Noctua NH-C14S - 07 - Praxistest: Testergebnisse

Erstellt am: 20.08.2016 um 12:00 Uhr von Thomas Radigk.

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Praxistest: Testergebnisse

Um dem CPU-Kühler die Reserven zu entlocken, wird die CPU in unserem Testsystem auf 4,5 GHz übertaktet, während wir für die Grafikausgabe die Radeon 290X bemühen. Damit das Gehäuse keinen Einfluss auf die Leistung des Kühlers nehmen und damit das Testbild verzerren kann, betreiben wir den Kühler in einem offenen Aufbau auf dem Tisch und verfahren ansonsten nach normaler Testprozedur. Die CPU wird mit Prime 95 V27.9 small FFTs (8K in place FFT) belastet, während der oder die Lüfter mit einem PWM-Äquivalent von 12, 7 und 5 Volt betrieben werden.

Bei unserem Praxistest zum NH-C14S lassen wir verschiedene Konfigurationen des NH-C14S zu, um sich gegen die Platzhirsche NH-D15 und Phanteks PH-TC14PE zu behaupten. Hiermit können wir sehr deutlich die Stärken und Schwächen der möglichen Lüfterpositionen herausfinden und lassen die erreichte Kühlleistung in Relation zur Lautstärke in die Bewertung einfließen. Da nicht jeder Kunde von vornherein einen zweiten Lüfter zum Kühler bestellen wird, enthalten die Ergebnisse selbstverständlich auch Konfigurationen mit nur einem Lüfter. Da nicht davon auszugehen ist, dass der Kühler eine gute Leistung erzielen wird, wenn er die Luft vom Kühler "wegziehen" muss, testen wir nur einen Lüfter, der kühle Luft durch die Kühllamellen presst. Bei der Verwendung von zwei Lüftern setzen wir ausschließlich auf sogenannte "Push-Pull"-Konfigurationen und geben die Richtung des Luftstromes an. "Unten" befindet sich dabei immer in CPU-Nähe.

Im offenen Aufbau sind die Ergebnisse zwar unabhängig vom Gehäuse, fallen oft aber auch niedriger aus, was bei den vorliegenden Ergebnissen stets im Hinterkopf behalten werden sollte. Die dargestellte Temperaturdifferenz ist zur Umgebungstemperatur zu addieren, um den angezeigten Wert zu erhalten. Im Vergleich mit den großen Tower-Kühlern muss der NH-C14S einiges an Federn lassen und fällt bis zu 11 Kelvin zurück. Dies gilt allerdings auch nur in der Konfiguration, in der der Lüfter zwischen CPU-Sockel und dem Lamellenpaket installiert ist. Kann dieser von oben den Kühler mit Frischluft versorgen, fällt die CPU-Temperatur um zwei Kelvin. Wird nun ein zweiter Lüfter so montiert, dass er die von oben zuströmende Luft zudem noch ansaugt, wir also einen Push-Pull-Betrieb von oben nach unten erwirken, kann der Kühler davon nicht profitieren. Erstaunlicher Weise gelingt dies eher, wenn der Luftstrom von unten nach oben ausgerichtet wird. Leider führt die Montage des zweiten Lüfters, egal an welcher Stelle er versucht die Luft durch den Kühler zu saugen, zu einem unangenehmen Nebengeräusch.

Das erwähnte Nebengeräusch wird mit verringerter Drehzahl zwar leiser, bleibt aber so gut wahrnehmbar, dass von einem leisen Betrieb keine Rede sein kann, wenn auch damit Vorteile in der Kühlleistung erreicht werden können. Diese sind bei etwa 7 V Betriebsspannung bzw. 58% PWM-Leistung leider auch nicht verachtenswert und können bis zu acht Kelvin ausmachen. Mit nur einem Lüfter liegt der hochkompatible NH-C14S acht bis zehn Kelvin hinter den Doppelturmkühlern, wenn auch diese nur mit einem Lüfter bestückt sind.

Im letzten Schritt wird die PWM-Leistung auf 42% reduziert, was dem Betrieb mit klassischen 5 V gleichkommt. Das erwähnte Nebengeräusch verschwindet, womit die einzig sinnvolle Nutzungsmöglichkeit für eine Doppelbestückung gefunden wurde. Auch im Vergleich mit nur einem Lüfter macht diese Konfiguration einiges an Boden gut und kann sich schon fast mit den größeren Kühlern messen, wenn diese mit nur einem Lüfter in einem ebenfalls fast lautlosen Betrieb die CPU kühl halten. Im Schnitt zehn Kelvin zugunsten der Doppelbestückung sprechen eine eindeutige Sprache und sind die größte Verbesserung im gesamten Test, wobei weiterhin die Luftstromrichtung von unten nach oben zu favorisieren ist. Dies hat den Vorteil, dass bei einem passenden Gehäuse die erwärmte Luft des CPU-Kühlers relativ direkt nach draußen befördert werden kann.

 

Lautstärkemessungen

Im Gegensatz zur Lautstärkebetrachtung eines einzelnen Lüfters, wie wir sie im Abschnitt "Der Lüfter im Detail" durchgeführt haben, erfolgt hier eine Betrachtung von Lüftern, die am Kühler montiert sind.

Spannung Produkt Umdrehungen Subjektiver Eindruck Lager-/Laufgeräusche, Bemerkung
12 V Noctua NH-C14S
(2xNF-A14 PWM)
1500 U/min laut lautes Luftrauschen
9 V Noctua NH-C14S
(2xNF-A14 PWM)
1200 U/min deutlich hörbar dominantes Luftrauschen
7 V Noctua NH-C14S
(2xNF-A14 PWM)
950 U/min hörbar leicht hörbares Luftrauschen
5 V Noctua NH-C14S
(2xNF-A14 PWM)
730 U/min unhörbar -

Wir haben es oben bereits erwähnt: eine Bestückung mit zwei Lüftern trägt zwar zu einer Verbesserung der Kühlleistung bei, kann aber bei der Lautstärke nur bei minimalen Drehzahlen punkten. Bei etwas mehr als 750 Umdrehungen pro Minute beider Ventilatoren gibt der Lüfter, der saugend am Kühler montiert wird, ein lautes Sirren von sich, was erst mit größerem Abstand zum Kühler verschwindet. Mit weniger Umdrehungen ist das Gespann dann als flüsterleise einzustufen. Mit nur einem Lüfter am Kühler montiert und in jedem Fall nicht "saugend" ist vom Kühler hauptsächlich ein Luftrauschen zu hören. Bei etwa 950 U/min fängt dieses Geräusch an zunehmend lauter zu werden, so dass der Kühler wahrnehmbar wird. Ab 1200 U/min empfinden wir den Kühler dann nicht mehr als leise, was bei 1500 Umdrehungen des Ventilators in einem deutlich lauten Luftrauschen endet. Nebengeräusche von Lager oder Motor können wir keine vernehmen.

 

Lüfter-Anlaufspannungen

Produkt gemessene Anlaufspannung minimale Betriebsspannung
Noctua NH-C15S
(NF-A14 PWM)
5,0 V 4,5 V

 

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