrehungen Subjektiver Eindruck Lager-/Laufgeräusche, Bemerkung
12 V Enermax
T.B. Vegas Duo
1830 U/min deutlich hörbar deutliches Luftrauschen, enormer Durchsatz, Eigenvibrationen
9 V Enermax
T.B. Vegas Duo
1344 U/min hörbar Luftrauschen, guter Durchsatz, geringe Eigenvibrationen
7 V Enermax
T.B. Vegas Duo
929 U/min leise guter Durchsatz, minimale Eigenvibrationen
5 V Enermax
T.B. Vegas Duo
524 U/min unhörbar leise minimale Eigenvibrationen

Der mitgelieferte Enermax T.B.Vegas Duo ist gut auf den Kühler abgestimmt. Relativ enge Kühllamellen benötigen einen hohen statischen Druck, den der Lüfter durchaus zu erzeugen vermag. Gerade bei 12 V Betriebsspannung scheint dieser keine Grenzen zu kennen und erzeugt dabei eine hohe, aber noch halbwegs vertretbare Lautstärke. Die umgewälzte Luftmenge ist sehr hoch, was allerdings zu starkem Luftrauschen führt. Bei verringerter Spannung sinkt natürlich auch die geförderte Luftmenge, wirklich "leise" können wir den Lüfter erst unterhalb von 9 V einstufen: Ungefähr bei 8 V ist ein guter Kompromiss aus Lautstärke und Durchsatz erreicht. Bei dieser Betriebsspannung ist der Lüfter nur noch in einem Silent-System eventuell heraushörbar. Wer die obenstehende Tabelle betrachtet, wird auf die Eigenvibrationen aufmerksam werden, die sich durch den gesamten Messbereich ziehen. Wir können aber auch hier gleich eine Entwarnung geben: Durch die Gummipuffer gehen diese bei weniger als 12 V Betriebsspannung deutlich unter und fallen nicht weiter auf.

Obwohl der Lüfter mit dem PWM-Signal umgehen kann, ist noch ein kurzer Test für die minimale Anlaufspannung und Betriebsspannung durchgeführt worden. Die Testmethodik war hier die gleiche wie bei allen anderen von uns veröffentlichten Lüftertests (siehe zum Beispiel: Noctua NF-P14 FLX - short Report).

Produkt gemessene Anlaufspannung minimale Betriebsspannung
Enermax
T.B. Vegas Duo
3,77 V 3,48 V

Enermax T.B.Vegas Duo Lüfter mit abgenommenen Lüfterblatt

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