anidees AI-Crystal - 06 - Testbetrieb und Messungen

Erstellt am: 16.05.2017 um 20:00 Uhr von Thomas Radigk.

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Testbetrieb und Messungen

Testsystem 
Gehäuse anidées Crystal
Mainboard ASROCK Z87 Extreme 4
CPU Intel Core i5 4670K, Quadcore
Ram 2x8 GB G.Skill Trident Z DDR3-2400
Grafikkarte AMD Radeon R290X 4096 MB
Netzteil Sea Sonic X-Series X-650 650W
Betriebssystem Windows 10 Pro 64bit
Festplatte Samsung SSD 850 EVO 500 GB

Zunächst wurden die mitgelieferten Gehäuselüfter auf ihre Tauglichkeit geprüft. Dazu wird das bereits aus unseren Lüftertests bekannte Verfahren durchgeführt, welches die nachfolgenden Einzeltests beinhaltet:

Anlaufspannung
Häufig wird dieser Punkt mit einem Herunterregeln der Spannung verwechselt. Für Lüfter, die sich im Betrieb problemlos herunterregeln lassen, ist noch lang nicht bewiesen, dass sie auch bei dieser Spannung aus absolutem Stillstand wieder anlaufen. Gemessen wird hier die minimale Anlaufspannung bei horizontaler sowie vertikaler Lage. Für einen gültigen Messwert darf der Lüfter nicht mehr als zwei Startversuche unternehmen. Schafft es ein Produkt nach den genannten zwei Versuchen nicht, komplett anzulaufen, wird die Spannung schrittweise um einen Wert von 0,01 V erhöht. Ermittelt werden die Messwerte über ein Schaltnetzteil der Firma Voltcraft, verifiziert mit einem Voltmeter der Firma PeakTech.

Leistung
Gemeint ist hier die Leistung unter 12 V, 9 V, 7 V und 5 V sowie die dabei erreichten Drehzahlen. Wichtig ist zudem die Einhaltung der herstellerseitigen Angaben inklusive der Toleranzen. Ermittelt werden diese Werte über das Programm HWInfo64 in der Version 4.51.

Lautstärke
Sie ist eine der Hauptfaktoren jedes Lüfters. Getestet werden hier die Lautstärken beim Betrieb mit 12 V, 7 V und 5 V. Störende Schleifgeräusche sowie ein Nichtanlaufen finden ebenfalls Erwähnung (Geräuschcharakteristik). Zu beachten ist allerdings, dass Lautstärkemessungen prinzipiell auf subjektiver Basis stattfinden und auch dementsprechend als solche bewertet werden.

Alle eingesetzten Lüfter greifen auf ein einziges Modell zurück, das anidees AV14025 getauft hat. Bis auf die LED-Farbe und die Rahmenlänge von 140 mm lässt sich darauf schließen, dass diese Ausgabe eng verwandt mit dem AV12025 des AI-07B sein könnte. Die Stromaufnahme von gerade mal 180 mA macht bei zwölf Volt Betriebsspannung eine Leistungsaufnahme von 2,16 W pro Lüfter und unter 9 Watt insgesamt für alle Lüfter des Gehäuses. 

  anidées AV14025
Anlaufspannung 3,2 V
minimale Betriebsspannung 3,2 V

Wenig überraschend erscheinen die Anlaufspannung und minimale Betriebsspannung die nur leicht von den Werten des AV12025 abweichen. Die Lüfter, die mit einer maximalen Drehzahl von ca. 1240 U/min daher kommen lassen einen relativ großen Regelbereich zu, so dass bei der Anlaufspannung einen mit etwa 560 U/min drehenden Propeller erhält, der an der Grenze der Wahrnehmbarkeit leise ist. Lediglich in kurzer Distanz lässt sich ein Motorgeräusch ausmachen, dass bei höheren Drehzahlen leicht vom Luftrauschen übertönt wird. 

Produkt Spannung Umdrehungen Subjektiver Eindruck Lager-/Laufgeräusche, Bemerkung
anidées AV14025 12 V 1039 U/min  deutlich hörbar starkes Luftrauschen
anidées AV14025 9 V 959 U/min  deutlich hörbar Luftrauschen 
anidées AV14025 7 V 990 U/min  hörbar Luftrauschen
anidées AV14025 5 V 690 U/min  leise Luftrauschen, leises Motorgeräusch 

Im zweiten Testabschnitt untersuchen wir die Leistung des eingebauten Kühlsystems, welches aufgrund der vier Lüfter im vorderen Teil des Gehäuses großes Potenzial besitzt. Als Testszenario für den Last-Betrieb setzen wir erneut auf den 3D Mark Firestrike Extreme, der im Fenster den kombinierten Test ausführt und so gleichmäßig für eine spieleähnliche Last auf CPU und GPU sorgt. Zusätzlich fordert AIDA64 mit zufälligen Zugriffen auf der HDD dort für eine gewisse Erwärmung.

Die folgenden Diagramme zeigen die Ergebnisse unseres Tests mit dem verwendeten Testsystem, worin außer den Gehäuselüftern alle weitern Ventilatoren mit maximaler Drehzahl betrieben werden. Der Hauptprozessor wurde zudem auf 4,5 GHz übertaktet. Da bei bisher keinem Gehäuse ernstzunehmende Schwierigkeiten im IDLE-Betrieb aufgetreten sind, verzichten wir diesmal darauf und betrachten ausschließlich den Last-Betrieb, bei dem die Kühlung auch gefordert ist. Da anidees das AI-Crystal mit einer Lüftersteuerung ausliefert testen wir die zwei praktikabelsten Einstellungen "L" und "H", gleichbedeutend mit einer Betriebsspannung von fünf und zwölf Volt der Ventilatoren.

Es ist unschwer zu erkennen, welche Komponente von den höheren Drehzahlen der Gehäuselüfter profitiert. Elf Kelvin Unterschied lassen sich herausholen, wenn der Schalter der verbauten Lüftersteuerung von "L" auf "H" gestellt wird. Nicht nur die Beleuchtung der Lüfter wird dadurch heller, sondern auch die Lautstärke stark erhöht. Am wenigsten reagiert die Hauptplatine auf den starken Luftstrom, während HDD und SSD fünf bis sieben Kelvin kühler ihren Dienst verrichten können. Keine der Komponenten erreicht im AI-Crystal dabei bedenkenswerte Temperaturen, so dass auch einem Betrieb bei verringerter Lautstärke nichts im Wege steht. Bei dem Einsatz einer Wasserkühlung sollte jedoch darauf geachtet werden, dass ein Luftstrom im Gehäuse erhalten bleibt, da sich die nicht im Kühlkreislauf befindlichen Komponenten nicht zu stark erhitzen.

Der Geräuschpegel bei der Stellung "L" ist erträglich und kann noch als leise bezeichnet werden - wenn die anderen Lüfter nicht wie hier auf maximaler Drehzahl betrieben werden. "S" ist hingegen nicht empfehlenswert, da die Gehäusebelüftung damit gänzlich ausgeschaltet ist. Im Spielebetrieb erhitzen sich die Komponenten bis zur Abschaltung des Computers, trotz der Tatsache, dass die aufsteigende Hitze durch den oberen Luftfilter entweichen kann. Die verbauten Festplatten sind in keinem Szenario hörbar in Erscheinung getreten, selbst die kleine nicht entkoppelte HDD ist nur dann hörbar gewesen, wenn man das Ohr schon fast an die Glasscheibe der Seitenwand legte.

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